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Gmunds skuriler Beitrag zur Öko-Modellregion

Premium-Honig vom Premium-Kreisel

Gmund setzt Zeichen. Es weist den Kreisverkehr in Seeglas als Biosphäre aus. Auf Bienenweiden sollen Bienenvölker angesiedelt werden. So stellt sich Bürgermeister Georg von Preysing den ersten Schritt zur Öko-Modellregion vor, in der regionale Produkte vermarktet werden: Bienenhonig vom Gmunder Kreisel.

Georg von Preysing sieht den Seeglas-Kreisel als potentielles Biotop für Gmunder Honig. Doch wie sehen das die Verbraucher?
Georg von Preysing sieht den Seeglas-Kreisel als potentielles Biotop für Gmunder Honig / Bild: Montage, manu fallwick/Morgan Noguellou/freeimages.com

Man wusste als Beobachter nicht so recht, wie ernst es Georg von Preysing (CSU) mit seiner Idee ist, als es im Gemeinderat um die Bewerbung zur Ökomodellregion ging. Während Marika Kinshofer als Managerin des Miesbacher Oberlands sich mit ihrem Vortrag ins Zeug legte und die Schwierigkeiten aber auch die Vorzüge einer regionalen Vermarktung benannte, kam Gmunds Bürgermeister mit dem Hinweis, dass seine Gemeinde auch mitmache.

Wer aber geglaubt hatte, dass Preysing bereits mit einer „regionalen Schmankerlstraße“ oder zahlreichen „Bio-Milchviehbetrieben“ aufwarten könnte, sah sich getäuscht. Man fange nun ganz klein an. Zum sichtlichen Erstaunen von Kinshofer verwies Preysing auf die Grünfläche im stark umtosten, vor zweieinhalb Jahren eingeweihten Kreisverkehr, die nun als „Bienenweide ausgebildet“ werden soll. “Es muss klar sein, wenn ich eine Bienenweide mache, auf der jeden Monat etwas anderes blüht, dass dies auch von der Bevölkerung akzeptiert wird“, warb Preysing für sein Öko-Projekt.

Zunächst müsse es einmal zuwachsen, „dann probieren wir das“. Bleibt noch die Frage, wen er mit „Volk“ meinte, als er sagte, wenn es vom Volk angenommen wird, dann werden wir so etwas öfters machen“. Dachte der Rathauschef da an seine Bürger oder die erhofften Bienenvölker?

Gmunder Premium-Honig

Zumindest eines davon braucht Preysing für seinen Honig aus dem Kreisverkehr. Während anderswo Bienenstöcke fernab von Stickoxyden, Kohlendioxid, Dieselruß und Reifenabrieb ihren Nektar suchen, tut es für den Gmunder Rathauschef auch die rund eine Million Euro teure Bienenweide, um die bis zu 20.000 Fahrzeuge täglich kreisen. Unbestritten ist unter Imkern und Umweltschützern, dass Bienen Schadstoffe über Wasser und Luft sowie über die Nektar- und Pollenfracht aufnehmen.

Die Analyse des Gmunder Premium-Honigs könnte dann repräsentativ aufzeigen, wie sich die Immissionen rund um den Kreisel auswirken würden. Vielleicht ist dies ja der Hintergedanke von Preysings Bienenkreisel. Statt der Installation einer teuren Luftüberwachung, ein Bienenvolk als Biomonitoring der Schadstoffbelastung. Doch ob Gmund mit diesem Honig groß ins Geschäft als Biovermarkter einsteigen kann, ist fraglich.

Preysing zeigt sich auch nicht so sicher, „das ist der erste Schritt von uns“. Die Anregung dafür stamme vom Imkerverein. Zuletzt hatte Laura Wagner von den Grünen laut über die Bienen im Kreisel nachgedacht. In der Februar-Sitzung plädierte sie für eine naturbelassene Grünfläche. Ihrem Vorschlag folgt nun Preysing: Blumenwiese mit Akzent, so sein Credo. Dass aus diesem Akzent gleich ein Beitrag zur Öko-Modellregion wird, haben wohl die Wenigsten im Gemeinderat am Dienstagabend erwartet.


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