Wie die Neureuth-Wirtsleute den Katastrophenfall erlebten

Neun Tage von der Außenwelt abgeschnitten

Der Gasthof Neureuth thront auf 1.200 Metern Höhe. Auf dem Bergrücken über dem Tegernsee ist das Ausflugslokal Stürmen besonders ausgesetzt. Doch was Windbruch und Schnee angerichtet haben, wird erst jetzt nach neun Tagen Abgeschiedenheit deutlich.

Nur über einen kleinen Trampelpfad war die Neureuth erreichbar./ Fotos: Thomas Gigl

Schon der Aufstieg über die Forststraße zeigt die Verwüstungen. Durchtrennte Bäume säumen die hohen Schneemauern am Wegesrand. Wo jetzt wieder gerodelt werden kann, war tagelanges Chaos, wie Thomas Gigl, Wirt auf der Neureuth, gegenüber der Tegernseer Stimme schildert.

„Bereits am 8. Januar fielen zwei große und viele kleine Bäume auf die Straße“. Die etwa 20 kleineren Stämme hätte er selbst zerschneiden können. „Doch beim Sägen der großen Bäume fielen die Wurzelstöcke auf die Fahrbahn“. Diese hätten erst fünf Tage später mit schwerem Gerät beseitigt werden können. Dann erst hätte man vor einer Woche mit dem Fräsen beginnen können. Doch die Steigung bis zur ersten Kurve „hat wirklich brutal ausgschaut“.

Dann sei auch noch sein Traktor in den Schneemassen hängen geblieben. Auch da sei einige Zeit vergangen, bis ihn jemand habe rausziehen können. „So haben wir neun Tage zugehabt“. In dieser Zeit seien sie nur mit Schneeschaufeln beschäftigt gewesen. Der einzige Weg ins Tal: ein kleiner Trampelpfad. Vom Verdienstausfall will Gigl gar nicht reden. Inzwischen kann er eine Naturrodelbahn bieten und das Geschäft brummt wieder.

Neun Tage war die Neureuth von der Außenwelt abgeschnitten. Jetzt genießen wieder viele Rodler und Wanderer den Wintertag. /Fotos: Klaus Wiendl

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