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ATS soll Kommunalunternehmen werden

Neue Chance für Tourismusfusion?

Von Robin Schenkewitz

Im Landratsamt ist man fest entschlossen die Kosten für das Tourismusmarketing der ATS deutlich zu senken. Gleichzeitig zwingen rechtliche Probleme zur Umwandlung in ein Kommunalunternehmen.

Doch ATS-Geschäftsführer Harald Gmeiner sieht darin auch eine Chance. Er will damit den Weg zur Fusion mit der TTT bereiten.

Georg Overs und Harald Gmeiner stehen nach dem Aus für die Fusion unter großem Druck / Quelle: Archiv
Gibt es für die Fusion der Tourismusorganisationen doch noch eine Chance? Archivbild

Seit der Schlierseer Gemeinderat sich im April gegen die geplante Fusion von ATS und TTT zu einer gemeinsamen Tourismusorganisation im Landkreis ausgesprochen hat sind die Verantwortlichen im Landkreis auf der Suche nach einer neuen Strategie. Derweil wird an den bisherigen Strukturen festgehalten. ATS und TTT arbeiten weiter wie bisher. Der kommunale Prüfverband hat die Verantwortlichen im Miesbacher Landratsamt nun jedoch zum Handeln gezwungen.

Laut Prüfungsverband sind die jährlichen Zuschüsse des Landkreises an die ATS de facto als Dienstleistungsaufträge zu betrachten. Das bedeutet, dass der Landkreis diese Leistungen eigentlich europaweit ausschreiben müsste. Theoretisch könnte der Landkreis-Tourismus dann plötzlich von einer Organisation aus Italien umgesetzt werden, sollte von dort ein günstigeres Angebot kommen. Doch soweit wollen Landrat Wolfgang Rzehak und die anderen Kreisräte es nicht kommen lassen.

Ausweg Kommunalunternehmen

Um diese Szenario zu vermeiden, hat man sich nun entschieden die ATS in ein landkreiseigenes Kommunalunternehmen umzuwandeln. Geleitet würde das Unternehmen dann von einem Verwaltungsrat mit Rzehak an der Spitze. Ein sogenannter Tourismusbeirat hätte nur eine beratende Funktion. Allerdings besteht die Möglichkeit Experten in den Rat zu berufen.

Damit umgeht man einerseits die Ausschreibungsproblematik und wäre zudem von der Umsatzsteuer befreit. Allerdings haftet der Landkreis dann auch für sämtliche Verbindlichkeiten der ATS. Dazu Martin Pemler vom Landratsamt Miesbach:

Der Landkreis ist kommunalrechtlich verpflichtet, sämtliche Verluste des Kommunalunternehmens ATS auszugleichen.

Daher wird nun versucht, die Kosten für die Tourismusorganisation ATS zu reduzieren. Nach der gescheiterten Tourismusfusion und der angespannten Haushaltslage ist der Landkreis langfristig nicht mehr bereit einen Anteil von 850.000 Euro zu bezahlen.

Darüber ist man sich auch in den Kreisgremien einig. So hat sich gestern der Wirtschaftsausschuss mit einer deutlichen Mehrheit für einen Finanzierungsrahmen von 425.000 Euro ab 2017 ausgesprochen. Damit würden die bisherige Zahlungen seitens des Landkreises halbiert.

Dieser Schritt könnte auch einen Signalwirkung für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH haben. Wie Geschäftsführer Georg Overs auf Nachfrage bestätigt, wird es auch bei der TTT eine Umstrukturierung hin zu einem Kommunalunternehmen geben müssen. „Wir bereiten das Thema gerade auf und werden es in der nächsten Gesellschafterversammlung noch in diesem Jahr behandeln und die Gemeinderäte informieren“, betont Overs.

Die GmbH könne bestehen bleiben, allerdings ohne private Gesellschafter, so der TTT Geschäftsführer weiter. Zur Einbindung der Tourismuswirtschaft wird es künftig einen breit aufgestellten beratenden Beirat geben.

Fusion weiter ein Thema?

Im operativen Ablauf werde sich durch den Aufbau eines Kommunalunternehmens aber kaum etwas ändern, ist ATS-Geschäftsführer Harald Gmeiner überzeugt: „Die ATS wird auch weiterhin für die Vermarktung des Tourismus im Landkreis zuständig sein.“

Man müsse jetzt nur die rechtlichen Rahmenbedingungen einhalten, die ein Kommunalunternehmen mit sich bringe. Darunter fallen beispielsweise jährliche Geschäftsberichte sowie der Wegfall einer Mitgliederversammlung. Auch für die Mitarbeiter sollen sich keine Nachteile ergeben.

Gmeiner sieht in der Umstrukturierung aber auch die Chance auf einen neuen Anlauf für die geplatzte Fusion mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT):

Vielleicht können wir jetzt die Aufbruchstimmung nutzen um eine gute Basis zu schaffen, sodass die beiden Organisationen irgendwann einmal zusammengefasst werden können.

Denn das Ziel sei immer noch da. Gmeiner ist der festen Überzeugung, dass das investierte Geld durch die Zusammenführung der Strukturen effizienter eingesetzt werden könnte. Allerdings ist auch ihm klar, dass dies eine langfristige Strategie sein muss. Als erstes müsse jetzt Vertrauen geschaffen werden. „Ich werde mich aber weiter für eine Fusion einsetzen“, so der ATS-Geschäftsführer. Ganz so optimistisch sieht sein Pendant für das Tegernseer Tal die Situation jedoch nicht.

„Die TTT soll und wird in Zukunft wieder stärker konzentriert das Tegernseer Tal vermarkten. Zugleich wird eine starke Kooperation mit der ATS verankert, vor allem in den Feldern Winter, Rad und Wandern“, erklärt Georg Overs. Aus der Sicht des TTT-Geschäftsführers ist die geplante Umwandlung in ein Kommunalunternehmen auch kein Indiz dafür, dass sich ATS und TTT nun doch zusammenschließen könnten. Das habe keinen Einfluss darauf, so Overs abschließend.

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