Gmunder Volksfest

Frischer Wind durch neuen Festwirt?

Von Peter Posztos

„Das Gmunder Volksfest ist eben nicht mehr das was es mal war.“ Mit diesen Worten schloss Bürgermeister Georg von Preysing die kurze Debatte zum neuen Festzeltbetreiber ab. Auf den oberbayerischen Volksfestwirten Jochen Mörz folgt nach zwölf Jahren ein fränkischer Anbieter.

Dabei hatte der Junior-Chef der Schuhmann-Festzelte die Gemeinderäte in einer kurzen Präsentation mehr als überzeugt, wie von Preysing betonte: „Das Gesamtkonzept hat es ausgemacht.“ Mittlerweile hat Schuhmann auch den Vertrag mit einem Platzgeld von 7.000 Euro unterschrieben.

Gmunder-Volksfestwirt Jochen Mörz in seinem Festzelt
Der frühere Gmunder-Volksfestwirt Jochen Mörz in seinem Festzelt

Dass das Volksfest in Gmund seit einiger Zeit kein großer Publikumsmagnet mehr ist, sieht man Jahr für Jahr im Juni am Volksfestplatz. Nach den ersten guten Tagen, nimmt die Besucherzahl meistens schnell ab. Oft kommt auch das schon traditionell schlechte Wetter zu Volksfestzeiten dazu.

Nicht nur die Jugend würde gerne länger bleiben

Die Gründe für die geringe Auslastung sind schwer auszumachen. Alternative Veranstaltungen, die viele Besucher „kosten“ würden, gibt es meistens Anfang Juni noch nicht. Einer der Hauptgründe sei laut den Betreibern der Buden die schlechten Öffnungszeiten. Und auch der frühere Festzeltwirt Jochen Mörz bestätigte das auf Nachfrage im Juni 2011:

Gmund ist im Vergleich zu anderen Volksfesten eher eine kleine Veranstaltung. Und man muss froh sein, dass überhaupt so viele kommen. Dazu kommen die Öffnungszeiten. Um 22:30 ist bereits Schluss.

Ein 20-jähriger Rottacher Besucher fügte im letzten Sommer an, dass viele am liebsten länger im Zelt bleiben würden. Aber leider sei immer, wenn super Stimmung aufkommen würde, Feierabend. “Ich kenne kein Fest auf dem so früh Schluss ist. Aber dann ziehen wir halt in andere Lokalitäten weiter.“

Dass das Problem auch im Rathaus bekannt ist, ändert nichts daran, dass eine Lösung nur schwer umsetzbar erscheint. Da der Volksfestplatz auf der seezugewandten Seite von Wohnhäusern umgeben ist, sind die Öffnungszeiten das Ergebnis eines Kompromisses mit den Anliegern. So ist beispielsweise eine Ausweitung auf 23 Uhr, wie zu WM-Zeiten, meistens hart umkämpft und die absolute Ausnahme.

Das Konzept hat überzeugt

Mit dem neuen Festzeltbetreiber erhofft sich die Gemeinde nun für die nächsten drei Jahre neuen Schwung auf dem Volksfestplatz. Man habe verschiedene Anbieter eingeladen. „Schuhmanns Konzept war sehr schlüssig, vor allem hatte er eins,“ so Georg von Preysing. Dabei hat besonders die Erfahrung des Unternehmens die Fraktionssprecher überzeugt.

Der hat bereits viele Feste organisiert. Und sich auch für das Volksfest einige Gedanken gemacht.

Aus dem Grund hat sich Gmund mit dem neuen Wirt auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt. Eine Ausstiegsklausel erlaubt es beiden Seiten nach einem Jahr zu kündigen. Als Platzgeld wurden 7.000 Euro vereinbart, und damit die gleiche Summe wie zuletzt mit dem vorherigen Betreiber. Dabei sollte das Bier, wenn möglich, vom Brauhaus Tegernsee bezogen werden. Und lokale Musikgruppen sind zu bevorzugen, so die kurze Schilderung der vertraglichen Regelungen durch den Kämmerer Georg Glas.

Beim traditionellen Anstich am Gmunder Volksfest

Abseits aller Vertragsdetails hofft man in Gmund nun auf einen umtriebigen Festwirt, der dem etwas verstaubten Image des Volksfestes neues Leben einhaucht. „Das Wetter kann er zwar nicht ändern, aber mit ein wenig mehr Elan und frischen Ideen kann da einiges bewegt werden,“ so die Hoffnung eines Gemeindemitarbeiters.


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