Grüne Wahlliste für Bad Wiessee

„Neuer Spirit“ und mehr Frauenpower

Wovon andere Parteien nur träumen können, schaffen die Grünen im Tegernseer Tal: Für ihre Wahllisten kandidieren auffallend viele Frauen. So auch in Bad Wiessee, wie die Aufstellungsversammlung am Mittwoch zeigt.

Auf dem Bild (von links) vordere Reihe: Claudia Rothermel, (Platz 4), Gertraud Ottl (Platz 6), Anna Scharlipp (Platz 7), Gerlinde Baun (Platz, 9), Enya Grelka (Platz 12). Hintere Reihe (von links): Wolf-Hagen Böttger (Platz 5), Hans-Gerd Lau (Platz 8), Diana Grelka (Platz 3), Johannes von Miller (Platz 2), Renate Storch (Platz 10), Karl Schönbauer (Platz 1), Ewa Kandler (Platz 13). Nicht auf dem Foto: Louisa Geismann (Platz 11).

Mit neun Frauen und vier Männern stellen sich die neuformierten Grünen in Bad Wiessee der Kommunalwahl im März. Bei der Orts-CSU ist das Geschlechterverhältnis umgekehrt, die Frauen in der Diaspora. Das Ringen um mehr Beteiligungen von Frauen in Parteiämtern geht bei den Christsozialen weiter. Bei den Grünen dagegen ist eine Frauenquote kein Thema, ob in Tegernsee, Rottach-Egern und nun auch in Bad Wiessee.

„Wir sind auf Harmonie aus und wollen Sachthemen voranbringen“, sagt Johannes von Miller im Gespräch mit der Tegernseer Stimme. Miller (Platz 2 der Wahlliste) ist auch Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal SGT. Karl Schönbauer, Platz 1 der Liste, bekannt auch als Streiter der ATTEK für mehr Klimaschutz, ergänzt: „Mit den Grünen soll neuer Spirit mit mehr Fraktionen in den Gemeinderat einziehen, damit es zu weniger Blockbildungen als bisher kommt“. Denn so, wie die bisherigen Sitzungen ablaufen würden, sei noch „viel Potenzial nach oben“.

Im Januar wollen sich die gesamten Tal-Grünen, die „gut strukturiert“ seien, präsentieren. Dann würden die politischen Themen auf den Tisch kommen, die die Grünen zwar für sich reklamieren, die sich aber auch die anderen Parteien inzwischen auf die Fahnen schreiben. Ob Klimaschutz, CO2 reduzierter Verkehr, regionale regenerative Energie, eine nachhaltige Landwirtschaft, Artenvielfalt und Nahrung ohne Gift und Gentechnik.

Ökologie und Ökonomie

„Die Verkehrswende sowie die Reduzierung von Flächenversiegelung und Flächenfraß muss im Tal sofort konsequent und nachhaltig umgesetzt werden“, so die Wiesseer Grünen in ihrem Positionspapier. Man strebe eine gute Balance zwischen Ökonomie und Ökologie an, sie soll Ausgewogenheit, Realismus und Kompromissbereitschaft signalisieren. Schließlich müsse ja alles, was man für die Umwelt tue, auch finanziert werden.

„Wichtig ist für uns bezahlbarer Wohnraum durch Innenraumverdichtung unter Einbeziehung und Berücksichtigung der Infrastruktur, sowie einen attraktiven, zuverlässigen ÖPNV“. Die Zukunft könne nicht allein mit einer Antriebswende, sondern nur gemeinsam mit einer Verkehrswende bewältigt werden, mit der Förderung und Umbau des ÖPNV. „Erst wenn der ÖPNV eine wirkliche Alternative zum Individualverkehr ist, kann man über eine sinnvolle gezielte Lenkung und Reduzierung dessen nachdenken“.

Die Bürger sollen in die Entscheidungen eingebunden und die Grünen-Leitsätze sozialverträglich umgesetzt werden, da Transparenz in der Politik erstrebenswert sei. „Es wird in unseren Reihen keine Klientelpolitik geben. Die Belange aller Bürger und Bürgerinnen sind uns wichtig, somit wird auch der Lobbyismus gegenstandslos“, so Schönbauer und Miller unisono für die Grünen in Wiessee.

Einer fehlt auf der Grünen-Liste, über dessen Parteiübertritt im Juni noch spekuliert wurde: Rolf Neresheimer von ranBW. „Im Herzen bin ich schon immer grün“, sagte er damals, aber zu einem Wechsel reichte die Gesinnung nicht, wie Miller bestätigt: „Wir haben uns nicht gefunden“. Das Grünen-Motto: “Grün – weil wir hier leben.”

 


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