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"Wir wissen ziemlich genau, was sich am Tatort abgespielt hat"

Mord in Rottach: Profiler am Werk

Von Robin Schenkewitz

Zweite Ergänzung vom 30. November / 8:26 Uhr
Erst Spürhunde, dann Taucher, jetzt Profiler. Die umfangreichen Ermittlungen rund um den Mord an der Rottacher Boutiquebesitzerin Ursula M. beschäftigt viele Einheiten der Miesbacher und der Münchner Polizei.

Zur Unterstützung der SOKO “Seeblick” arbeiten nun sogenannte Profiler, Spezialisten der operativen Fallanalyse aus dem Polizeipräsidium München, mit. Seit drei Wochen suchen die Beamten nun schon nach dem Täter. Der Ermittlungsdruck steigt.

Täter bisher unbekannt

So ist die Aufgabe der Analytiker auf Basis der gewonnenen kriminalistischen Erkenntnisse anhand von Indizien, Spuren am Tatort und den Umständen der Straftat sowie dem Einbeziehen statistischer Daten mögliche Muster zu erkennen.

Damit erhofft man sich bei der Kripo Miesbach und der 25-köpfigen Sonderkommission weitere Hinweise, die möglicherweise zum bisher noch unbekannten Täter führen könnten, der am Abend des 5. November die 65-jährige Boutiquebesitzerin in ihrer Wohnung in der Rottacher Seestraße getötet hat.

Gegenüber dem Merkur bestätigt Kripo-Chef Johann Schweiger, dass die Fallanalytiker sehr eng mit dem bestehenden Team zusammenarbeiten: “Die haben sämtliches Material von uns bekommen.” Durch die Auswertung können die ermittelnden Beamten möglicherweise zielgerichteter Vorgehen. Vor allem die Eingrenzung des Täterprofils ist meistens das Hauptziel von Profilern.

Ergänzung vom 16. November / 16:33 Uhr
Taucher der Münchner Bereitschaftspolizei hatten in den letzten drei Tagen den Grund des Tegernsees auf Höhe der Rottacher Seestraße 37 abgesucht. Gefunden haben die Beamten dabei zwar einiges – eine EC-Karte, ein vermoostes iPhone oder auch ein Messer. Doch keines der Fundstücke sei am Ende tatrelevant gewesen, wie Polizeisprecher Andreas Guske berichtet.

Dabei gibt es mittlerweile genügend Hinweise, die weiter ausgewertet werden müssen. 25 Mitarbeiter der SOKO “Seeblick” seien dafür derzeit im Einsatz. So hat die Ermittlungsgruppe 200 Einzelspuren, denen nachgegangen wird. “Je nach konkreter Aktion werden die Miesbacher Kollegen dabei von weiteren Beamte unterstützt,” so Guske.

Die Spuren aus dem Tegernsee haben die Ermittler nicht weitergebracht.

Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums bestätigt gegenüber der Münchner Abendzeitung: „Wir wissen inzwischen ziemlich genau, was sich am Tatort abgespielt hat.“ Details verrät aber auch er nicht. Bisher schweigen die Ermittler sogar zu den genauen Umständen, unter denen Ursula M. vor knapp zwei Wochen getötet wurde. “Das ist Täterwissen.”

Dabei sollen die Ermittlungen unvermindert fortgesetzt werden. Eine heiße Spur fehlt jedoch weiterhin. So wie es derzeit aussieht, ist den Beamten ein schneller Erfolg nicht vergönnt. Der Sonderkommission steht vor allem viel Detailarbeit bevor. Unter anderem werde man jetzt am Tatort sichergestellte DNA-Spuren auswerten.

Ursrprünglicher Artikel 14. November mit der Überschrift: “Taucher finden Messer im Tegernsee”

Möglicherweise kommen die Ermittler im Fall der getöteten 65-jährigen Rottacher Boutiquebesitzerin nun den entscheidenden Schritt weiter. Am Mittwoch haben Polizeitaucher der Bereitschaftspolizei München ein Messer im Tegernsee gefunden. Ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt, ist derzeit unklar.

