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Auf der höchsten Baustelle im Tegernseer Tal

Neureuth-Kapelle bekommt neues Dach

Im September soll das Kirchlein in neuem Glanz erstrahlen. Dann ist das Dach neu gedeckt, die Lüftlmalerei aufgefrischt und die Wände neu gestrichen. Die Kosten von etwa 15.000 Euro werden durch Spenden finanziert, sagt Neureuth-Wirt Thomas Gigl, der sich um die Renovierung kümmert.

Meinrad Weber auf dem Dach der Neureuth-Kapelle.

Am Wallberg steht eines, am Riederstein auch, ebenso auf der höchsten Erhebung über Tegernsee. Die Rede ist von Kircherln und Kapellen, die Wanderer und Gläubige zum Verweilen einladen. Die Jüngste rund um den Tegernsee steht am 1.264 Metern hoch gelegenen Neureuth-Bergasthaus. Sie wurde am 5. September 1976 eingeweiht.

Letztes Jahr feierte sie 40-jähriges Bestehen. Einer, der sich noch gut an die Erbauung erinnern kann, steht derzeit auf dem Dach, der Tegernseer Zimmerer Meinrad Weber. Damals wie heute nagelt er Holzschindeln auf das Dach, das dringend erneuert werden muss. Er hätte nicht gedacht, ruft Weber vom Dach, dass er dieses in seinem Leben nochmals „aufschindeln“ muss. Doch nahestehende Fichten hätten mit ihren Ästen die Schindeln aufgerieben. Vor 40 Jahren war Weber noch Lehrling, als er mit dem Erbauer des Kircherls, Franz Kiening, die Schindeln aufs Dach nagelte. Heute ist Weber sein eigener Herr und Meister.

Im September ist Bergmesse

„Wir finanzieren das neue Dach und die Renovierung der Kapelle von unserem Spendenkonto“, sagt Wirt Gigl. Auch bei der Stadt Tegernsee liege noch etwas Geld.

Im letzten Jahr, bei der Bergmesse zum 40-jährigen Jubiläum des Kircherls, haben wir zu Spenden aufgerufen.

Gigl rechnet mit Gesamtkosten von bis zu 15.000 Euro. Den Löwenanteil davon würden die neuen Holzschindeln für das Dach verschlingen. Auch die Lüftlmalerei werde nachgezogen und aufgefrischt. Im Preis dabei sei auch ein neuer Anstrich der Kapelle. „Damit sie einfach wieder schön ausschaut“, hofft Gigl. Am 14. September sollen die Arbeiten beendet sein, „dann ist Bergmesse“.

Viele Wanderer verewigen sich

Initiiert hatte den Bau der Tegernseer Franz Kiening. Er war von 1965 bis 1989 Wirt des Gasthauses. Er fand, dass das einstige Bergkreuz durch eine ordentliche Kapelle ersetzt werden sollte. Mit einem Freund zusammen trieb er 35.000 D-Mark an Spenden auf und startete den Bau. Es blieb sogar Geld für die Unterstützung eines Altenheims und eines Kindergartens übrig. 2013 pachtete Thomas Gigl das Wirtshaus von der Stadt Tegernsee.

Seitdem kümmert er sich um die Kapelle. Seit nun mehr als 40 Jahren steht sie zum Schutz vor Weidevieh hinter einem hölzernen Zaun. Ins Auge stechen ihr weiß gekalktes Mauerwerk, das Schindeldach und ihr kleiner Glockenturm. Auf dem Balkon unter dem Vordach steht: „Zum Gedanken der Gefallenen beider Weltkriege“. Über der grün gerahmten Eingangstür zauberte der ehemalige Gmunder Lüftlmaler Anton Keck die Schutzpatronin Bayerns. Den Andachtsraum erhellen zwei Rundbogenfenster. Den Altartisch ziert eine Madonna mit Kind. Knie-Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Ein Eisengitter schützt vor Dieben. Dennoch kam es im vergangenen Jahr zu einer bewussten Beschädigung, wie Gigl berichtet:

Es brannte innen die Holzablage hinter dem Gitter, weil jemand mit Zündhölzern versuchte, ein Feuer zu machen. Zum Glück ist nicht mehr passiert, nur das weiße Tuch verbrannte.

Ansonsten werde die Kapelle „schon sehr pfleglich“ von den Besuchern behandelt, die sich auch gerne im ausgelegten Buch verewigen. „Die größte Kraft des Lebens ist der Dank. Ich sage Danke für den wunderschönen Platz“.

Spenden für die Neureuth-Kapelle sind nach wie vor bei der Raiffeisenbank Gmund: DE72 7016 9383 0040 8469 88 möglich.


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