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Bad Wiessees verwunschenem Haus droht die Abrissbirne

Neubauten unter dem Freihaus

Seit zwanzig Jahren nimmt die Natur immer mehr Besitz von einem leerstehenden Haus an der Freihausauffahrt in Bad Wiessee. Oftmals wechselten seitdem die Besitzer. Eine Baugenehmigung gibt es bereits seit 2011. Doch erst jetzt soll mit dem Bau von zwei Mehrfamilienhäusern begonnen werden.

Das ehemalige Gästehaus des Ignazhof in Bad Wiessee wird wohl schon bald abgerissen.
Das ehemalige Gästehaus des Ignazhofs in Bad Wiessee wird wohl schon bald abgerissen.

Büsche und Bäume überwuchern bereits das Gebäude. Wer zum Freihaus auffährt, kommt unweigerlich daran vorbei und wird sich über die brachliegende Immobilie in Zeiten des Baubooms wundern. Doch dem kann abgeholfen werden. Was inzwischen als Bauruine daherkommt, wurde 1956 errichtet und diente 30 Jahre dem angrenzenden Ignazhof als Gästehaus.

Danach erlebte die Immobilie offensichtlich wegen Erbstreitigkeiten eine wechselvolle Geschichte. Zunächst wollte ein Bauträger dort 14 Ferienwohnungen errichten. Daraus wurde nichts, denn dem Bauherrn ging das Geld aus. Aus dessen Konkursmasse gelangte das leerstehende Haus an die Kreissparkasse. Diese verkaufte das Areal weiter, bis es über Umwege an die Tegernsee Residenz GbR von Wolfgang Dudek in Hannover gelangte.

Spatenstich im Sommer

Er erwarb das Grundstück zwischen der Birkenstraße und der Freihausauffahrt samt Plänen und Genehmigungen Anfang 2013. „Die Tegernsee Residenz GbR steht für mehrere Gesellschaften, die sich an diesem Projekt beteiligen“, erläutert Wolfgang Dudek auf Anfrage. Geplant und durch die Gemeinde bereits 2011 genehmigt seien zwei Häuser mit je fünf Wohnungen mit zusammen 1.300 Quadratmetern Wohnfläche.

Die Zufahrt in die Tiefgarage ist über die Freihausauffahrt geplant. Nachdem Jahrzehnte nichts geschehen war, soll nun bereits im August der Spatenstich erfolgen, hofft Dudek, nachdem nun auch das Bodengutachten vorliege: „Wir wollen jetzt zügig da durchkommen und im Sommer anfangen. Bevor der Schnee kommt, wollen wir bereits das Dach draufhaben.“

Am Mittwoch will Bauherr Dudek bereits mit dem Rottacher Architekten Fritz Adam Mayer Details über das weitere Vorgehen absprechen. Mayer gegenüber der Tegernseer Stimme: „Die Teilungspläne liegen seit zwei Jahren vor. Herr Dudek sagte mir, dass es jetzt losgehen soll.“

Neubauten prägen die einstige „Au“

Wenig erfreut darüber dürfte die Eigentümerin des Ignazhofs sein. Denn Annedore Quercher hofft, noch ohne Baulärm in der Hauptsaison ihre 15 Ferienwohnungen vermieten zu können. Über Baulärm kann sie ein Lied singen.

Denn auf der anderen Seite ihres Grundstücks entstanden in den letzten beiden Jahren die Jägerhof-Residenzen mit sechs Mehrfamilienhäusern. Und westlich davon wurde auf dem einstigen „Quercherfeld“ ein neues Wohngebiet mit Einfamilienhäusern auf acht Parzellen errichtet.

Die Zeiten sind jedenfalls schon lange vorbei, als sich in der ehemaligen „Au“, so hieß das Gebiet unter dem Freihaus einst urkundlich, noch Auerhähne, Hirsche und Hasen gute Nacht sagten. Mit dem Neubau des Hannoveraners Dudek ist dann wohl auch die letzte Lücke versiegelt.


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