November-Melancholie am See

von Ursula Weber

Dunkel dräuen die Wolken über dem nun stillen Wasser. Die Blätter am Ufer verlieren von Tag zu Tag mehr an Farbe und bleiben schließlich braun vertrocknet zurück. Die meisten Boote sind inzwischen in ihren Winterquartieren untergekommen und die Stege sind verwaist. Der November hat am See Einzug gehalten.

Freier Blick über den gesamten Tegernsee bis zum Wallberg. / Quelle: Stefan Holtmeier/Lichtbildmanufaktur

Auf den ersten Blick wirkt dieser Monat kahl, grau und irgendwie verlassen. Alle Herbstfeste sind gefeiert, bald ist auch die letzte Leonhardi-Fahrt im Oberland vorbei. Und vor Weihnachten und Silvester gähnt eine ungewohnte Leere, die manchen auch an die schmerzvollen Beschränkungen der vergangenen beiden Jahre erinnern mag.

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Und doch ist es diesmal ganz anders. Denn der November ist eher der schüchterne Bruder des Dezembers, der Ruhe und Einkehr verspricht. Das Leben nimmt sich für ein paar Wochen etwas zurück, bevor es dann mit dem Advent füllig und festlich wird. Es ist gewissermaßen eine leise Einladung, auch selber ein bisschen innezuhalten, der Stille zu lauschen und es in allem, etwas ruhiger angehen zu lassen. Vielleicht auch dazu, nach einem turbulenten Sommer etwas langsamer zu werden und zu seinem eigenen wahren Tempo zurückzufinden …

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