Parkwahnsinn und kein Ende

Immer mehr Gäste, mit immer mehr Autos strömen in den Landkreis. Diese wollen alle geparkt werden. Auf Gut Kaltenbrunn soll nun ein digitales System “Nicht-Konsumenten” zur Kasse bitten.

Moritz Hardieck (Geschäftsführer Gut Kaltenbrunn) und Florian Hofmann (Avantpark) vor der Info-Tafel mit den neuen Parkregeln am Gmunder Seeufer. / Quelle: Käfer Gut Kaltenbrunn (Facebook)

Vereine und Vertreter der Wirtschaft im Tal propagieren gern das Thema Verkehrswende. Gleichwohl nimmt der Strom der Gäste und Bewohner im Tal nicht ab, die kurzzeitigen Parkraum für ihre Transportmittel suchen. Besonders begehrt sind dabei alle Plätze, die in der Nähe touristischer Hotspots liegen, wie etwa rund um das Gut Kaltenbrunn. Bei Veranstaltungen wie dem “Tag der Blasmusik”, dem “Internationalen Musikfest”, oder bei Unternehmen-Events geht auch schon einmal die Parkfläche aus und die Grünstreifen der Zufahrtsstraßen werden zugestellt.

Gut Kaltenbrunn bittet “Wildparker” zur Kasse

Doch nicht nur dann werden die 150 ausgeschriebenen Parkplätze ein knappes Gut. Schon bei schönem Wetter bleibe oft kaum genug Platz für die Gäste des Käfer-Gutshofes freie Parkmöglichkeiten zu finden, wie es auf der Facebook Seite des Unternehmens heißt:

Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder zu Parkplatzmangel aufgrund von Wildparkern kam, musste eine neue Lösung gefunden werden, die dennoch kundenfreundlich ist und modern umgesetzt werden kann. Gut Kaltenbrunn, Facebook – Unternehmensseite

Die Lösung besteht, informiert das Unternehmen auf dem social-media-Kanal, aus einem digital gesteuerten Parksystem der Münchner Firma Avant. Anders als etwa bei der im Tal weitverbreiteten EasyPark-App sind an den Einfahrtwegen zu den beiden Parkplätzen Kameras installiert. Diese zeichnen die Kennzeichen aller Fahrzeuge auf, die auf das Parkgelände fahren und es wieder verlassen. Datenschutzkonform, wie es heißt. Der Parkende am Gut Kaltenbrunn muss bei dem installierten System erst bei der Ausfahrt an den aufgestellten Parkautomaten tätig werden. Bezahlen müssen nach dem Willen des Unternehmens dann jene, die nicht Gäste im Restaurants und SB-Biergarten waren, oder den Mindestverzehr von 10 Euro pro Fahrzeug nicht erreichen. Auch jene, die trotz höheren Verzehrumsatz länger als die erlaubten drei Stunden das Fahrzeug dort abgestellt haben, werden zur Kasse gebeten.

Für Schwarzparker wird es richtig teuer

Gesteuert wird dieser Nachweis über einen QR-Code, der ab sofort auf jeder Rechnung ausgedruckt wird. Den digitalen Code scannen die Gäste am Parkautomat. Daraufhin können sie den Parkplatz, ohne bezahlen zu müssen, verlassen. Alle anderen, die nur den herrlichen Blick über den Tegernsee genießen wollen, oder einen Spaziergang am Nordufer des Sees unternehmen, müssen zahlen.

Immerhin zwei Euro kostet es, wenn man das Fahrzeug für zwei Stunden dort abstellen möchte – ein Tagesticket liegt bei 10 Euro. Eine Besonderheit des Systems. Es kommt vollkommen ohne Parktickets und Schranken aus. Eine Einladung zum Schwarzparken? Keine schlaue Idee. Der Verstoß gegen die Regeln kostet 40 Euro. Und sie finden dich immer. Das System hat das Kennzeichen und damit den Zugriff auf die Adressdaten des Autobesitzers.

Umkämpfter Markt für Hersteller von Parksystemen

Für das ganze Tal gilt: Mit dem Parken wird immer mehr Geld verdient. Gern über Apps wie Parkster oder Easy-Park. Die großen Anbieter der ausgeklügelten Parklösungen liefern sich talweit einen großen Konkurrenzkampf. Wie sonst nur in den Metropolen, scheint unsere Region einen potenziell hervorragenden und stetig wachsenden Markt zu bieten.

Immerhin wird auch das Parken bei uns immer kostspieliger, wie jüngst in Bad Wiessee. Oder auch in Kreuth, wo das Parkticket zugleich zum Loipenticket erweitert wurde. Wer wissen will, wo, wie und zu welchen Preisen es sich am Tegernsee am besten parken lässt, dem sei die Internetseite des Tegernsee Tourismus empfohlen. Dort findet man die aktuellen Parkplätze (wenn nicht zur Baustelle umfunktioniert), ebenso wie die für jeden Ort am Tegernsee individuell festgelegten Preise pro halber Stunde bis hin zu einem Tag/ Woche.

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