Für Volksbegehren zur Artenvielfalt

Rottacher Bienen-Familie kämpft

Der Kampf um die Bienen in Bayern ist in vollem Gange. Noch eine Woche ist Zeit, um für die Artenvielfalt und damit ein neues Gesetz zu unterschreiben. In Rottach kämpft heute eine Bienen-Familie um jede Unterschrift.

Thomas Tomaschek kämpft mit der ganzen Familie für Unterschriften / Foto: Amra Tatarevic

Seit 31. Januar läuft das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“. Zehn Prozent der Bayern müssen sich bis zum 13. Februar in die Listen in den Rathäusern eintragen – für den Erfolg sind damit fast eine Million Unterschriften notwendig. Beantragt wurde das Volksbegehren von der Kleinstpartei ÖDP, mittlerweile werden sie von vielen anderen Parteien und Gruppen unterstützt.

Auch die Grünen im Tal sind jetzt aktiv geworden. Thomas Tomascheck aus Rottach steht seit heute um 14 Uhr mit der gesamten Familie vor dem Müller in Rottach und versucht so viele Passanten wie möglich von einer Unterschrift zu überzeugen. „Ungefähr 500 Personen aus Rottach müssten unterschreiben“, erklärt er. Aktuell sei man bei rund 100 Unterschriften – und noch ist Zeit.

Eine Bienenfamilie kämpft um Artenvielfalt

„Wir bekommen viel Zuspruch“, freut sich Tomaschek. Trotzdem gebe es natürlich auch Kritiker. Ein Bauer sei auch schon am Stand vorbeigekommen. „Der sieht natürlich viele Auflagen, die dann auf ihn zukommen würden“, erklärt der Rottacher. Dabei sei der Erfolg des Volksbegehrens auch eine Chance für die Landwirte, weil es zum Beispiel neue Förderungen gebe. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass das nicht alle wollen“, meint Tomaschek.

Zusammen mit der ganzen Familie – allesamt verkleidet als Bienen – steht er deshalb heute noch bis 17 Uhr im Rottacher Zentrum, verteilt Flyer und klärt auf. Denn er ist sich sicher: „Wir müssen was machen“. Auch für eine enkeltaugliche Zukunft, dass auch die noch eine Biene sehen können. Das Rottacher Rathaus hat heute noch bis 20 Uhr geöffnet. Und auch am Samstag den 9.2. kann man von 10 bis 12 Uhr unterschreiben.

Knapp eine Million Unterschriften nötig

Ziel des Volksbegehrens ist es, das Sterben der Insekten durch ein neues Naturschutzgesetz zu stoppen. 75 Prozent der Insektenarten seien mittlerweile schon ausgestorben. Gefordert wird außerdem ein massiver Ausbau der Bio-Landwirtschaft. Hier geht’s zum kompletten Gesetzesentwurf.

Sollte innerhalb von zwei Wochen die geforderte Hürde von knapp einer Million Unterschriften gemeistert werden, kann der Landtag das Volksbegehren innerhalb von drei Monaten annehmen und zum Gesetz machen. Er kann es aber auch ablehnen oder selbst einen Vorschlag machen. Bei kompletter Ablehnung kommt es zum Volksentscheid. Das letzte Volksbegehren, das angenommen wurde, führte 2013 zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern.


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