Rottacher Osteria wird Schweizer Alphütte

Von Nicole Kleim

Nach vier Jahren ist Schluss mit der italienischen Küche. Die kleine Osteria in der „Musikgasse“ in Rottach-Egern ist in neuen Händen. Ab Januar weht über den Köchentöpfen eine rote Fahne mit weißem Kreuz. Und dahinter steht ein bekannter Rottacher Koch.

Thomas Schmutz (links) und Marcel Müller machen aus der Osteria27 eine Schweizer Alphütte. / Foto: N.Kleim

Holzwände, Korbstühle, eine Bar, Weinflaschen und gerade einmal sechs Tische zierten die Osteria 27 in der Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern. Ein kleiner, aber feiner Treffpunkt für Fans der italienischen Küche. Aber auch die Tegernseer Prominenz ließ es sich hier schmecken.

Jetzt hat Besitzer Gianni Segatto sein Restaurant verpachtet. Ab Januar übernimmt der Rottacher Thomas Schmutz und macht aus der Mini-Osteria eine urige Schweizer Alphütte. Sein Konzept „Swiss Alp“ entspreche dem Flair einer Hütte, wie man sie auf einer Skipiste vorfindet, sagt der 57-Jährige.

Rottacher Koch steigt ins Konzept mit ein

„Gemütlich und lustig soll es werden“, so Schmutz. Kein typisches Speiseokal mit dezenter Musik, sondern eines, das es einem unmöglich mache, die Gespräche am Nachbartisch zu verstehen, scherzt er. Und eines, dass etwas fürs „Nachtleben“ bietet, wenn Robert`s Bar um die Ecke um 20 Uhr die Türen schließt.

Bis zur Eröffnung hat Thomas Schmutz noch alle Hände voll zu tun.

Unterstützt wird er dabei von Marcel Müller. Der Rottacher Koch hat schon unter Martin Frühauf im Postillion seine Kochkünste zum Besten gegeben, wechselte später ins Webers und dann ins Egern 51. Zuletzt arbeitete er in Maxis Enothek in der Seestraße.

Jetzt will er was Neues ausprobieren. Die Schweizer Küche reizt ihn deshalb, weil er schon „so gut wie alles gekocht hat“. Vor Eröffnung der Alphütte will er sich unbedingt noch Anregungen aus der Schweiz holen. „Man muss vor Ort fühlen, wie die’s kochen.“ Die Ware wollen sich die Beiden direkt aus der Schweiz dreimal die Woche anliefern lassen. In der Alphütte wird es alles geben, was mit Rösti und der Schweizer Küche zu tun hat, auch Gerstensuppe, Bündner Spezialitäten, Schweizer Käse oder Raclette.

Noch wird renoviert

Seit vier Jahren ist der gebürtig aus dem Züricher Oberland stammende gelernte Gastronom Thomas Schmutz hier im Tal. 25 Jahre Gastronomie-Erfahrung bringt er aus der Schweiz mit. Gearbeitet hat er schon als Club-Manager und Hüttenwart, sowohl im Urlaubsparadies Arosa als auch im Skigebiet Pizol. Den Wintersport liebt er. Als er noch jung war, erzählt Schmutz, habe er zehn Jahre lang in der Schweizer Nationalliga Eishockey gespielt. Heute ist er im „Eisstock“-Club.

Seit 1. Dezember ist die kleine Osteria geschlossen. Zur Zeit wird renoviert. Die Bar soll etwas schöner und mit Holz aufgefrischt werden. Die Schreinerarbeiten macht der Schweizer selbst. „Ich hätte gerne heimische Handwerker beauftragt, aber ich habe keinen einzigen bekommen. Die meisten haben über Weihnachten keine Zeit.“

Segatto macht kreative Pause

„Vier Jahre sind genug“, begründet der 70-jährige Gianni Segatto seinen Schritt, seine Osteria aus den Händen zu geben. Er werde jetzt etwas Anderes machen. Was genau, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Er scherzt:

Es gibt nichts zu tun. Packen wir es an.

In die Schlagzeilen geriet die Osteria, als Segatto im Herbst 2014 einen Außengarten angelegt hatte, der nicht genehmigt war. Erst nachträglich – im April 2015 – wurde der Schwarzbau vom Ortsplanungsausschuss bewilligt. Dafür musste die frühere Entscheidung aber wieder rückgängig gemacht werden. Heute lacht der Italiener darüber: „Mein Fehler war damals, dass ich vor der Genehmigung gebaut habe.“

Mitte Januar geht’s los

Drei Parkplätze opferte Segatto damals für seine Außenplätze. Ein Umstand, den die Gemeinde nicht akzeptieren wollte. Doch weil der italienische Wirt Ersatzparkplätze nachweisen konnte, die ihm die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee zur Verfügung gestellt hatte, blieb ihr nichts anderes übrig, als die Genehmigung letztendlich doch zu erteilen.

Geöffnet werden soll die Schweizer Alphütte Anfang/Mitte Januar. Wann genau, steht noch nicht fest. Von Dienstag bis Sonntag warten Tomy Schmutz und Marcel Müller dann täglich ab 16 Uhr auf ihre Gäste. Außer montags, da ist Ruhetag.


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