Neuer Pfarrverband nach offizieller Gründung: Neue Homepage eingeweiht

Von Peter Posztos

Zweite Ergänzung vom 15. Dezember / 11:36 Uhr
Nachdem am Sonntag der Pfarrverband Tegernsee-Egern-Kreuth im offiziellen Rahmen feierlich bestätigt wurde, hat der Verband auch gleich seine neue Homepage vorgestellt.

In einer kurzen Stellungnahme schreibt Markus Kocher , Kaplan im Seelsorgeteam:

Wir hoffen, dass durch dieses moderne Medium mehr Menschen schneller zu den gewünschten Informationen gelangen. Auch für alle Besucher und Touristen sollte es jetzt leichter werden, ihre Urlaubstage auch mit einem Kirchenbesuch zu verbinden.

Als Verantwortlicher im Team unseres Internetauftrittes und im Namen unseres Pfarrverbandsleiters Dekan Walter Waldschütz danke ich allen, die bei der Entstehung dieser Webpage mitgeholfen haben und sicher auch noch in Zukunft mithelfen werden.

Die neue Seite ist zu finden unter www.pv-tegernsee-egern-kreuth.de. Termine, Informationen und Ansprechpartner finden sich auf dem sehr übersichtlich gestalteten Auftritt des neuen Pfarrverbandes.

Ergänzung vom 8. Dezember / 12:42 Uhr
Seit über einem Jahr sind die drei Pfarreien Tegernsee, Egern und Kreuth mittlerweile organisatorisch unter einer Leitung zusammengefasst. In dieser Zeit habe, so Dekan Walter Waldschütz, eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligten stattgefunden. Eine gute Basis für einen Prozess an dessen Ende nun die offizielle Gründung des Pfarrverbandes steht.

Was genau sich Waldschütz und sein Team vorgenommen haben, konnten wir bereits kurz nach dem Antritt des Dekans im November vergangenen Jahres in einem ausführlichen Interview erfahren. Kurz zusammengefasst sollten die neue Strukturen dreierlei bewirken: „Kosten einsparen – Abläufe vereinfachen – an die Menschen denken“. Als Ziel stand die schnelle Gründung des Pfarrverbandes im Raum. Sozusagen als systemseitige Antwort auf den Priestermangel in Deutschland.

Und am Sonntag wird diese Gründung in der Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee offiziell besiegelt. Im Rahmen der Feierlichkeiten findet ab 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Weihbischof Wolfgang Bischof statt. Mit dabei sind auch die Fahnenabordnungen diverser Vereine.

Ursprünglicher Artikel vom 22. November 2010 mit der Überschrift „Neuer Pfarrverband, neuer Dekan: Walter Waldschütz im Interview“:
Die Entscheidung des Erzbischofs Marx einen neuen Pfarrverband Tegernsee-Egern-Kreuth zu gründen und diesen an der Spitze mit dem Holzkirchener Dekan Walter Waldschütz (58) zu besetzen, hatte bereits im Vorfeld hohe Wellen geschlagen.

Dekan Walter Waldschütz im Interview mit der Tegernseer Stimme

Der Rottacher Pfarrer Norbert Kley, mit guten Aussichten auf den Posten, musste aufgrund von „Kommunikationsproblemen“ mit dem Erzbischöflichen Ordinariat seine Hoffnungen begraben. Der Erzbischof traf eine Entscheidung. Kley musste zurück in sein Heimatbistum nach Bingen. Und der Merkur sprach von einem „Talhirte wider Willen“.

Nicht gerade ein Start also, den sich ein Dekan wünscht. Und dann auch noch in einer komplett neuen Struktur. Nichtsdestotrotz war der Empfang bei der Amtseinführung vor drei Wochen herzlich und Waldschütz hat sich mit seinen Worten „Ich bin angekommen“ für das Tegernseer Tal ausgesprochen.

So richtig angekommen ist der neue Leiter allerdings erst am letzten Freitag. Und heute hat er uns in einem ersten ausführlichen Interview einen Einblick in die kommenden Herausforderungen gegeben:

Tegernseer Stimme: Wie war Ihr erster Eindruck vom Tal? Wie hat Ihnen die Amtseinführung gefallen?
Walter Waldschütz: Gerade am Anfang gab es ein paar Schwierigkeiten bei der Kommunikation. Aber so wie ich es auf der Amtseinführung gesagt habe: Ich bin angekommen. Und das war nicht einfach dahergesagt, das habe ich auch so gemeint.
Die Amtseinführung im speziellen war mit so einer Großartigkeit und Herzlichkeit verbunden, die weit über das Tal hinausgegangen ist, dass ich sagen muss: Der Erzbischof hatte Recht. Ich gehöre hierher.

