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Waakirchen und Gmund: Asyl-Wohnungen werden weiter gebaut

Notfalls ohne Geld vom Staat

Von Nicole Kleim

Die Flüchtlingswelle ebbt ab. Die Turnhallen in der Region werden freigemacht, die Traglufthallen gefüllt. Doch was passiert mit den Bauprojekten, die unter dem Eindruck der vielen Asylbewerber auf den Weg gebracht wurden?

Die Bauarbeiten am Buchkogl haben begonnen / Quelle: KU Waakirchen
Die Bauarbeiten am Buchkogl gehen weiter. Bald wird Hebauf gefeiert. / Quelle: KU Waakirchen

Die Regierung von Oberbayern zieht die Bremse. Sowohl beim Bau von neuen Flüchtlingsheimen als auch bei den Notunterkünften wie Turnhallen, die zugunsten größerer Unterbringungseinrichtungen aufgegeben werden. Die Bauarbeiten für neue Asyl-Wohnungen in Schaftlach am Buchkogel beispielsweise sind in vollem Gange, die Gemeinden rechnen mit Zuschüssen seitens der Regierung. Doch was passiert, wenn die Gelder dafür ausbleiben?

Bis zum Herbst sollen am Buchkogl acht rollstuhlgerechte und barrierefreie Sozialwohnungen mit je 52 Quadratmetern entstehen. Zunächst als Wohnraum für Flüchtlinge geplant. Der Vertrag mit dem neu gegründeten Kommunalunternehmen (KU) Waakirchen steht. Chef des Unternehmens, Andreas Hagleitner, lässt weiter bauen und wartet auf die Regierungsentscheidung zu diesem Projekt.

Sollte die Entscheidung für Waakirchen trotz Vertrag negativ ausfallen, so „müsste das Land Bayern wohl Abstandszahlungen leisten“, erklärte Hagleitner vor kurzem. Bislang habe er „weder von der Regierung noch vom Landratsamt weitere Auskünfte erhalten“, teilt er mit und fügt hinzu:

Die Aufträge sind vergeben. Und solange wir nichts anderes hören, wird weitergebaut.

Das zweite Obergeschoss sei fast fertig, berichtet Hagleitner, so dass man bald „Hebauf“ feiern könne. Sollte die zweite Flüchtlingswelle anrollen, so ist er sich sicher, „könne man froh sein, dass wenigstens acht Wohneinheiten da sind.“

Gmund will ebenfalls bauen – notfalls ohne staatliche Förderung

Auch der geplante Neubau von zwei Wohnhäusern in der Hirschbergstrasse in Gmund sind laut Bauamtsleiterin Christine Lang unabhängig von Regierungsentscheidungen zu betrachten. „Die Wohnungen sollen für sozial schwächere Bürger und anerkannte Asylbewerber errichtet werden. Die anerkannten Asylbewerber sind keine „Flüchtlinge“ mehr, sondern Personen wie alle anderen, denen eine Wohnung zusteht.“

Und sie ergänzt: „Die Förderung geht über den Wohnungspakt Bayern. Dieser wurde schon vor der Flüchtlingskrise initiiert – damit soll der dringende Bedarf an „Sozial“-Wohnungen gedeckt werden.“ Ihrer Meinung nach werde die Gemeinde die Wohnungen auch ohne die staatliche Förderung errichten.


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