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Fahrgastverband fordert umfassende Aufarbeitung der massiven Winterprobleme

“Nur die BOB einzubestellen genügt nicht”

Heute müssen die Verantwortlichen von BOB und Meridian zum Krisengespräch. Die katastrophalen Zustände während der letzten Wochen führen zu Unmut an allen Fronten. Dem Fahrgastverband PRO BAHN reicht aber ein Gespräch nicht.

Die BOB hatte während der letzten Wochen massive Probleme – das hat jetzt Folgen © Hans Wildermuth

“Die Bahnkunden im südlichen Oberbayern sind massiv verärgert”, weiß Norbert Moy, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Oberbayern, aus zahlreichen Emails frustrierter Fahrgäste, aber auch von der jüngsten Sitzung des Fahrgastbeirats der Bayerische Oberlandbahn (BOB) zu berichten: Insbesondere die Frage, wie Zeitkarteninhaber entschädigt werden können, führe zu heftigen Diskussionen im Gremium.

Ziel müsse es aber sein, solche massiven Ausfälle zu vermeiden. Auch wenn die Öffentlichkeit vor allem die Oberlandbahn ins Visier nimmt, hatten auch die von der Deutschen Bahn befahrenen Strecken Ausfälle in ähnlichem Umfang. Gerade die Strecke Murnau – Oberammergau war im Januar ständig von Ausfällen betroffen, ebenso die Strecken Traunstein – Ruhpolding, Garmisch – Mittenwald, die Außerfernbahn und die Kochelseebahn.

Schlechte Informationspolitik

Nach Beobachtung von PRO BAHN kooperieren Infrastruktur- und Zugbetreiber bei weitem nicht so, wie es für einen robusten Betrieb notwendig wäre. Im wintererprobten Österreich zum Beispiel werden die Strecken schon während des Schneefalls durch permanenten Einsatz einer sogenannten Spurlok freigehalten, um eine Sperrung vorbeugend zu vermeiden. Das gehe nur, wenn Bahnbetreiber und Infrastruktur gemeinsam die Verantwortung übernehmen. Auch die Tegernseebahn habe unter Beweis gestellt, wie man die Auswirkungen minimiert.

Immer wieder von den Fahrgästen kritisiert werden die Informationen über Ausfälle und Verspätungen: Weder bei der S-Bahn, Werdenfelsbahn oder bei der BOB können sich die Fahrgäste bei gravierenden Störungen auf Lautsprecherdurchsagen, Informationen auf Zugzielanzeigern oder in den elektronischen Medien verlassen. Das Problem betrifft offenbar die gesamte Branche.

Auch Politik nicht unschuldig

Auch die Politik habe zum Chaos beigetragen, findet PRO BAHN: Noch immer gebe es keine gesetzliche Regelung wie beim Fernstraßengesetz, die den Rückschnitt gefährdeter Bäume neben den Schienen einfordert, wenn private Eigentümer nicht mitziehen oder Naturschutzbehörden den Rückschnitt verbieten.

“Die Ursachen für das Desaster sind so vielfältig und komplex wie das gesamte System Eisenbahn,” so Norbert Moy abschließend, “das darf aber keine Entschuldigung sein.” PRO BAHN fordert daher eine ganzheitliche und konsequente Aufarbeitung mit allen Beteiligten.

Heute treffen sich wie berichtet die Verantwortlichen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Bayerischen Oberlandbahn und Meridian zu einem Krisengespräch.


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