Fischzucht, Aquadome und Bistro wechseln den Betreiber

Preysing angelt sich Wiesseer Fischerei

Klammheimlich vollzog sich zum Jahreswechsel auch ein Generationswechsel bei der Fischerei in Bad Wiessee. Nach Michael Ostermeier ist nun der 30-jährige Christoph von Preysing seit dem 1. Januar für alles zuständig, was sich um den Fisch dreht: für die Fischerei, die Aufzucht, den Aquadome und das angrenzende Bistro.

Für den Fischereimeister aus Tegernsee ist noch einiges neu. Doch Preysing will mit seinem Team manches etwas frischer gestalten. Morgen öffnet das Bistro das erste Mal unter dem neuen Pächter.

Christoph von Preysing übernimmt auch den Fischereibetrieb in Bad Wiessee
Christoph von Preysing übernimmt auch den Fischereibetrieb in Bad Wiessee

„Die zusätzlichen Aufgaben sind für mich und mein Team eine brutale Herausforderung“, räumt der smarte Berufsfischer Preysing ein, da man in Tegernsee schon „ziemlich vorgelegt“ habe. „Jetzt schauen die Leute auf uns, positiv wie negativ. Manches wird sich in Wiessee aber verändern, jeder hat seinen eigenen Stil“, so Preysing.

Verschiedene Besitzer

Dennoch hofft das Vier-Mann-Team um Preysing auf weitere Tipps von Ostermeier, der seit 43 Jahren in der Fischerei tätig ist. Er wird im Hintergrund arbeiten und die jungen Kollegen beraten. „Ostermeier bleibt Oberpächter, und ich steige als Unterpächter ein“, erklärt Preysing die Zuständigkeiten. Der Pachtgeber aber sei die Schlösser- und Seenverwaltung. Die Fischzucht in Kreuth sowie das Fischgeschäft in Tegernsee gehören dagegen Herzog Max Emanuel von Bayern.

Die Fischzucht in Bad Wiessee wiederum untersteht dem Bezirk von Oberbayern. Bistro und Aquadome sind im Besitz der Gemeinde. Der Fischwirtschaftsmeister muss sich in seiner neuen Aufgabe aber erst noch bewähren:

In einer Art Probezeit von zwei bis drei Jahren wird sich zeigen, ob wir fähig sind, das Fischbruthaus zu bewältigen.

Denn es gehe nicht nur darum, viel aus dem See herauszuholen. Das Wichtigste seien der Besatz und Erhalt der Fischbestände von Seeforellen, Saiblingen und Renken. „Als Mitpächter muss ich hier im Fischhaus wohnen“, erklärt Preysing seinen Umzug von Kreuth nach Bad Wiessee, „denn die Brut muss rund um die Uhr betreut werden. Dazu gehört Fische füttern und Eier auslesen. Allein schon wenn der Strom ausfällt, kann die Arbeit eines ganzen Jahres vernichtet werden.“

Preysing ist künftig auch für die Zucht zuständig
Preysing ist künftig auch für das Bruthaus zuständig

Das Team Preysing muss auch das größte Süßwasseraquarium Bayerns betreuen und sauber halten. Denn der Aquadome sei mit seinen 20 heimischen Fischarten in 60.000 Litern Seewasser vor allem für Kinder und Touristen ein Magnet.
 
Überzeugt davon, dass Christoph von Preysing die zusätzliche Aufgabe stemmt, ist Ulrich Wunner vom Bezirk Oberbayern: „Die Fischerei Tegernsee ist seit 15 Jahren ein Erfolgsmodell, das bei Preysing in guten Händen ist.“

Viele Ideen für das Bistro

Allein im Bistro wird es Veränderungen geben, vor allem auf der Speisekarte. Zwar soll es auch weiterhin nur Seefische oder Fische aus der Zucht geben, doch die Fischvariationen wolle man mit eigenen Kreationen etwas verändern. „Zum Beispiel den Saibling auf Matjesart, der sehr gut ankommt“, versichert Preysing. Man werde zudem mit verschiedenen hochdekorierten Köchen zusammenarbeiten, die vierteljährlich ein Fischgericht kreieren.

Einen Namen nennt Preysing schon: Walter Leufen, den Küchendirektor des Seehotels Überfahrt. „Er wird eine Tegernseer Fischsuppe entwerfen. Aber dennoch wollen wir aus dem Bistro keinen Luxusgourmettempel machen, sondern familienfreundlich bleiben“, so Preysing. Sie seien ein sehr junges Team und wollten eben manches etwas frischer gestalten. Vorerst geben sie sich allerdings noch bescheiden: Mit der Eröffnung des Bistros am 3. Januar werde die Speisekarte etwas kleiner ausfallen. „Bis sich die neue Mannschaft eingespielt hat“, hofft Preysing.

Für seinen „gnadenlosen Job“ hat Christoph von Preysing allerdings eine bestmögliche Entschädigung: Von seiner neuen Dienstwohnung im Fischhaus hat er einen fantastischen Seeblick. Er weiß also, wofür er sich abrackert.


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