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Personalmangel, schwere Verläufe und ärztliche Unterstützung

Corona-Ausbruch in Pflegeheim im Tegernseer Tal

Von Filiz Eskiler

Am vergangenen Samstag kam es in einem Pflegeheim im Tegernseer Tal zu einem Corona-Ausbruch. Die Pressesprecherin Sophie Stadler erklärt die aktuelle Situation in der Einrichtung, und wie es zu dem Infektionsgeschehen trotz erster Impfungen kommen konnte.

Ein Bewohner aus dem Pflegeheim wird nun im Krankenhaus Agatharied behandelt / Quelle: Archiv

In einem Pflegeheim im Tegernseer Tal ist am vergangenen Wochenende nach einer Reihentestung festgestellt worden, dass sich das Corona-Virus in allen Wohnbereichen der Einrichtung ausgebreitet hat (wir berichteten). Bereits einen Tag nach der Begutachtung durch eine Ärztin und eine Pflegefachkraft des Gesundheitsamtes seien Vorschläge hinsichtlich Pandemiezonen, Verlegung von Bewohnern und strengere Hygienemaßnahmen umgesetzt worden.

Als das Infektionsgeschehen am vergangenen Samstag bekannt wurde, versuchte man eine tägliche ärztliche Begutachtung aller Bewohner sicherzustellen. Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes Sophie Stadler nun mitteilt, konnte dieses Vorhaben ermöglicht werden:

Herr Dr. Thomas Straßmüller ist Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes und konnte eine Ärztin akquirieren, die die Einrichtung kennt und nun täglich alle Bewohner „sichtet“. Also überprüft, ob sich der Gesundheitszustand verschlechtert und ob möglicherweise eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig ist.

Das sei ein Szenario, das die Koordinierungsgruppe im Hinterkopf habe. Stadler erklärt: „Würden plötzlich viele Bewohner aus der Einrichtung in unser Krankenhaus Agatharied verlegt, würde man dort unter Umständen die Intensivstation komplett füllen und damit lahm legen“. Weiter versichert sie, dass das Krankenhaus Agatharied „bestens vorbereitet“ sei. Bereits am Samstagmittag seien alle Fragen bei einer Videokonferenz mit allen Beteiligten geklärt worden.

Schwere Symptome bei Bewohner und Mitarbeiter

Sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter klagen teilweise über schwere Symptome, berichtet die Pressesprecherin weiter. Ein Bewohner wurde bereits in das Krankenhaus eingeliefert. Es sei angesichts der vielen Vorerkrankungen der Bewohner leider nicht auszuschließen, dass es zu weiteren schweren Verläufen kommt.

Zusätzlich herrscht in der Einrichtung Personalmangel. Zum einen, weil viele Mitarbeiter in Quarantäne sind. Zum anderen, weil die Pflege unter den neuen Bedingungen des Ausbruchs deutlich aufwendiger sei, erklärt Stadler. „ Momentan hat die Einrichtung die Situation aber gut im Griff“, versichert sie.

Trotz Imfpung infiziert – wie geht das?

Ein Teil der Bewohner wurde am 31. Dezember 2020 geimpft. Die ersten bestätigten Fälle bei Bewohnern gab es am 4. Januar 2021. „Es ist also davon auszugehen, dass einige Bewohner schon zum Zeitpunkt der Impfung mit dem Virus infiziert waren“, so Stadler. Sie erklärt:

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt 14 Tage. Daher konnte zum Zeitpunkt der Impfung noch nicht bekannt sein, dass sich einige Bewohner bereits infiziert hatten.

Weiter betont sie, dass zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig sind, um den Impfschutz zu gewährleisten. Da in Bayern der Impfstart am 27. Dezember war, ist es schon rechnerisch unmöglich, dass ein Bürger im Landkreis Miesbach bereits beide Dosen und damit den Impfschutz hätte, so Stadler weiter.

„Ich werde seit Samstag bombardiert mit Verschwörungstheorien, dass die Impfung doch gar nichts helfe, da die Bewohner doch jetzt nach der Impfung positiv seien. Dieser Schluss ist aber voreilig, weil schlichtweg die zweite Impf-Dosis noch fehlt. Momentan ist es einfach Stand der Wissenschaft, dass man beide Impfungen benötigt”, betont sie abschließend. Da komme auch das Gesundheitsamt Miesbach nicht herum.


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