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Ist der See die Lösung?

Planspiele gegen die Staus im Tal

Von Klaus Wiendl

Noch ist sie im Bundesverkehrswegeplan enthalten: Eine Umgehungsstraße von Moosrain nach Bad Wiessee. Gegen die stimmte bereits der Gmunder Gemeinderat. Nun mussten die Wiesseer auf den Regionalplan reagieren. Dabei wurde auch der See als Verkehrsfläche ins Spiel gebracht.

Der Tegernsee hat ein Verkehrsproblem – ist der See die Lösung?

Nicht nur die Wochenenden zeigen, dass dringendst eine Lösung der Verkehrsprobleme gefunden werden muss. Doch welche? Seit längerem geistert durch den Verkehrswegeplan der Bundesregierung eine Umgehungsstraße von Moosrain, an Gmund vorbei, über Finsterwald, Kaltenbrunn nach Wiessee. Sie würde Gmund deutlich entlasten, aber das Problem ans Westufer in den Kurort verlagern.

Bad Wiessee ist besorgt, so Bürgermeister Peter Höss (Wiesseer Block), weil die Umgehungsstraße noch im Regionalplan „formuliert“ sei. Dies müsse man „ernst nehmen“. Damit der Ernstfall aber nicht eintritt, sei hier eine „konsequente Ablehnung“ des Gemeinderats sinnvoll. Denn die Umgehungsstraße über Finsterwald „löst unsere Verkehrsprobleme nicht, sie werden dadurch nur verlagert“.

Kurt Sareiter (CSU) hält die Gefahr, dass die Umgehungsstraße noch kommen könnte, nicht mehr für groß, da sie auch vom Gmunder Gemeinderat abgelehnt worden sei. Für die „Sendung eines deutlichen Signals“ war aber Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Diese Spange wäre „verhängnisvoll“, daher müsse das Verkehrsproblem im Tal anders gelöst werden.

“Straßenbau erntet Verkehr”

Rolf Neresheimer (ranBW) war überzeugt, dass „Straßenbau Verkehr erntet“. Es müssten Alternativen zur Umgehungsstraße gefunden werden. Beispielsweise, so Neresheimer, eine elektronische Busspur, die den Bussen an Ampeln die Vorfahrt einräumt, „da die Fahrplanzeiten wegen der Staus nicht mehr passen“. Allerdings sei dies nur ein „Hilfsmittel“ zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.

Der Rathauschef verwies darauf, dass es auch im Landkreis „endlich Bewegung“ zu diesem Thema gebe. Miesbach unterstütze nicht nur eine App, sondern ermögliche auch Jugendlichen und Senioren Freifahrten. Um das Problem aber wirklich in den Griff zu bekommen, sei ein zweites Gleis nach Gmund unverzichtbar. Das Schienennetz existiert seit 100 Jahren, „da ist nichts dazu gekommen“.

Klaudia Martini (SPD) plädierte für eigene Busspuren. „Das müssten wir organisieren“. Dafür sollten Straßenräume anders genutzt werden, um solche Busspuren „hinzubekommen“. Diese könnten dann durch ein Verkehrsleitsystem freigeschaltet werden. Und der Bus müsse nicht „400 Meter Stau vor sich herschieben“. Weiter dachte Martini um den See an einen „effektiven Radweg“, auf den alle E-Biker und E-Scooter „verschoben werden könnten“. Notfalls müssten Fahrbahnen verengt oder Fußwege nur auf einer Seite sein. „Da gibt es viele Möglichkeiten, wenn der Platz nicht vorhanden ist“.

Vorfahrt für Busse

Für Ingrid Versen (CSU) werde sich erst dann etwas im Tal ändern, wenn die Busse Vorfahrt haben und „am stehenden Verkehr vorbeifahren können“. Eine eigene Busspur sei „unrealistisch“ entgegnete Neresheimer. „Das schaffen wir nicht“. Florian Sareiter (CSU) erinnerte daran, dass im Tal keine Flächen vorhanden seien, die man „unendlich vergrößern“ könne, um eine Busspur zu integrieren. Wichtig wäre, wenn die Tagesausflügler ihre Fahrzeuge schon vor Gmund auf einem Zentralparkplatz stehen lassen könnten. Und von dort der ÖPNV die Weiterfahrt mit Shuttlebussen ermögliche.

Von einem Zentralparkplatz an der Kreuzstraße war Höß weniger angetan. Stattdessen schlug er den See als Verkehrsfläche vor. „Hier ist aber die Schlösser- und Seenverwaltung nicht auf unserer Seite“, gab Markus Trinkl (Wiesseer Block) zu bedenken. Dies zeige sich daran, dass inzwischen Stege abgebaut würden. Er regte an, dass die Staatsregierung hier mit den Talgemeinden „intensiver zusammenarbeiten“ müsse. Trinkl plädierte für mehr kleinere Boote. Wenn man in Gmund mit dem Schiff nach Rottach „zügig“ durchfahren könne, gebe es doch „nichts Besseres“.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat gegen die Umgehungsstraße aus und verwies „auf die Notwendigkeit der besseren Einbindung des Tegernsees als Verkehrsfläche“.


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