Tegernseer Stimme: Sie sind ja mit Ihrem kompletten Team an den Tegernsee gekommen. Wieviele MItarbeiter sind das?
Waldschütz: Glücklicherweise haben wir von Anfang an die Optimalausstattung, die in unserem Personalplan für 2020 vorgesehen ist. Das sind insgesamt vier weitere Personen, mit denen ich teilweise schon sehr lange zusammenarbeiten darf. Und mit denen wir die Strukturen im neuen Pfarrverband aufbauen werden.

Kosten einsparen – Abläufe vereinfachen – an die Menschen denken

Tegernseer Stimme: Können Sie die Herausforderungen bei der Umsetzung des neuen Pfarrverbandes Tegernsee-Egern-Kreuth kurz skizzieren?
Waldschütz: Der Pfarrverband soll Modellcharakter haben. Und zwar als Antwort auf die Herausforderungen des Priestermangels, den wir in Deutschland haben. Somit etablieren wir ein Struktursystem und lösen damit ein Strukturproblem.
Im Grunde ist es eine Zusammenlegung der Pastoralstruktur, um die Verwaltung zu vereinfachen und zu verschlanken und somit auch im Jahr 2020 die Seelsorge zu gewährleisten.

Tegernseer Stimme: Es handelt sich beim Verband also eher um eine Verwaltungsgemeinschaft?
Waldschütz: Das ist richtig. Wir machen die Abläufe effizienter und sparen in gewissen Bereichen an Kosten. Allerdings nicht am Personal.

Tegernsee wird Zentrum des neuen Pfarrverbandes

Tegernseer Stimme: Wenn die Kirche nicht am Personal spart, wo genau werden die Kosten dann eingespart?
Waldschütz: Bei den Sachkosten und vor allem an den Immobilien. Wir haben einen ungeheuren Bauetat. Und der wird gerade auf Rentabilität überpüft. Denn wir können es uns nicht mehr erlauben, dass die Kirche überall Gebäude hat, die teilweise leer stehen oder aber durch Zusammenlegung eigentlich nicht mehr notwendig wären.

Tegernseer Stimme: Bei der Zusammenlegung zum neuen großen Pfarrverband mit gut 7.500 Gläubigen gab es ja gewisse Befindlichkeiten. Was war der Hintergrund?
Waldschütz: Der Erzbischof wollte hier gleich richtig anfangen und hat eine Äußerung meines Kollegen aus Egern „wenn es Pfarrverband wird, dann nur mit Sitz in Egern. Sonst nicht mit mir“ aufgenommen und wahr gemacht: „Der Sitz wird Tegernsee und dann nicht mit Ihnen.“
Das war natürlich für viele Menschen schmerzlich. Aber die Bistumsleitung hat sich am Ende so entschieden und mich, als einen aus der Diozöse stammenden, für die neue Aufgabe bestimmt.

„Es geht bei uns auch um Kundenbetreuung und Kundenbindung“

Tegernseer Stimme: Wie sehen Ihre ersten Schritte bei der anstehenden Herausforderung aus?
Waldschütz: Schauen, schauen, schauen. Hören, hören, hören. Ich versuche möglichst viel bei den Menschen zu sein und mit dem Team eine Struktur aufzubauen, um die Fähigkeiten des einzelnen mit den anstehenden Aufgaben zu verbinden.
Konkret werden wir uns lokal und funktional aufteilen. Das bedeutet es gibt Ansprechpartner für Tegernsee, Egern und Kreuth. Und funktionale Ansprechpartner für die Kinderseelsorge, Seniorenpastoral und alle weitere Aufgaben, die wir erfüllen.

Tegernseer Stimme: Das hört sich ein wenig an wie die Struktur bei einer „gewöhnlichen“ Firma und nicht wie bei der Kirche.
Waldschütz: Naja, wir sind defakto in der Ausführung eine Firma. Und wir haben auch „Kunden“, die eine hohe Zufriedenheit erwarten, weil Sie sonst die Firma wechseln oder komplett verlassen.
In Zahlen ausgedrückt sind das insgesamt 7.500 Katholiken, die wir betreuen. Mit sinkender Tendenz in Tegernsee. Leicht rückläufiger Tendenz in Rottach-Egern. Und konstanten Zahlen in Kreuth.
Wir müssen aber zukünftig die veränderte Lebenssituation des Menschen wahrnehmen und uns dieser stellen.

Tegernseer Stimme: Das bedeutet, sie analysieren die demografische Entwicklung und richten Ihr Produktportfolio anhand der Bedürfnisse aus um auch zukünftig Ihre Kunden zu binden.
Waldschütz: Vollkommen richtig. Obwohl ich die Bezeichnung „Kunden“ oder „Klientel“ eigentlich nicht mag. Aber in der Funktion ist es so. Es geht um Kundenbetreuung und Kundenbindung.

Tegernseer Stimme: Worauf freuen Sie sich besonders?
Waldschütz: Vor allem auf die Begegnungen mit den Menschen. Wir sind bereits sehr herzlich und freudig aufgenommen worden. Und das tut gut.


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