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Umbau zur Almwirtschaft in Bad Wiessee

Pläne für Saurüsselalm stoßen auf heftige Kritik

Von Simon Haslauer

Die Saurüsselalm wird zur Almwirtschaft umgebaut – mitsamt Ziegenstall, Tanzfläche und Steak auf der Karte. Doch es hagelt Kritik von der SGT und dem Verein zum Schutz der Bergwelt.

Die Tanzfläche bei der Saurüsselalm. / Quelle: Verein zum Schutz der Bergwelt e. V.

Die Saurüsselalm in Bad Wiessee wird zur Almwirtschaft – oder zur Eventlocation, befürchtet die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) und der Verein zum Schutz der Bergwelt, wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung betonen. Dafür soll nun die bisher einsam und ruhig jenseits aller Touristenströme gelegene Söllbachaualm auf der anderen Seite des Söllbachtales zu einer Gaststätte mit 120 Plätzen jeweils innen und außen samt Tanzboden im Freien und Ziegenstall zur Attraktion gemacht werden.

Für die Nutzung als Gaststätte benötigt es jedoch eine Genehmigung. Das Miesbacher Landratsamt argumentiert: “Dass es sich um eine privilegierte Gaststätte zur Versorgung von Wanderern handle …“ und weiter: “Lediglich einfache, zur Verpflegung von Wanderern erforderliche Speisen und Getränke dürfen verabreicht werden“.

Entrecote als einfache Verpflegung?

„Auf den 120 Plätzen drinnen und den 120 draußen im Garten bekommt er (der Gast) alles, was er sich auf einer Alm eben wünscht, vom Obadzn über Suppen bis hin zum Kaiserschmarrn. Und wenn er will auch ein Entrecôte“, beschreibt der zukünftige Betreiber der Alm, Martin Frühauf, sein klassisches Alm-Menü gegenüber dem Merkur. Seitens SGT und dem Verein zum Schutz der Bergwelt heißt es darauf:

Hier soll nun die attraktive und idyllische Lage genutzt werden, um eine Eventlocation und gehobene Gastronomie mit insgesamt 240 Plätzen zu etablieren und genau das ist nach der Rechtsprechung nicht privilegiert und damit unzulässig.“

Gleichzeitig fehle es am Erholungsverkehr, der versorgt werden müsse. Der soll ja auch offensichtlich erst mit dem begonnenen Brücken- und Wegebau zur Alm gelenkt werden, argumentieren die Vereine.

Ziegenstall und Tanzboden auf der Saurüsselalm

Gleich neben der Steak-Alm steht mittlerweile auch schon der Ziegenstall mit Parterre und erstem Stock samt Außentreppe und Balkon. Laut Miesbacher LRA handelt es sich dabei jedoch um eine baurechtlich genehmigungsfreie landwirtschaftliche Einrichtung.

Da das Almgebäude aber vollständig in eine Gaststätte umgebaut wurde, fehlt genau dieser landwirtschaftliche Betrieb, der als Betreiber des Ziegenstalls notwendig wäre, argumentieren die Vereine. “Es handelt sich damit um eine nicht genehmigungsfähige Hobbyhaltung”, ist sich die SGT und der Verein zum Schutz der Bergwelt einig.

Der Hobby-Ziegenstall bleibt dabei jedoch nicht das einzige Nebengebäude. Neben einem weiteren Gebäude wurde auch eine Tanzfläche aus dem Boden gestampft – deren Genehmigungssituation den Schutzvereinen ebenfalls unklar sei. Eine landwirtschaftliche Nutzung sei hier schwer vorstellbar – außer die Hobby-Ziegen tanzen den Gästen etwas vor.

Abschließend teilen die Vereine ihre Sorge mit, dass der Umbau der Saurüsselalm zu einem Präzedenzfall werden könne. „Eine Genehmigung der Maßnahmen hätte unabsehbare Bezugsfallwirkungen, da sich jeder Grundeigentümer darauf berufen könnte und vergleichbare Vorhaben nicht mehr verhindert werden könnten.”


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