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Parteifreier Kandidat in Gmund

Darum will Peter Horst Bürgermeister werden

Kurz vor Torschluß wirft nun auch, wie berichtet, Peter Horst als parteiloser Kandidat seinen Hut in den Ring zur Wahl des Gmunder Bürgermeisters. Horsts Handicap: er braucht bis Ende der Frist am 15. Januar 120 Unterschriften. Nun nennt er erstmals die Motive hinter seiner Kandidatur.

Peter Horst geht als parteifreier Kandidat an den Start.

Er ist kein Unbekannter in Gmund. Im Dauerclich mit der Gemeinde liegt der Rechtsanwalt Dr. Peter Horst vor allem wegen seiner Rechtsstreitigkeiten um seine Dürnbacher Villa. Zunächst war es seine Absicht, dort Asylbewerber unterzubringen. Dann waren es unerlaubt ausgeführte Grabungen an seinem Haus, um mehr Licht ins dunkle Untergeschoss zu bringen und dieses so bewohnbar machen.

Der Fall kam schließlich vor das Verwaltungsgericht. Doch zum anberaumten Termin vor knapp einem Jahr erschien der Gmunder nicht. Damals schwieg er zu seinen Beweggründen, am Ortstermin des Gerichts nicht teilzunehmen. Dafür erklärt der 60-Jährige nun seine Motive, die hinter der letzte Woche bekanntgewordenen Kandidatur zum Rathauschef stehen. Wie berichtet tritt der amtierende Bürgermeister Georg von Preysing nach 18 Jahren im Amt am 25. Februar nicht mehr an. Nominiert als Kandidaten sind bereits Franz von Preysing (39) für die CSU, Alfons Besel (51) für die Freien Wähler und Johann Schmid (60) für die SPD.

Der „Bürgeranwalt“ positioniert sich

Für den „parteifreien Bürgeranwalt“ Horst ist das Zeitfenster eng. Nur bis 15. Januar um 12 Uhr können sich seine Unterstützer noch im Gmunder Rathaus eintragen lassen. Doch schon hier sieht er „verfassungsrechtliche Bedenken“ als parteifreier Kandidat. „Besondere Sorge“ bereite Horst, dass sich jeder Unterstützer ausweisen, sich also auch „outen muss“.

In Gmund erscheine ihm dies „besonders problematisch“, so Horst in seinem jüngsten Pressetext, „weil Georg von Preysing Gmunder Bürgern mit Nachteilen drohte, wenn sie sich für das Bürgerbegehren gegen den Bebauungsplan für Kaltenbrunn eintragen würden“. Er habe Sorge, so Horst weiter, dass es bei der Kandidatenaufstellung „ähnlich ablaufen könnte, zumal Franz von Preysing, der Sohn des Bürgermeisters, für die CSU kandidiert“.

„Politischer Dornröschenschlaf in Gmund“

120 Unterschriften braucht Horst für seinen Wahlvorschlag „Gmund aktiv – Wir bringen uns ein“. Das Motto der nicht organisierten Wählergruppe:

Wenn mir etwas nicht passt, packe ich es lieber an, anstatt einfach auszusteigen.

Und anpacken will Horst Einiges, sollte er gewählt werden. Mehr Bürgerbeteiligung mit „Transparenz und Fairness“ steht ganz oben auf seiner Agenda. Gmund sei lange im „politischen Dornröschenschlaf“ verharrt. Die niedrigen Wahlbeteiligungen bei den letzten Bürgermeisterwahlen von 36 beziehungsweise 32 Prozent würden für sich sprechen. Mit seinen Unterstützern will Horst Gmund „aktiv mitgestalten“.

Als Beispiel dafür nennt er mehr Fußgängerüberwege und Querungshilfen an der B318 am „Bürgermeisterstrand“ und an Bushaltestellen. Hier sieht er dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu gewährleisten. Ein weiteres Anliegen ist Horst „die Landschaft stärker zu schützen“. Als Kandidat wolle er den Plan einer Arbeitsgruppe im Landratsamt unterstützen, die Kriterien zur Herausnahme von Landschaftsschutzgebieten zu veröffentlichen. „Die gehören auf die Website der Gemeinde“, fordert Horst. „Da wird deutlich, wo wir stehen“.

Wo er nach der Deadline am 15. Januar steht, liegt ganz in den Händen seiner Unterstützer. Zur Einreichung seines Kandidatenvorschlags vor einer Woche in der Gemeinde waren es elf weitere Gmunder. Horst muss also noch kräftig zulegen.


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