Neuers Eigentor

von Klaus Wiendl

Er wollte eigentlich nur sein Gartenhaus neben dem Swimmingpool verschieben. Doch dafür wären im Hanggrundstück massive Abgrabungen nötig geworden. Einstimmig lehnte der Tegernseer Bauausschuss Neuers Antrag ab: Man wolle keine „fernöstlichen Terrassenlandschaften“.

Bald schon könnte Manuel Neuer sein Haus am Tegernseer Leeberg beziehen. Doch das Gartenhaus soll es an der gewünschten Stelle nicht geben.
Bald schon könnte Manuel Neuer sein Haus am Tegernseer Leeberg beziehen. Doch das Gartenhaus soll es an der gewünschten Stelle nicht geben.

Er hat eigentlich schon fast alles. Sein Traumvilla am Leeberg ist kurz vor der Fertigstellung und der Swimmingpool gegraben. Das millionenschwere Ensemble des Weltmeisters sollte noch ein 4,50 mal sechs Meter großes Gartenhaus zieren. Aber nicht neben dem Pool, wie ursprünglich geplant und genehmigt. Manuel Neuer wollte es sieben Meter Richtung Westen verschoben haben.

Umfangreiche Abgrabungen in der Hanglage am Leeberg dafür wären nötig geworden, wie Bauamtsleiterin Bettina Koch das Vorhaben gestern Abend am Ratstisch erläuterte:

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Talseitig soll in einer Tiefe von sieben Metern das Gelände angefüllt werden um vor dem Gartenhaus eine ebene Fläche zu schaffen. Bergseits soll das Gelände abgegraben werden.

Doch Koch machte auch klar, dass „die Geländeveränderungen im Widerspruch zur Gestaltungssatzung der Stadt Tegernsee stehen“. Deutlicher wurde FWG-Sprecher Andreas Obermüller: „Grundsätzlich ist ein Hanggrundstück ein Hanggrundstück. Wenn ich daraus ein ebenes Grundstück machen will, dann muss ich abgraben und aufschütten. Dann haben wir fernöstliche Terrassenlandschaften. Das muss ich mir schon vorher überlegen, was ich an einem Hanggrundstück machen kann“, sagte Obermüller an die Adresse Neuers gerichtet.

Gleicher Meinung war auch Florian Widmann CSU): „Wir haben schon bei der ersten Genehmigung reingeschrieben, dass dies nicht möglich ist. So muss es auch bleiben“. So bleibt es nun auch. Das Gartenhaus soll seine ursprünglich geplante Lage neben dem Pool behalten. Neuers Planänderung wurde einstimmig abgelehnt.

„Bei der Errichtung von baulichen Anlagen darf die natürliche Geländeoberfläche nicht verändert werden. Bei Hanggrundstücken muss sich das Gebäude in das Gelände einfügen“, erläuterte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) den ablehnenden Bescheid. Die geltende Gestaltungssatzung der Stadt untersagt inzwischen Bauherren, im steilen Gelände mit Kellergeschoßen Wohnraum zu schaffen, da dies meist mit massiven Abgrabungen und Aufschüttungen verbunden war.

Diese Fälle mit Hanghäusern hatten sich gehäuft. Dem wurde dann im November vergangenen Jahres mit einer neuen Satzung der Riegel vorgeschoben. Villen, die an steilen Hängen gebaut werden, müssen sich nun dem Gelände anpassen und nicht anders herum. „Die neue Satzung gibt klare Regeln vor“, sagte Hagn damals. Jetzt machen diese neuen Spielregeln auch nicht vor einem Promi Halt. Neuer muss umplanen.

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