Acht Taucher im Einsatz

Schon den ganzen Morgen suchen die Polizeitaucher der Technischen Einsatzeinheit München (TEE) den Uferbereich gegenüber der Seestraße 37 nach tatrelevanten Gegenständen ab. “Möglicherweise hat der gesuchte Täter die Tatwaffe einfach in den See geworfen,” so einer der Polizeibeamten vor Ort.

50 Minuten sei die maximale Einsatzdauer für die Taucher. Dann müssten sie wieder aus dem Wasser. Ein erneuter Tauchgang am gleichen Tag ist erstmal nicht mehr möglich.

Das sechs Grad kalte Wasser des Tegernsees zehrt. Die Arbeit ist mühselig und personalaufwendig. So sind alleine bis zum Mittag insgesamt acht Taucher im Einsatz. Das Vorgehen entspricht nach Aussagen der Beamten vor Ort reiner Routine:

Genauso wie wir am Donnerstag die Umgebung mit Spürhunden abgesucht haben, sind wir jetzt mit Tauchern vor Ort. Dabei müssen immer zwei gleichzeitig ins Wasser, zur Sicherheit.

Durch eine Leine, die gleichzeitig auch die Sprechverbindung darstellt, sind die Taucher mit ihrem Verbindungsmann am Ufer verbunden. Systematisch wird der Grund abgesucht. Dabei konzentrieren sich die Einsatzkräfte vor allem auf die nähere Umgebung des Tatortes. Innerhalb eines Radius von 500 Metern werde gesucht. Bis zu 15 Metern weit in den See geht es bei den Tauchgängen. Am späten Vormittag können die Taucher dann einen ersten Erfolg vermelden.

“Kein Kommentar zur Tatwaffe”

Per “Telefonleine” teilt einer der Taucher seinen Kollegen an Land einen Fund in der Nähe der Bootsanlegestelle mit. Sofort eilt ein Beamter mit einem Beweisbeutel an das Ufer und nimmt das verfärbte Messer in Empfang.

Eine Einschätzung der Einsatzbeamten vor Ort ist hingehen nicht zu bekommen. “Wir können an dieser Stelle noch nichts zu den gefundenen Gegenständen wie dem Messer sagen und auch nicht kommentieren, ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt,” so einer der Beamten der Bereitschaftspolizei.

Klar ist jedoch, mit dem heutigen Fund werden die Spekulationen um den möglichen Tathergang weiter angeheizt. So hatte die Münchner TZ in einem Artikel berichtet, dass Ursula M. in ihrer Wohnung erstochen worden war. Dagegen ist die Bild-Zeitung davon überzeugt, dass die Boutiquebesitzerin erschlagen wurde.

Die ermittelnde Kriminalpolizei möchte, trotz der aktuellen Entwicklung, diesbezüglich noch keine neuen Angaben machen. „Wir wollen der Arbeit der Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit nicht vorgreifen“, so die Aussage von Pressesprecher Jürgen Thalmeier.

Ob das gefundene Messer nun also tatsächlich auf tödliche Stichverletzungen bei der 65-Jährigen hinweist – wie von der TZ ins Spiel gebracht – bleibt weiter offen. Fest steht derzeit nur, dass es bisher immer noch keinen konkreten Tatverdächtigen gibt: „Der Stand ist auch heute immer noch der selbe, wie gestern,“ so Thalmeier am Telefon.

Das Team der TEE wird übrigens auch noch die nächsten Tage vor Ort sein. Die Seepromenade ist lang, die Arbeit beschwerlich. Es wird also seine Zeit brauchen, bis die Münchner Taucher alles gründlich abgesucht haben.

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Hier noch ein paar Bilder von der Suche der Polizeitaucher


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