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Kommentar zu Tegernseer AfD-Anschuldigungen

Nazis raus aus der Schule!

Von Robin Schenkewitz

Ein Gymnasium im Oberland klärt seine Schüler gegen Rechtsradikalismus auf. Die AfD reagiert empört – und entlarvt sich dabei selbst. „Schämt euch“, findet unser Kommentator Robin Schenkewitz.

Mit einem offenen Brief wendet sich der Tegernseer AfD-Vorsitzende Constantin Prinz von Anhalt-Dessau an den Elternbeirat des Holzkirchner Gymnasiums.

Ein Kommentar von Robin Schenkewitz:
AntiFa, Indoktrinierung, Holzkirchen: Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, den Eltern und Schüler des hiesigen Gymnasiums jüngst beobachten konnten. Im Rahmen des Lehrplans werden die Neuntklässler über rechten Terror und politischen Radikalismus aufgeklärt. Der Tegernseer AfD Vorsitzende für Oberbayern-Süd schreibt daraufhin einen empörten Brief an die Eltern, in dem er vor der „politisch einseitigen Indoktrinierung“ der Kinder warnt.

Ganz offensichtlich ein Wahlkampfmanöver. „Wären die Themen Fluchtbewegungen/Fluchtursachen, Massenmigration, Sicherheit, Altersarmut und Rechtsstaatlichkeit nicht viel vordringlicher?“, schreibt Constantin Prinz von Anhalt-Dessau außerdem in dem Brief.

Die AntiFa ist überall?

Der Prinz aus Tegernsee, der laut Recherchen des Merkur schon beim eigenen Lebenslauf, sagen wir, kreativ tätig geworden ist, verweist in seiner Argumentation immer wieder auf die Verbindungen der Veranstalter zur AntiFa. Quelle ist aber nicht die „Mainstream-Presse“, sondern ein rechtes Online-Portal, das schon früher auf die vermeintlich links-radikalen Motive der Pastinaken hinwies.

Glaubt man dem Portal, ist aber nicht nur das Bildungs-Netzwerk linksextrem, sondern gefühlt auch die halbe Münchner Verwaltung, die das Netzwerk als „ausgezeichnetes Projekt“ bezeichnet: Die Leiterin der Fachstelle für Demokratie eine Sozialistin, die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus quasi der verlängerte Arm der AntiFa. Die berüchtigte „Identitäre Bewegung“ wird hingegen verharmlost.

Wahlkampf auf dem Schulhof

Aber zurück nach Holzkirchen: Das Thema des Workshops war „Argumentationstraining“. Ziel war es Radikalismus früh genug zu erkennen. Wenn die AfD dagegen wettert, entlarvt sie sich nur selbst. Nur wer sich bedroht fühlt, will verhindern, dass Kinder zu mündigen Bürgern werden. Wer Aufklärung gegen rechte Hetze fürchtet, hat wohl Angst, eben genau dabei erwischt zu werden.

Ähnliches gab es zuletzt auch beim AfD-Parteitag in Köln. Wirte entwarfen ein Logo: „Kein Kölsch für Nazis“. Wer fühlte sich direkt angesprochen? Richtig, die AfD. Ohnehin sollte mittlerweile niemandem verborgen geblieben sein, welche Ziele die AfD verfolgt. Dass aber nun schon Eltern und Kinder mit vermeintlich hehren Motiven von den Rechten instrumentalisiert werden, ist mehr als perfide. Schämt euch AfD, ihr seid ein armseliges „Völkchen“.

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