Tegernsee: Verletzter Asylbewerber weiterhin im Krankenhaus

Polizei dementiert Todesgerüchte

Von Nadja Weber

Knapp einen Monat ist es her, seitdem die Polizei zuletzt in die Tegernseer Asylunterkunft gerufen wurde. Am Samstagabend kam es auf dem Sportplatz des Geländes zu einem erneuten Vorfall. In Tegernsee gibt es Gerüchte unter den Anwohnern, der Mann sei schwer verletzt oder sogar verstorben. Doch die Polizei dementiert. 

Asylbewerber spielen Fußball - Heute erscheint die Situation friedlich
Asylbewerber spielen Fußball – Die Situation scheint friedlich

Kaum drei Wochen sind vergangen, seit die Beamten der Polizeiinspektion Bad Wiessee in der Tegernseer Turnhalle streitschlichten mussten. Damals bedrohte ein Nigerianer seine Landsleute mit einer Schere.

Am vergangenen Samstag ereignete sich nun erneut ein gewaltsamer Vorfall. Gegen 21:40 Uhr fand das Sicherheitspersonal einen 24-jährigen Pakistani bewusstlos auf dem Sportplatz. Regungslos lag der Mann mit Kopfverletzungen auf dem Boden.

Besorgniserregende Gerüchte

Gerüchten zufolge soll der Mann schwerverletzt worden sein. Einige Anwohner gingen sogar vom Tod des Asylbewerbers aus und berichteten von einem „leblosen Körper, der beleuchtet auf dem Boden lag.“ Doch Andreas Guske, Pressesprecher der Polizei Oberbayern Süd, dementiert diese Gerüchten und erklärt den großen Ermittlungsaufwand:

Wenn eine regungslos am Boden liegende Person gefunden wird und zunächst nur wenige Hinweise zum Geschehen vorliegen, wird zunächst von einem Gewaltdelikt ausgegangen.

Auch den Einsatz der Kriminalpolizei kann Guske begründen. In solchen Fällen ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kripo die Sachbearbeitung übernimmt, so der Polizeisprecher weiter. Was vor allem daran liege, dass die Polizei gerade bei Einsätzen mit Asylbewerbern präzise vorgeht.

Auch Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes, hat von den Gerüchten gehört. Er weiß allerdings nichts vom vermeintlichen Tod des Pakistani. Nemitz erklärt: „Der Mann wird derzeit noch im Krankenhaus Agatharied wegen Kopfverletzungen behandelt. Wahrscheinlich entstanden diese durch Faustschläge.“ Laut der Polizei habe der Mann nur leichte, oberflächige Verletzungen davongetragen.

Kripo befragt Opfer

Gestern war ein Mitarbeiter der Kriminalpolizei Miesbach im Krankenhaus, um den Asylbewerber zum Geschehen am Samstagabend zu befragen. So soll geklärt werden, ob sich die Vermutung einer Auseinandersetzung unter den Asylbewerbern bewahrheitet. Wie Nemitz erklärt, geht man derzeit nicht von einem rechtsradikalen Übergriff aus.

Doch sicher ausschließen könne man diese Möglichkeit nach aktuellem Ermittlungsstand noch nicht. „Da das Gelände nicht vollständig verriegelt ist, könnten sich Außenstehende theoretisch einen Zugang verschafft haben. Aber die Polizei geht von einer internen Streitigkeit aus“, so Nemitz. Die Kripo ermittelt noch, genauere Erkenntnisse erhofft man sich nach der Befragung des Opfers.

Bei diesem Anblick gingen einige Anwohner vom Tod des am Boden liegenden Asylbewerbers aus. Die Polizei dementiert dieses Gerücht.
Bei diesem Anblick gingen einige Anwohner vom Tod des am Boden liegenden Asylbewerbers aus. Die Polizei dementiert dieses Gerücht.

Derzeit sind 150 Menschen in der alten Turnhalle untergebracht. Aggression und Streit sind bei dieser Situation auf kurz oder lang nur schwer zu vermeiden, meint Guske. Dennoch setzten die Polizeiinspektionen auf intensive Kommunikation mit den Asylbewerbern. „Kommt es zu einer gewaltsamen Handlung, sprechen wir sehr deutlich mit den Urhebern. Sie müssen verstehen, wie das Gesetz in Deutschland funktioniert.“

 

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