Hat das nach einem Jahr Folgen?
Nach Fuchs-Abschuss im Tegernseer Kurpark

von Simon Haslauer

Vergangenes Jahr wurden der Tegernseer Bürgermeister und ein Jäger von einem Tierschutzverein angezeigt. Der Jäger hatte auf Wunsch des Bürgermeisters einen Fuchs im Kurpark erschossen. Nun steht fest, ob das Folgen hat.

Dieser Fuchs wurde 2021 im Kurpark in Tegernsee erschossen.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde im Tegernseer Kurpark ein Fuchs erschossen. Am helllichten Tag, unter Anwesenheit von Bürgermeister Johannes Hagn, wurde das Tier von einem Jäger mit zwei Schüssen getötet. Viele Tierschützer machte das erstmal stutzig. Immerhin ist der Tegernseer Kurpark ein befriedetes Gebiet.

Damals, im Juni 2021, bestätigte das auch bereits das Miesbacher Landratsamt. Eine Sprecherin betonte: „Der Fuchs hatte offenbar Räude, jedoch ist auch zur Entnahme eines kranken Tieres in befriedetem Gebiet (!) zwingend eine Ausnahmegenehmigung der Jagdbehörde erforderlich.“

Diese sei jedoch nie erteilt worden. Viel mehr wusste das Landratsamt einige Zeit lang gar nichts von dem geschossenen Fuchs. Erst als ein Schreiben des Vereins „Wildtierschutz Deutschland e. V.“ in das LRA flatterte, kam die Neuigkeit in der Behörde an. Denn der Verein stellte eine Strafanzeige gegen Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn und den Jäger. Das LRA als untere Jagdbehörde war der erste Ansprechpartner.

In dem Schreiben äußert der Verein den Verdacht, dass Hagn den Jäger zu einer Straftat angestiftet haben könnte. Dem Jäger werfen sie Jagdwilderei vor. Ferner liege der Verdacht vor, dass sich der Bürgermeister eigenmächtig über den Verwaltungsweg hinweggesetzt habe.

Keine Verurteilung

Mittlerweile konnte der Fall abgeschlossen werden. Zuerst habe die Staatsanwaltschaft ermittelt. In Miesbach weiß man: „Das Verfahren dort zur Prüfung einer Straftat wurde aber nach den Ermittlungen eingestellt und an das Landratsamt übergeben, ob gegebenenfalls eine Ordnungswidrigkeit vorliegen könnte.“ Bei der Überprüfung durch das Landratsamt erlitten die Tierschützer eine weitere Niederlage. Eine Sprecherin betont:

Dies wurde anschließend vom Landratsamt geprüft, mit dem Ergebnis, dass kein bußgeldbewehrter Verstoß vorliegt.

Das Verfahren am Landratsamt wurde, ebenso wie jenes der Staatsanwaltschaft, eingestellt. Lovis Kauertz, der Vorsitzende des Vereins Wildtierschutz Deutschland e. V., ist mit diesem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Im Gespräch erklärt er: „Es ist sehr bedauerlich, dass es keine Konsequenzen für die Beteiligten gibt.“ Das Problem sei, so Kauertz, dass der Tierschutz in Deutschland nur sehr wenig Gewicht in der Rechtssprechung habe. Und das, obwohl der Tierschutz seit 2002 auch im Grundgesetz verankert ist. Er stellt fest:

Meines Erachtens hätte man den Fuchs einfach in Ruhe lassen sollen.

Denn Füchse, so der Wildtierschutz Deutschland, verhalten sich dem Menschen gegenüber grundsätzlich nicht aggressiv und sind hoch entwickelte sowie intelligente Tiere. Auch sei Räude alleine für Kauertz noch kein Grund, um einen Fuchs zu töten.


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