Nichts muss, alles kann

Von Nicole Kleim

Der Volksfestplatz in Gmund soll schöner werden. Aber wie? Asphalt oder Kies? Camper oder keine? Blumenkübel oder Büsche? Wochenmarkt oder doch lieber Flohmarkt? Die Diskussionen nehmen kein Ende.

Der Volksfestplatz in Gmund soll schöner werden - vor allem wenn das Volksfest nicht statt findet.
Der Volksfestplatz in Gmund soll schöner werden – vor allem wenn das Volksfest nicht stattfindet.

Auf jeden Fall soll der Platz schöner und zweckmäßiger gestaltet werden. So zumindest sieht es der Antrag des Gmunder CSU-Ortsverbandes vor, den der Gemeinderat gestern auf dem Tisch liegen hatte.
Bürgermeister von Preysing (CSU) wies gleich zu Beginn der Sitzung darauf hin, man habe am Tag zuvor mit den Anwohnern über das Thema gesprochen. Das Ergebnis: Eine dreiseitige Auflistung mit Anregungen. Zur Sprache sei unter anderem die Wohnmobil-Problematik gekommen.

Detailplanung für Camper verschoben

Denn im September hatte sich die Gemeinde mit 12:7 Stimmen dafür ausgesprochen, das Wohnen und Parken für Wohnmobile auf dem Volksfestplatz zu erlauben. Ein Schlag für die Anwohner, die vorher schon wegen der zu jeder Tages- und Nachtzeit parkenden Camper auf die Barrikaden gegangen sind. Jetzt sollen Stellplatzflächen verschoben, eine grüne Schallmauer errichtet und Strom- beziehungsweise Wasseranschlüsse errichtet werden.

Dafür müsse man allerdings erst Kostenangebote einholen, sagte von Preysing und schlug deshalb vor, das Thema separat zu behandeln und als Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung im Dezember zu setzen. Inklusive der Thematik zur Einführung eines LKW-Verbots.

100 Jahre alte Viehzuchthalle sanieren oder ausbessern?

Der Antrag des CSU-Ortsverbandes sah weiter vor, die auf dem Volksfestplatz stehende Halle der Viehzuchtgenossenschaft (VZG) Tegernsee neu zu verputzen und zu streichen. Auch der Sockelbereich wäre sanierungsbedürftig. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle stellte der Verband zur Überlegung ebenfalls in den Raum.

Am Volksfestplatz wurde heute der mit Diesel kontaminierte Boden entfernt.
Die Viehzuchthalle auf dem Gmunder Volkfestplatz / Archivbild

Die Anregung sei zwar nicht verkehrt, bemerkte von Preysing, wies aber darauf hin, dass der Pachtvertrag bis 2020 bestehe. Vor allem bauliche Veränderungen seien mit der Viehzuchtgenossenschaft abzusprechen.
Der Zweite Bürgermeister Georg Rabl (FWG) warf ein, die Halle werde als Lagerfläche vom Bauhof genutzt und man sollte sich überlegen, ob man die Halle nur verputzen oder komplett sanieren wolle.

Verschönern, aber wie?

Von Preysing gab die Frage gleich an den VZG-Vorsitzenden Andreas Bartl weiter, der zufällig gestern anwesend war. „Sind größere Maßnahmen – wie beispielsweise Photovoltaik auf dem Dach – überhaupt noch sinnvoll“, wollte von Preysing von ihm wissen. Bartl verneinte:

Die Halle ist 100 Jahre alt, das rentiert sich nicht mehr. Sinnvoll wäre ein komplett anderes Konzept.

Auch Johann Schmid (SPD) war der Meinung, dass sich eine solche Investition nicht mehr rentieren würde: „Man könnte uns sonst vorwerfen, wir schmeißen das Geld zum Fenster raus“. Um den Platz zu verschönern, könne man auch den Sichtschutz vor den Containern beseitigen, die Asphaltdecke beseitigen oder Blumenkübel aufstellen, hieß es weiter.

Aus dem Gespräch mit den Anwohnern hätte sich ergeben, so von Preysing, dass man sich auch einen abnehmbaren Zaun als Abgrenzung zur Straße hin vorstellen könne, um nur eine Zufahrt zu haben. Michael Huber (SPD) befürworte zunächst eine Umsetzung kleinerer Maßnahmen und sprach sich dafür aus, vorab mit der VZG darüber zu verhandeln.

Der Gemeinderat nahm alle Anregungen auf und ging ohne Beschluss zum nächsten Thema über.


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