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Schildbürgerstreich des Wasserwirtschaftamts?

Radler an der Rottach sollen verbannt werden

Von Klaus Wiendl

„Fassungslosigkeit“ erfasste den Tegernseer Stadtrat, als er vernahm, dass der neue Rottach-Dammweg für Radfahrer gesperrt werden soll. Grund ist die „schwachsinnige Planung“ des Wasserwirtschatsamt. Denn der Millionen-Damm wurde schlicht zu eng angelegt. Was nun?

Der Dammweg entlang der Rottach wurde zu eng geplant. / Quelle: Klaus Wiendl

Derzeit wird entlang der 1,3 Kilometer langen Strecke zwischen der Tuftenbrücke beim Sportplatz Birkenmoos und der Brücke an der Bundesstraße die Deichkrone der Rottach um durchschnittlich 50 Zentimeter über dem jetzigen Niveau erhöht. Damit haben Anwohner künftig besseren Schutz bei Hochwasser. Zudem wird die Felitzerbrücke erneuert. Sie steht dann nur noch Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung.

Die Stadt Tegernsee und die Gemeinde Rottach-Egern teilen sich die Kosten von 4,3 Millionen Euro. 30 Prozent der Kosten müssen die Stadt Tegernsee und die Gemeinde Rottach-Egern schultern – je nach Anzahl der betroffenen Grundstücke zu beiden Seiten. 88 sind es auf Rottacher Flur, 23 auf Tegernseer Seite.

Doch blickt man auf die bisherigen Fertigstellungen des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim (WAA), so fällt der schmale Weg beidseits der Rottach auf der Dammkrone auf. Doch nicht genug. Es würden auch Sicherungsmaßnahmen wie eine Absturzsicherung durch Geländer, Leitern aus dem Flussbett und Rettungsringe fehlen. Die Krönung der Absurditäten aber war für die Stadträte unisono, dass künftig Radler vom Dammweg verbannt werden und wieder auf die Straßen sollen. So die Forderung des WAA. Obwohl der Radweg auf dem Damm stark frequentiert und auf Tourenkarten als solcher ausgewiesen ist.

Denn, so die Begründung von Bauamtsleiterin Bettina Koch, aus Sicherheitsgründen verlange die Straßenverkehrsordnung für gemeinsame Geh- und Radwege eine Mindestbreite von 2,50 Metern. Die hat der neue Dammweg nicht. Das WWA legte ihn nur mit einer Breite von 1,80 Meter an. Damit würde durch das hohe Aufkommen von E-Bikern die Problematik der gemeinsamen Nutzung noch verschärft werden.

“Schwachsinnige Planung”

Für Peter Schiffmann (SPD), im Landratsamt als Fachbereichsleiter zuständig für die Mobilität im weitesten Sinne, ist das eine „schwachsinnige Planung“ des WWA. Da werde Jahrzehnte lang an der Erhöhung der Deichkrone geplant und dann komme so etwas zustande. „Langsam wird es lächerlich“, mokierte sich Experte Schiffmann. Wenn schon, könne er sich für die Radfahrer eine Einbahnregelung vorstellen. Links rauf entlang der Rottach, rechts runter.

Mit dem Rettungsring machen wir uns lächerlich.

Als Ersatz eines Handlaufs entlang der Neubaustrecke empfahl Schiffmann voller Sarkasmus gleich einen Bretterzaun, „weil‘s eh schon wurscht ist“. Mit der „Fassung rang“ Norbert Schußmann (CSU) angesichts des Radlerverbots. „Ich frage mich, wo wir leben“. Statt eines Geländers plädierte er für Steintreppen in der Uferbefestigung, damit man im Notfall wieder aus dem Bachbett gelange. Auch Fraktionskollege Rudolf Gritsch „regte sich“ über die Beschränkungen auf. Die Ausweichroute über den Ludwig-Thoma-Straße sei wegen der unübersichtlichen Kurven ungeeignet.

„Fassungslosigkeit“ über die beengte Ausführung des Dammwegs erfasste auch Thomas Mandl (SPD). Denn „durch die erhöhte Geschwindigkeit der E-Biker“ sei ein Konflikt vor allem mit Hundebesitzern programmiert. Damit es nicht dazu kommt, soll das WWA eine Absturzsicherung mit einer Höhe von 1,30 Meter schaffen.

Weiter soll nicht nur eine Regelung für eine einseitige Nutzung des Dammwegs für Radfahrer, eine Einbahn-Regelung geprüft werden, sondern auch ein sicherer Ausstieg aus dem Flußbett. Dieser sei statt mit einer Leiter auch mit Steinen möglich. Der Stadtrat räumte dem WAA eine Frist bis Oktober ein. Dann soll dessen Konzept vorgestellt werden und ein Beschluss erfolgen.


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