Unfallschwerpunkt an der Westbank ohne Autobeteiligung

Nur noch Hoffen für Radl-Rennstrecke

Von Martin Calsow

Wer die Westseite des Sees mit Rad nutzt, kennt diese Stelle sehr genau. Vom Ortsende Bad Wiessees bis Kaltenbrunn geht es – gut ausgebaut für Radlfahrer – hoch und runter. Mit dem E-Bike, lange Zeit hippes Gefährt für Frührentner mit Sportwunsch, kann das ein Vergnügen, aber auch ein Risiko bedeuten.

Einer der Unfallschwerpunkte im Landkreis Miesbach. / Quelle: LRA Miesbach

Die Unfallzahlen, die das Landratsamt und die Polizei in Miesbach vor Kurzem vorstellten, verdeutlichen das: Neun Unfälle in einem Jahr auf dem Geh- und Radweg entlang der B 318 zwischen Bad Wiessee und Gmund, drei mit “Personenschaden”. Einer verlief tödlich. Das Besondere am letztgenannten Fall: Das Opfer stürzte mit dem E-Bike ohne Fremdbeteiligung.

Angesichts der neuen Technik, die es selbst ungeübten und unsicheren Fahrern erlaubt, auf dem E-Rad mit über 20 km/h zu fahren, steigt auch das Risiko der Unfälle. Peter Schiffmann, Leiter des Fachbereichs Mobilität im Landratsamt Miesbach, sowie Simon Irger von der Unfallkommission in der Polizeiinspektion Miesbach wiesen darauf hin, dass sie schon Maßnahmen zur Sicherheit eingeleitet hätten.

So “haben wir die Hecken Sträucher an den Rändern des Wegs massiv zurückgestutzt”, erklärte Schiffmann. Simon Irger von der Unfallkommission in der Polizeiinspektion Miesbach wies in diesem Zusammenhang noch einmal dringend darauf hin, dass angesichts der abschüssigen Strecke unbedingt ein Helm zu tragen sei. An einigen Stellen können schnell Geschwindigkeiten über 50 km/h erreicht werden.

Andere Maßnahmen nicht möglich

Da der Weg auch von Spaziergängern intensiv genutzt wird, kann es, so die Polizei, zu gefährlichen Begegnungen kommen. Schiffmann wies in diesem Zusammenhang noch einmal auf “den etwas ungünstigen Wegverlauf an der Bayersäge” hin. Hier sind einerseits zur oder von der Badestelle querende Besucher, Wanderer als auch mitgebrachte Tiere zu beachten. Wer aber von Kaltenbrunn kommend, mit hohem Tempo in diese Zone fährt, riskiert massive Unfallgefahren. Mit staatlichen Eingriffen lässt sich diese Strecke weder entschärfen, noch halten beide Experten das Aufstellen von Warnschildern für zielführend.

Etwas resigniert konnten beide Experten nur auf die Vernunft der Radler und Spaziergänger hoffen und wiederum an die “Nutzung eines Helms” erinnern. Angesichts der rasant steigenden Verkaufszahlen von E-Bikes scheint das ein frommer Wunsch zu bleiben.


Unternehmen aus unserer Region

Die neuesten Artikel

Die Redaktion empfiehlt


Aktuelle Jobangebote aus der Region
Tegernseerstimme

Tegernseerstimme