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Intensivpflegeeinrichtung über Tegernseer Lidl genehmigt

„Rollstühle und Einkaufswagen“

Die beantragte Nutzungsänderung brachte Licht in das verwaiste Obergeschoss des Lidl-Discounters in Tegernsee-Süd. Der Bauausschuss hatte über eine Intensivpflegeeinrichtung und über die Verlegung der Einkaufswagenanlage zu entscheiden. 

Einst waren hier Wohnungen geplant. Nun soll in den Räumen eine ambulante Wohngemeinschaft einziehen.

Seit Jahren steht das Obergeschoss des Lidl an der Schwaighofstraße leer. Ursprünglich sollten auf den 400 Quadratmatern zwei Wohnungen in dieser belebten Lage entstehen. Daraus wurde nichts, wie ein Blick durch die matten Scheiben zeigt. Eine riesige Fläche über dem Discounter ist unbenutzt. Nun kommt Bewegung im die Sache. Denn die Lidl-Dienstleistung GmbH hat dem Bauausschuss einen Antrag auf Nutzungsänderung gestellt.

Statt Wohnungen soll dort eine ambulante Wohngemeinschaft für maximal sieben Patienten einziehen, die „eine intensive medizinische Betreuung benötigen“, so der Antrag. Für Angehörige soll ein privates Umfeld geschaffen werden. Zur Versorgung der Patienten stelle der Betreiber, die Ambulante Krankenbehandlung Dodenhoff (AKB) aus München, „qualifiziertes Pflegepersonal zur Verfügung“. Das Vorhaben füge sich in die Bestimmungen des Bebauungsplanes, hieß es vom Tegernseer Bauamt. Die Wohngemeinschaft könne aber nur durch eine Außentreppe erreicht werden. Eine zusätzliche Rampe sei auf der Ostseite geplant.

Diese sei für Patienten auf Tragen unbedingt erforderlich. Als zweiter Notausgang ist auf der Südseite ein Fluchtbalkon mit einer Treppe vorgesehen. Sie soll aber nur im Bedarfsfall zu Boden gelassen werden. Auf der Ostseite soll auch eine Pflasterung erfolgen. Für geringfügige Überschreitung der Bebauung auf der Ostseite beantragte Lidl eine Abweichung des Bebauungsplanes. „Das Landratsamt sieht aber durch die Nutzungsänderung keine Veränderung des Bebauungsplanes“, so Bauamtsleiterin Bettina Koch.

Pflegedienst statt Wohnungen

Elke Dodenhoffs AKB expandiert offenbar. Auf ihrer Homepage berichtet sie von weiteren Eröffnungen im Münchener Norden: „Der Pflegedienst AKB, der zur deutschen Fachpflege Gruppe gehört, eröffnet seine siebte und achte ambulant betreute Wohngemeinschaft für intensivpflichtige Patienten im Herzen Feldmochings“.

In ebenfalls zwei unabhängigen Wohngemeinschaften würden insgesamt 24 intensivpflichtige Patienten ein neues Zuhause finden. Dies seien „optimale Voraussetzungen“ für Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten, Patienten und Familien. Die Apartments würden nach den Vorlieben der Patienten und deren Angehörigen eingerichtet werden.

Im Obergeschoß des Lidl-Discounters soll eine Intensivpflegeeinrichtung entstehen.

Doch neben der Nutzungsänderung des Obergeschosses beantragte Lidl auch eine geringfügige Verlegung der Einkaufswagenanlage. Sie soll durch eine neue auf dem Vorplatz ersetzt werden. Thomas Mandl (SPD) hat mit dem Pflege-Vorhaben „keine Schwierigkeiten“, denn es sei wegen der Altersstruktur im Tal wohl auch sinnvoll. Ihn wundere nur, dass beide doch so unterschiedlichen Veränderungen gleichzeitig beantragt wurden: „Rollstuhl und Einkaufswagen“. Da wollte man wohl „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, erwiderte Koch.

Sonst hätte ein zweiter Antrag eingereicht werden müssen. Wie man denn die Pflegestation erreichen könne, wollte Rudolf Gritsch (CSU) wissen. Die „Anlieferung“ der Patienten erfolge über die Rückseite, so Koch. Und Lidl wird über den Parkplatz angeliefert.


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