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Holzkirchner Südumfahrung spaltet die Gemüter

„Pro Umfahrung“: Befürworter bekommen eine Stimme

Von Maxi Hartberger

Die geplante Südumgehung sorgt seit Monaten für Diskussionsstoff. So versuchen zwei Initiativen das Projekt unter anderem mit Unterschriftenaktionen zu verhindern.

Doch neuerdings findet sich in einigen Holzkirchner Briefkästen ein Schreiben. Nach den Gegnern will jetzt CSU-Gemeinderat Albert Kraml den Befürwortern der Umgehungsstraße eine Stimme geben. Und das muss nicht unbedingt die Südumfahrung sein.

Gegen die Umgehung haben sich in den vergangenen Monaten verschiedenen Gruppierungen ausgesprochen / Bild: hartpenning-muckt-auf.de
Gegen die Umgehung haben sich in den vergangenen Monaten verschiedenen Gruppierungen ausgesprochen. Nun melden sich auch die Befürworter zu Wort / Bild: hartpenning-muckt-auf.de

Das Ziel der Südspange ist für Befürworter sowie Gegner nachvollziehbar: Die Verkehrsbelastung soll gemindert werden. Doch in der Umsetzung sind beide Seiten sehr unterschiedlicher Meinung. Der Pressesprecher von „Hartpenning muckt auf!“ Karsten Hense hat bei einer der Unterschriftensammlungen auf dem Markplatz in Holzkirchen die Meinung der Gegner erklärt:

Die Südspange lehnen wir ab. Sowohl aus Naturschutzgründen als auch aus einem nicht vorhandenen Entlastungspotential.

Eine Südspange, so Hense in einer aktuellen Stellungnahme, kann und wird die Münchner Straße in Holzkirchen nicht entlasten. Das habe auch der Chef des Rosenheimer Straßenbauamtes Claus Peter Olk beim Runden Tisch in Waakirchen ausdrücklich klar gestellt.

An den vergangenen beiden Samstagen informierten die beiden Gegen-Initiativen die Bürger auf dem Holzkirchner Marktplatz über die Nachteile der Umgehungsstraße. Dabei sei der Zuspruch sehr groß gewesen. Die Unterschriftenlisten wurden fast vollständig ausgefüllt, wie die Verantwortlichen betonen.

Gegner machen mobil

Doch nun erscheinen auch die Befürworter einer südlichen Umgehung auf der Bildfläche. Albert Kraml, Konditor und Holzkirchner CSU-Gemeinderat, möchte den Anwohnern der Tegernseer, Münchner, Miesbacher und Tölzer Straße eine Möglichkeit geben, ihre Meinung zu dem viel diskutierten Thema zu äußern. Dazu hat er ein Schreiben aufgesetzt, in dem die Befürworter dazu aufgerufen werden, Argumente pro Südumgehung aufzuschreiben.

In der nächsten Gemeinderatssitzung wolle er dann die Meinungen vor dem Gremium vortragen. Dabei kennt Kraml das Verkehrsproblem nur zu gut aus persönlicher Erfahrung:

Ich wohne selbst an der Münchner Straße und bekomme den Verkehrswahnsinn tagtäglich selbst mit. Da muss etwas getan werden.

Wie Kraml auf Nachfrage gegenüber der Holzkirchner Stimme erklärt, steckt die Initiative „Pro Umgehungsstraße“ noch in der Anfangsphase. Dennoch erhalte er jede Menge E-Mails, Anrufe und vor allem positive Rückmeldung von Familien und anderen Einheimischen, die an den Hauptstraßen wohnen und arbeiten.

Gegner und Befürworter diskutieren über das Für und Wider einer Südspange.
Gegner und Befürworter diskutieren am Holzkirchner Marktplatz über das Für und Wider einer Südspange.

Dennoch verstehe er auch die Meinung der Gegner, nachdem er sich mit den Verantwortlichen von „Hartpenning muckt auf“ und „Stop Südumgehung“ unterhalten hat:

Ich denke, die Südumgehung ist nicht die beste Lösung. Ich habe den Eindruck, dass auch einige der Gegner für die ortsferne Umgehungsstraße waren. Diese Möglichkeit wurde uns aber genommen.

Bei dieser ortsfernen Umgehungsstraße handelt es sich um einen vor drei Jahren entstandenen Plan für eine neue Route, um die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt von Holzkirchen und den weiteren Ortschaften zu mindern. Damals ging die Straßenbauverwaltung mit einer konkreten Planung für eine ortsferne Südumgehung in die Vorbereitungen zu einem Planfeststellungsverfahren. Die zuständigen Behörden stellten jedoch fest, dass der Trassenverlauf nicht genehmigungsfähig war.

Kraml stellt eindeutig fest, dass „wir uns damit nicht zufrieden geben wollen.“ Es müsse eine alternative Lösung zu der derzeit diskutierten Trasse geben. Im Laufe der Woche möchte er sich deshalb mit anderen Befürwortern zusammen setzen, um über die Umgehungsstraße zu sprechen. „Eventuell werden wir auch einen Verein gründen, aber das alles muss vorher mit der Gemeinde abgestimmt sein.“

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