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Wiesseer Rettungszentrum: Nun müssen die Gemeinden einspringen

BRK fehlen 400.000 Euro

Von Christopher Horn

Mitte Mai 2013 wurde das neue Katastrophen- und Hilfeleistungszentrumin Bad Wiessee feierlich eingeweiht. Gut 1,7 Millionen Euro hat das komplette Gebäude, das nun von Feuerwehr und BRK genutzt wird, gekostet.

Wie jetzt bekannt wurde, kämpft das BRK mit einer großen Finanzierungslücke. Trotz diverser Spenden fehlen immer noch 400.000 Euro. Nun bittet man die Talgemeinden um Unterstützung.

Der Bau des neuen BRK-Rettungszentrums ist mit 400.000 Euro teurer geworden als gedacht
Zur Finanzierung des neuen Katastrophen- und Hilfeleistungszentrum muss das BRK noch 400.000 Euro auftreiben.

Die Gemeinde Bad Wiessee hat ein Katastrophen- und Hilfeleistungszentrum errichtet. Über zwei Stockwerke verteilen sich die Räumlichkeiten. Davon „gehören“ 950 Quadratmeter der Wiesseer Feuerwehr. 690 Quadratmeter sind für das Rote Kreuz reserviert. Die Geschossfläche beläuft sich auf etwa 1.640 Quadratmeter.

Hier sind nun alle Einsatzfahrzeuge untergebracht, es stehen ausreichend Räume zur Verfügung – auch für die Jugendarbeit. Damit das BRK seinen Anteil in Höhe von 970.000 Euro stemmen kann, war und ist man auf Spenden angewiesen. So übergab alleine die Hubertus Altgellt Stiftung dem BRK im Mai 2013 eine Summe in Höhe von 390.000 Euro, die über drei Jahre hinweg ausgezahlt wird.

Fehlbetrag auf 400.000 Euro gestiegen

Doch schon damals war klar, dass das allein nicht reichen würde, um den finanziellen Aufwand zu decken. Jetzt steht fest: dem BRK fehlen insgesamt 400.000 Euro. Aus diesem Grund hat man sich nun mit einem Spendenaufruf an die Gemeinden im Tegernseer Tal gewendet. Der Gmunder Gemeinderat machte gestern schon mal 10.000 Euro zur Unterstützung locker.

Zudem wurde zwischen den Talbürgermeistern vereinbart, dass auch die anderen Kommunen im Tal ihren Beitrag leisten. Rottach und Tegernsee und Kreuth sollen ebenfalls 10.000 Euro geben, Bad Wiessee 5.000 Euro. „Es ist gut für das Tegernseer Tal, dass es dieses Rettungszentrum gibt, daher sollten wir Solidarität mit dem BRK zeigen“, betonte Bürgermeister Georg von Preysing auf der gestrigen Gemeinderatssitzung in Gmund.

Die Gmunder Gemeinderäte signalisierten dann auch ihre Bereitschaft, das Rote Kreuz zu unterstützen, kritisierten das BRK für diese unliebsame Überraschung aber scharf: „Wenn es sich hier um eine Lücke von 400.000 Euro handelt, ist man wohl zu blauäugig an die Planung herangegangen. Die Verantwortlichen des BRK sollten sich schon fragen, wie dass passieren konnte“, so Gmunds Zweiter Bürgermeister Georg Rabl (Freie Wähler). Er forderte daher eine Erklärung. Solche Fehler dürften einfach nicht passieren, so Rabl.

BRK muss ohne Fördergelder auskommen

Der Kreuther Bürgermeister und BRK-Kreisvorsitzende Josef Bierschneider erklärt heute auf Nachfrage, wie es zu der Finanzierungslücke gekommen ist: „Bei der ursprünglichen Planung der Finanzierung ist man von 220.000 Euro ausgegangen, die über Kredit finanziert werden müssen. Da wir aber weniger Spenden als gedacht erhalten haben und die Baukosten gestiegen sind, ist der Betrag nun leider auf 400.000 Euro angewachsen“, so Bierschneider. 

Ausrüstung
Das neue Rettungszentrum soll helfen, den Katastrophenschutz zu gewährleisten

Bei der Finanzierung des Gebäudes musste das BRK dabei vollständig ohne Fördergelder des Freistaates Bayern auskommen. „Das ist eine gesetzliche Regelung. Laut Satzung hat das BRK die Aufgabe, den Katastrophenschutz zu gewährleisten, und daher hält sich der Freistaat hier mit einer Unterstützung zurück“, erklärt Bierschneider. 

Für das BRK sei das schwierig, weil solche Vorhaben eben nur über Spenden zu stemmen seien. Man habe zudem alles versucht, staatliche Mittel zu bekommen, aber leider keinen Erfolg gehabt, so der BRK-Kreisvorsitzende weiter.

„Es wurde nicht falsch geplant“

Den Vorwurf, man habe bei dem Bau zu blauäugig geplant, wies Bierschneider indes entschieden zurück:

Bei einem Bau kommen leider immer Kosten hinzu, die man so nicht von Anfang an einkalkulieren kann. Durch die gute Konjunktur haben die Firmen letztlich auch höhere Preise verlangt.

Außerdem seien die Materialkosten gestiegen. Bierschneider verwies allerdings auch auf den wichtigen Beitrag, den das Bayerische Rote Kreuz im Tal mit dem neuen Katastrophen- und Hilfeleistungszentrum leistet. Man erbringe hier eine Leistung für die Allgemeinheit, so der Kreisvorsitzende.

So sind dort unter anderem die Einsatzfahrzeuge, aber auch die Gerätschaften für Notfälle an einem Ort untergebracht. Es stehen zudem Räumlichkeiten für Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Diese Möglichkeiten fehlten zuvor. Deshalb hält Bierschneider die Kritik an einer blauäugigen Herangehensweise für unangebracht:

Wir haben sicherlich nicht falsch geplant. Wir haben geschaut, dass wir so kostengünstig wie möglich bauen, und haben daher auf viele Anschaffungen verzichtet.

Er hofft nun, dass weitere Spender für das BRK gewonnen werden können. Aus diesem Grund verteilen ehrenamtliche Helfer schon seit Wochen Spendenbriefe im Tegernseer Tal. Zudem spreche man laut Bierschneider auch potenzielle Großspender erneut an, um diese um Unterstützung zu bitten. Aus diesem Grund zeigte er sich auch zuversichtlich, die nötigen Gelder beschaffen zu können. Gelingt das nicht, muss man den Fehlbetrag jedoch über einen Kredit finanzieren.

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