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Wagner muss Gmunder Café vorerst selbst weiterführen

Nachfolger springt ab

Von Martin

Ergänzung vom 27. April / 08:03 Uhr
Unerfreuliche Nachrichten für Alfons Wagner vom Gmunder Café Wagner. Der eigentlich von ihm zum Ende des Jahres eingeplante Nachfolger ist abgesprungen. Die Suche muss nun von neuem beginnen.

„Der Betrieb läuft aber natürlich weiter wie gewohnt“, versichert Wagner, der zum Jahreswechsel eigentlich aus Altersgründen kürzer treten wollte. „Wir schauen halt jetzt, dass wir wieder jemanden finden.“

Wagner, der laut eigenen Worten förmlich „schockiert“ darüber war, dass die über längere Zeit vorbereitete Nachfolgerlösung geplatzt ist, mache die Arbeit zwar immer noch Spaß. „Aber man wird halt auch nicht jünger“, meint der Konditor und ergänzt: „Bis eine neue Lösung gefunden ist – und wenn es bis nächstes Jahr dauert – müssen wir den Laden selbst weiterführen.“

Ursprünglicher Artikel vom 16. April mit der Überschrift: “Nachfolger in Wartestellung” Das traditionsreiche Café Wagner in Gmund steht vor einem Betreiberwechsel. „Noch ist die Nachfolge nicht in trockenen Tüchern“, sagt der langjährige Inhaber Alfons Wagner, der daher auch noch nicht den Namen des Neuen nennen will.

Doch für den 67-jährigen Konditormeister stehen die Zeichen nach 40 Jahren ganz klar auf Abschied. Zum Jahreswechsel soll das Café übergeben werden.

Alfons Wagner (links) und ein kleiner Teil des Teams. Quelle: Cafe-Wagner.de

„Aus Altersgründen“, so Alfons Wagner, will er sich Ende des Jahres aus dem Geschäft zurückziehen. Wagners Nachfolger könne sich aber darauf verlassen, dass er weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht.

“Qualität ist das Geheimrezept.”

„Mit Leib und Seele“ habe er zusammen mit seiner Frau Christa die Konditorei und das Kaffeehaus über vier Jahrzehnte geführt. In dieser Zeit habe man sich über die Grenzen des Tals hinaus einen Bekanntheitsgrad erarbeitet.

Dabei habe Wagner nie großen Wert auf Werbung gelegt. „Das Erfolgsrezept und gleichzeitig die Philosophie war die ganze Zeit über immer die Qualität“, verrät der Konditor, der noch heute meist als Erster um 5:30 Uhr die Backstube aufsperrt und Abends als letzter geht.

Langjährige Mitarbeiter attestieren dem „Chef“ „hart aber gerecht“ zu sein und dass es immer ein sehr familiäres Arbeitsklima war und noch bis heute ist. „Ich hab halt nicht nur angeschafft, sondern immer auch mit angepackt“, so Wagner.

„Aber man wird halt leider älter“, so der 67-Jährige, der langsam anfängt seinen Lebensabend zu planen und gleichzeitig ergänzt: „Nach 40 Jahren stellt sich langsam die Frage nach einem Nachfolger“.

Aktuell arbeiten laut Wagner im Verkauf, Konditorei und Vertrieb 25 Angestellte. Das Café bietet im Innenbereich 100 Gästen Platz. Dabei werden die bis zu 60 verschiedenen Kuchen und Torten nicht nur an die Kunden vor Ort verkauft.

Neben dem Stammgeschäft in der Wiesseer Straße hat sich das Cafe mittlerweile auch ein zweites Standbein bei der Belieferung von Großkunden aufgebaut. Zum Kundenstamm gehören dabei neben einigen Hotels am Tegernsee unter anderem auch der Münchner Feinkostanbieter „Käfer“.

Der “wohlverdiente Ruhestand” naht

Eine familieninterne Lösung komme nicht in Frage: „Meine drei Töchter haben alle andere Pläne.“ In jedem Fall sei die Schlüsselübergabe zum Jahreswechsel geplant. Aber noch ist die Nachfolgerregelung nicht in trockenen Tüchern. „Schlimmstenfalls hängen wir ein Jahr hinten dran“, so Wagner und ergänzt: „Man kann den Laden praktisch am 1. Januar 2013 aufsperren und weitermachen.“

Auf die Frage, was der politisch Engagierte für seine Rente plane, antwortet Wagner: „Ich habe ein Haus mit Garten. Da wir sicher was zu tun sein. Einfach mal in die Berge oder zeitlich ungezwungen zum Baden gehen.“


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