Holpriger Start am Landgericht
Rottacher Raub-Prozess vertagt

von Klaus Wiendl

Wie berichtet, stehen fünf Angeklagte in München vor dem Landgericht. Ihnen wird der Raubüberfall auf ein Ehepaar in Rottach-Egern im Oktober 2018 vorgeworfen. Bereits nach dem ersten Verhandlungstag kommt es nun zu einer Überraschung.

Die Verhandlung wurde nun auf Juni vertagt / Quelle: Klaus Wiendl

Ursprünglich waren insgesamt acht Verhandlungstage bis 9. März angesetzt. In dieser Zeit sollte geklärt werden, wie es zu der, laut Anklage, gewaltsamen Geldeintreibung eines maskierten Inkasso-Trios beim Rottacher Unternehmer kam. Dieser soll ein Darlehen aufgenommen und nicht zurückbezahlt haben. Der Geprellte soll einen Spezl aus dem Ingolstädter Rockermilieu gebeten haben, ihm zu helfen.

Dieser soll dann drei junge Männer, die bei Axel H. mitten in der Nacht vor der Haustüre standen, organisiert haben. Mit körperlicher Gewalt wollten sie Schulden im sechsstelligen Bereich bei dem Rottacher eintreiben. Doch mit gerade mal 80 Euro mussten sie wieder abziehen. So die Kurzfassung aus der elfseitigen Anklageschrift. In ihr geht es immerhin um räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und um eine Schusswaffe.

Gutachter-Terminierung übersehen

Doch bereits am ersten Verhandlungstag am gestrigen Mittwoch hatte die Kammer wenig Fortune. Es kam zu einer Aussetzung des Verfahrens. Denn die Verteidiger wurden erst kurz vor dem Verfahren über die Auswahl der Schöffen informiert. Nächste Woche sollte die Verhandlung weitergehen. Doch daraus wird nichts. Nach TS-Informationen ist die Fortführung des Prozesses nächste Woche an einem Gutachter gescheitert, weil dieser ab dem 3. Februar nicht mehr zur Verfügung steht. „Das hat die Kammer übersehen“, so einer der Prozessbeteiligten.

Das Problem sei dann gewesen, weitere Termine zu finden, bei dem alle Beteiligten Zeit haben. So wurde der Prozess bis 27. Juli ausgesetzt. Dann müsse die Verhandlung allerdings bis 12. August beendet sein. Bei den vier Angeklagten in Untersuchungshaft stelle sich die Frage, ob das Oberlandesgericht wegen dieser Verzögerung zu der Entscheidung komme, dass eine Haftdauer nicht weiter vertretbar ist.

Der Rottacher Krimi: alles zurück auf Neustart.


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