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Winterräumdienst

Rottachs Geschäftsleiter beschwert sich über unzumutbare Kritik von Bürgern

Von Martin

Ergänzung vom 19. März / 09:56 Uhr
Das Thema Schneeräumung war in diesem Jahr in Rottach-Egern heftigst umstritten. Auch wenn es sicher schon strengere Winter gab, haben sich abwechselnd der Gemeinderat über einige Bürger und die wiederrum über den Winterdienst beschwert.

Das ging im weiteren Verlauf dann scheinbar soweit, dass nun Rottachs Geschäftsleiter Sepp Brummer in einem offenen Brief auf die teilweise “unbegreifliche Kritik” am Rottacher Winterdienst eingeht.

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Der Brief wurde von Franz Hafner auf der Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstag vorgelesen:

Josef Brummer. Quelle: Rathaus Rottach-Egern

Mitte Februar hatten wir an einem Tag heftige Schneefälle mit starkem Wind und Schneeverwehungen. Viele haben sich über so einen richtigen Wintertag auch gefreut.

Wenn man jedoch einen solchen Tag als Schneepflugfahrer, Bauhofvorarbeiter oder auch in der Gemeindeverwaltung erlebt hat, kommen einem einige ernsthafte Gedanken über den Charakter unserer Mitmenschen.

In Russland und auf dem Balkan sind Menschen auf der Straße und in ihren Häusern erfroren. In Afrika sterben Tausende von Menschen den Hungertod. Ganz zu schweigen von dem Elend der Menschen im Nahen Osten, insbesondere derzeit in Syrien. Und bei uns meinen manche Menschen, die Welt gehe unter, wenn die Straßen nicht so frei befahrbar sind wie im Sommer.

Darüber sollten vielleicht diese “Grantlhuber” in unserer Ortsgemeinschaft mal nachdenken, wenn sie sich über den gemeindlichen Winterdienst beschweren. Was da an Äußerungen und Beschimpfungen an uns herangetragen wird, sprengt teilweise den Rahmen des Zumutbaren.

So gibt es Beschwerden jeglicher Art. Die einen beschweren sich, dass zu früh geräumt wird, die Anderen darüber, dass der Schneepflug zu spät räumt. Der eine beklagt sich, dass er um 5.30 Uhr aus dem Haus müsse, der Schneepflug aber erst um 6.30 Uhr oder in entlegenen Straßen oder Ortsteilen erst um 7.00 Uhr komme.

Die anderen schimpfen darüber, dass sie gerade erst die Einfahrt frei geräumt hätten und ihnen der Schneepflug jetzt absichtlich diese wieder zugeschoben habe. Der Fahrer könne doch leicht das Schild umstellen und den Schnee auf die andere Straßenseite zum Nachbarn schieben.

Nicht mehr akzeptabel ist es allerdings, wenn – wie geschehen – die Schneepflugfahrer und andere Mitarbeiter, die an solchen Tagen wirklich ihr Möglichstes tun, mit Schimpfwörtern aller Art tituliert werden. Über diese Aussage sollte derjenige, der sie getan hat, vielleicht einmal nachdenken.

Insgesamt wünschen wir uns an den wenigen Wintertagen, wo es wirklich einmal- und das nicht nur bei uns, wie man aus den Medien sehen kann – auf den Straßen chaotischer zugeht, mehr Gelassenheit. Wir leben nun mal in einer Gegend, in der es glücklicher Weise alle Jahreszeiten gibt und wo es im Winter eben nicht immer so leicht geht, wie im Sommer.

Ursprünglicher Artikel vom 23. Januar:
Die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Rottach-Egern müssen bei starkem Schneefall regelmäßig ungetaner Arbeit nach Hause fahren. Gehsteige bleiben teilweise ungeräumt, nicht zuletzt weil Hausbesitzer ihre Hecken im Herbst nicht ordnungsgemäß zurückschneiden und diese zu weit in Wege hineinragen.

Nun will Rottach den Druck auf uneinsichtige Bürger erhöhen und wird zukünftig im Sinne der Straßen- und Verkehrssicherheit mit Ersatzvornahmen gegen „solche Leute“ vorgehen.

Der Fußweg Ringbergstraße Ecke Fürstenstraße ist für Pasanten unpassierbar.
Der Fußweg Ringbergstraße Ecke Fürstenstraße ist für Pasanten unpassierbar.

Bürgermeister Franz Hafner ist das alljährliche Thema endgültig leid: „Ich will gar nicht wissen, wie viele Schreiben ich Jahr für Jahr unterschreibe, die genau deswegen an Hausbesitzer versandt werden“, sagte Hafner in der letzten Gemeinderatssitzung und ergänzte: „Es ist furchtbar, wie uneinsichtig Leute sein können.“

Jakob Appoltshauser (SPD) hatte auf die Sache aufmerksam gemacht und stellte auch die gemeindliche Haftungsfrage in den Raum. Konkret ging es Appoltshauser um die Ringberstraße. Josef Lang (CSU) betonte, dass es sich hier doch nur um ein paar wenige Uneinsichtige handle. Hafner dazu: „Es muss wahrscheinlich immer erst was passieren, bis es auch die letzten begreifen.“

In Zukunft will die Gemeinde den radikalen Weg gehen, die Hecken selbst zurückschneiden oder Unternehmen damit beauftragen und die dafür entstandenen Kosten den betreffenden Bürgerinnen und Bürgern in Rechnung stellen.

In über 30 Jahren, in denen Hafner im Gemeinderat ist, sei die Problematik jeden Winter immer wieder angesprochen worden. Das Appelieren an die Vernupft habe leider nicht den gewünschten Effekt gebracht.

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