Unbekannter verstümmelt Stute in Waakirchen

Reaktionen auf Pferdemissbrauch im Tal

Von Maxi Hartberger

Schockierende Nachrichten für alle Pferdebesitzer: Vor wenigen Tagen wurde eine Stute in Waakirchen schwer im Genitalbereich verletzt. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Wie reagieren Pferdebesitzer und Tierschützer?

Anfang des Jahres kam es in Kochel am See zu einem ähnlichen Fall. / Bild: Quelle: Stephan Jobsky
Anfang des Jahres kam es in Kochel am See zu einem ähnlichen Fall. / Bild: Quelle: Stephan Jobsky

„Dass ein Tier so schlimm verstümmelt wird, habe ich noch nie erlebt“, erklärt Markus Glanz, Tierheimleiter in Rottach-Egern. Die Rede ist von einem Fall, der sich erst vor wenigen Tagen ereignete: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde im Gemeindegebiet Waakirchen eine Stute schwer an den Genitalien verletzt. Der unbekannte Täter schnitt ihr außerdem den Schweif ab.

Erst im vergangenen Jahr kam es im Landkreis Miesbach zu zwei ähnlichen Fällen von Pferdeschändung: Kurz vor Weihnachten entdeckte Hubert Hinterholzer auf seinem Kammerloher Hof in Waakirchen, dass drei Stuten die Schweife abgeschnitten wurden. Er habe danach Kameras installiert, „doch man ist immer irgendwie in Sorge“, meint er.

Stuten schwer misshandelt

Denn nicht nur die Verstümmelung im Genitalbereich, auch das komplette Entfernen der Schweife bedeutet große Schmerzen für die Tiere, da ähnlich wie bei einem Hund auch im Schweif Nervenbahnen verlaufen. „Durch die höllischen Schmerzen hat das natürlich auch einen großen Einfluss auf die Psyche der Pferde“, so Glanz. Auch andere Pferdehofbesitzer im Umkreis sind alarmiert. Die Besitzerin der verletzten Stute zeigt sich schockiert von den jüngsten Ereignissen in ihrer Gemeinde:

So etwas ist wirklich beunruhigend, das hab ich noch nie erlebt. Nach so einer Nachricht hält man als Pferdebesitzerin sofort Augen und Ohren offen.

Schon im Sommer 2015 ereignete sich ein schockierender Fall in Warngau – Eine ältere Stute wurde mit einem Messer so schwer am Genitalbereich verletzt, dass sie eingeschläfert werden musste. Im November wurde der Fall dann ungelöst von der zuständigen Polizei ad acta gelegt.

Auch der Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen blieb nicht verschont: Zwei Pferde mit Stichwunden im Genitalbereich und ein Pferd mit schweren Schlagverletzungen wurden auf einem Hof gefunden. Ob es sich um denselben Pferdeschänder handelt ist bisher noch unklar. Doch klar ist, dass nun auch ein Tierquäler im Tal sein Unwesen treibt.

Achtsamkeit und Kameras gegen Tierquälerei

Die Wiesseer Beamten bestätigen derweil, dass die Stute in Waakirchen noch vor Ort von einer Tierärztin behandelt wurde und nun wohl auf sei: „Sie wird keine bleibenden Schäden davontragen“, so ein Ermittler der Polizei. Bisher könne man noch nicht sagen, ob dieser Fall mit den vorhergehenden Fällen in Verbindung gebracht werden kann. Die Ermittlungen laufen.

Glanz vom Tierheim ermahnt abschließend, dass das Wichtigste in so einer Situation sei, in keine Hysterie zu verfallen. „Pferdebesitzer müssen auf dieses Vergehen aufmerksam gemacht werden und Leute sollten verschärft aufpassen, aber Panik darf nicht ausbrechen.“ Glanz rät dennoch zum Installieren einer Kamera „oder zumindest ein Schild, dass der Hof kameraüberwacht ist.“ Abschreckung sei immer gut.


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