Neues Wohnprojekt in Wiessee gestartet

Von Klaus Wiendl

Mehrere Generationen unter einem Dach: Großeltern im Erdgeschoss, Kinder und Enkel darüber – früher war das normal. Jetzt könnte dies auch in Bad Wiessee wieder Realität werden.

Das Wiesseer Mehrgenerationehaus – derzeit noch im Bau.

Wenn es planmäßig in der Dr-Scheid-Straße 27 läuft, könnten dort bereits im nächsten Sommer alt und jung Wohngemeinschaften bilden. Der Ausbau des Kellers lässt die Größe erahnen. Laut Geschäftsführer Patrik Zeitler vom Wiesseer Kommunalunternehmen (KU) werden auf über 700 Quadratmetern 14 Wohnungen entstehen, vier Familienwohnungen und zehn Wohnungen für Alleinstehende und Paare.

Auch an einen Gemeinschaftraum wurde gedacht, sowie ein weiteres Zimmer für Übernachtungen von Gästen und Angehörigen. „Das ganze Haus wird altengerecht gestaltet und barrierefrei sein“, versichert Zeitler. Vor etwa einem Jahr sei mit der Konzeptentwicklung begonnen worden. „Auch wenn wir Wohnraum für junge Familien und Senioren schaffen, so liegt der Schwerpunkt doch eher bei der älteren Generation“, erklärt Zeitler die Idee des Multigenerationshauses.

Das im Gegensatz zu Rottach-Egern, wo es eher die Funktion einer Begegnungsstätte habe, in Wiessee ein „ganz klassisches Wohnprojekt“ werde. „Da gibt es keine soziale Einrichtung als Betreiber, diese Funktion sollen die Bewohner übernehmen. Unser Konzept sieht die Selbstbestimmtheit der Bewohner vor“.

Statt Großfamilie „selbstgewählte Bekanntschaften“

Es werde auch keine Pflegeeinrichtung, betont Zeitler. Hier soll ein familiäres Umfeld geschaffen werden. Was früher die Großfamilie war, die es heute nicht mehr gebe, „sollen dort selbstgewählte Bekanntschaften ersetzen“. Zeitler hofft, dass es dann ein hohes Maß an nachbarschaftlicher Unterstützung Einzug hält. Ein solches Haus sei vom Gemeinschaftssinn geprägt und der Offenheit für das Zusammenleben unterschiedlicher Altersstufen unter einem Dach. Ein solches Projekt könne nur gelingen, wenn Vertrauen als Grundvoraussetzung gegeben sei.

Deshalb sollen sich die Mieter möglichst schon vor dem Einzug kennenlernen. Wir haben schon eine ganze Reihe Anfragen von Mietern aus unseren Gemeindewohnungen, aber auch von anderen Interessenten.

Da das Projekt von der Regierung von Oberbayern gefördert werde, seien die Mieten „absolut sozialverträglich“. Pro Quadratmeter schwanken die Kaltmieten je „nach persönlichem Einkommen zwischen 5,50 und 9,90 Euro“, versichert Zeitler. Interessierte Bürger können sich bereits jetzt im Wiesseer Rathaus melden.


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