RDR-Chef will Lösung für Lederer

von Steffen Greschner

Seit Jahren steht das Hotel Lederer leer. Vor zwei Jahren kaufte es die Grünwalder RDR Metropol-Portfolio-München GmbH & Co.KG für 6,2 Millionen Euro von Josef Lederer. Seither ist auf dem Areal nichts passiert.

Viele dachten, die RDR unter ihrem Geschäftsführer Carsten Riecke spekuliert vor allem auf einen hohen Erlös über den Weiterverkauf an Wiessees Wunschinvestor Thomas Strüngmann. Doch im Hintergrund hat Riecke scheinbar eifrig Strippen gezogen. Laut seiner Sicht ist eine Lösung für das Lederer-Areal in greifbarer Nähe.

Das Hotel Lederer steht seit Jahren leer.
Das Hotel Lederer steht seit Jahren leer. Nur der frühere Eigentümer Josef Lederer wohnt in dem Haus.

Bereits am Dienstag hatte sich Riecke in einem Schreiben an die 16 Wiesseer Gemeinderäte gewandt. So sei es RDR gelungen, mit der Hurler Unternehmensgruppe eine Partnerschaft einzugehen, die eine sinnvolle zukünftige Nutzung des Grundstücks möglich macht.

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Ziel wird es sein, sehr zeitnah und in enger Abstimmung mit der Gemeinde Bad Wiessee das Lederer-Grundstück zu entwickeln.

Laut Riecke will die Familie Hurler Teile des Hotels als Unterbringung für maximal 50 Angestellte des Hotels Überfahrt nutzen. Für diese Zwischenlösung braucht es jedoch eine Nutzungsänderung, mit der sich der Gemeinderat am kommenden Dienstag näher befassen möchte.

Gegenüber dem Merkur macht Bürgermeister Peter Höß klar, dagegen stimmen zu wollen. Bereits jetzt, fünf Tage vor der Abstimmung, weiß Höß scheinbar auch wie die anderen Gemeinderäte votieren werden. “Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Gemeinderat diesen Weg mit begleitet,“ so die Einschätzung des Rathaus-Chefs zur Anfrage von RDR. Laut Höß sei es demzufolge kaum möglich an einer so exponierten Stelle direkt am Seeufer Personalwohnungen zuzulassen.

Strüngmann als Wiessees Wunschpartner

Nach der Versteigerung: Peter Höß und Thomas Strüngmann im Amtsgericht Wolfratshausen

Das kommt insofern nicht überraschend, als dass der Wiesseer Bürgermeister immer wieder klargestellt hatte, was und vor allem mit wem er sich eine neue Nutzung für das 18.000 Quadratmeter große, prominent gelegene Grundstück vorstellen kann.

Bereits 2011 hatte sich die Gemeinde früh auf Thomas Strüngmann als bestmöglichen Käufer des Lederer-Geländes und vor allem des danebenliegenden Spielbankareals festgelegt.

Doch am Ende kam es anders: Josef Lederer verkaufte sein Haus und das Grundstück kurz vor der entscheidenden Zwangsversteigerung an die RDR. Strüngmann ging damals zwar leer aus, sicherte sich aber ein Jahr später rund 13.000 Quadratmeter Grund, das direkt an das Lederer-Areal anschließt.

Dass RDR ihre etwas unüberlegte Neuerwerbung gerne an Strüngmann weiterreichen wollte, war ebenfalls ein offenes Geheimnis. Doch Riecke machte früh klar, dass das wiederum nur über einen guten Preis zu realisieren sei. Gegenüber der TS stellte er im Dezember 2012 fest:

Die Gemeinde war mit Herrn Strüngmann sehr weit und er ist immer noch ein Wunschpartner. Wenn jetzt aber eine Situation entstehen würde, bei der es heißt, wir bieten den Grundstücksankaufspreis plus der Nebenkosten und der Betriebskosten, die bislang entstanden sind, dann würden wir uns nicht dagegen stemmen. Eine halbe Million mehr reicht allerdings nicht aus. Es geht schon eher in Richtung einer Million zusätzlich, die Strüngmann heute zahlen müsste.

Ein Ansatz, der bei dem Hexal-Gründer scheinbar nicht so gut ankam. Bisher hat sich zumindest keine Lösung gefunden. So dürften die beiden Seiten, was den Preis des Lederer-Grundstücks angeht, rund 1,5 bis 2 Millionen Euro auseinander liegen. Denn Strüngmann betonte ebenfalls immer wieder, dass er kaum gewillt sei einen höheren Preis zu bezahlen, als das Areal im November 2011 wert war.

Zumindest die RDR hat aus dem Grund nun ihre Konsequenzen gezogen, und wie Riecke in seinem Schreiben an die Gemeinderäte erklärt, die Verhandlungen mit Strüngmann erstmal abgebrochen. Man wolle damit vor allem “die Situation des gegenseitigen Sperrens durchbrechen” und sich auf die Weiterentwicklung des Areals konzentrieren um eine “gestalterisch schöne Lösung zu realisieren”. Das Hauptthema soll ein Hotel sein, so Riecke. Und die Entwicklung des ganzen soll mit dem neuen Partner Hurler – einem erfahrenen Hotelentwickler – über die Bühne gehen.

Wie der Wiesseer Gemeinderat dagegen zu der Zwischenlösung “Personalhaus” steht, wird man erst am 15. Januar sehen. Zwar tagt das Gremium bereits einen Tag vorher, allerdings in nicht-öffentlicher Sitzung.

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