Münchner wollen keine 14.000 Euro Fremdenverkehrsbeitrag zahlen
Pfandleihhaus verklagt Wiessee

von Maxi Hartberger

Seit längerem steht der frühere Bayerische Hof am Wiesseer Zentralparkplatz leer. Und keiner weiß auch so Recht, wie es nach dem Verkauf des Gebäudes weitergeht. Durch eine Klage gegen die Gemeinde Bad Wiessee, kommt das „Geisterhaus“ wieder ins Gespräch.

Das Schild steht noch da - geschlossen hat der Bayrische Hof in Wiessee aber schon lange
Das Schild hängt noch – geschlossen hat der Bayerische Hof in Wiessee aber schon lange.

2,09 Millionen Euro – soviel nimmt die Gemeinde Bad Wiessee laut aktuellem Haushaltsplan im Jahr 2016 mit dem Fremdenverkehrs- und Kurbeitrag ein. Diese Beiträge dienen den Wiesseern für die – nach eigener Aussage – Aufwendungen sowie die Förderung des örtlichen Tourismus.

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Doch wer zahlt eigentlich in diesen Tourismus-Topf ein? Im Prinzip alle, die etwas mit dem Fremdenverkehr zu tun haben und daraus einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Also Gastgeber, Hotels, Restaurants – sogar Dienstleister wie Friseure oder der Einzelhandel zahlen einen gewissen Betrag an die Gemeinde.

Wie hoch der zu zahlende Betrag ist, kommt auf den Gewinn, den Netto-Umsatz und den Vorteilssatz des Unternehmens innerhalb eines Jahres an. Auch das Pfandleihhaus München sollte einen Beitrag von knapp 14.000 Euro an die Gemeinde zahlen. Doch wie ein Mitarbeiter erklärt „handelt es sich um einen unberechtigten Beitrag“, so dass das Unternehmen diese Woche vor dem Münchner Verwaltungsgericht gegen die Wiesseer klagt.

Gebäude steht weiterhin leer

Der Grund des Ganzen ist ein Immobilien-Verkauf vor knapp sechs Jahren. Damals war das Gebäude am Zentralparkplatz noch im Besitz der Pfandleihhaus München GmbH. Zu der Zeit sei laut Angaben des Unternehmens auch noch ein Betrieb aktiv gewesen. Durch den Weiterverkauf des Gebäudes setzte die Gemeinde einen Betrag von knapp 14.000 Euro fest – doch das will das Pfandleihhaus nicht akzeptieren.

So erklären die Verantwortlichen, dass besagte Immobilie 2010 an eine Münchner Hausverwaltung verkauft wurde. Seit diesem Verkauf gab es mehrere Pächterwechsel – unter anderem hatten sich ein Möbelgeschäft oder der Bayerische Hof in das Haus eingemietet.

Eine Darstellung, die die Eigentümerin dementiert. Per Email erklärt die Münchnerin, dass es seit ihrer Übernahme des Anwesens im Jahr 2011 keinerlei Pächter- oder Mieterwechsel gegeben habe. Derzeit steht das Gebäude leer. Ob in naher Zukunft in dem weitläufigen Gebäude etwas Neues entsteht, ist derzeit völlig offen.

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