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Von Mülltrennung bis zu veganen Speisen - Nachhaltigkeit erobert die Seepromenaden

Saubere Seefeste am Tegernsee

Von Sabiene Hemkes

Ein wunderbarer Tag auf dem Seefest neigt sich dem Ende zu. Was oft folgt, ist die Katerstimmung auf dem Boden der Seepromenaden, aber auch rund herum auf den Wiesen und Wegen. Überall fliegen Plastikbecher, Flaschen und Müll herum. Nicht schön. Und es passt so gar nicht zum angestrebten „nachhaltigen Tegernseer Tal Image“ der Zukunft. Das soll sich jetzt ändern.

Nach der langen Pause ist die Freude auf die Seefeste groß. Doch da wäre noch das Thema Nachhaltigkeit… / Quelle: Jacek Kaiser

Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) hat sich seit einiger Zeit zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichtet. Formuliert werden diese Vorgaben in einem Leitfaden des deutschen Tourismusverbandes. Die TTT hat sich fünf Leitsätze zur Umsetzung für das Tegernseer Tal auf die Fahnen geschrieben.

1. Wir kaufen regional.
2. Wir fördern die regionale Tradition und Kultur.
3. Wir achten auf einen schonenden Umgang mit den Ressourcen.
4. Wir erhalten die Natur und respektieren Schutzzonen und Schonzeiten.
5. Wir erhalten die Lebensqualität in der Region.

Ziel sei es, für „eine langfristig lebenswerte Umwelt für Einheimische und Gäste zu sorgen“ und die angestrebte Nachhaltigkeit so auch nach außen zu vermarkten. Um diese Leitsätze der Nachhaltigkeit im Tourismus aktiv umzusetzen, bedarf es einiges an Aufwand und Engagement aller Player im Tal. Erste Schritte sind schon gemacht, aber es warten noch große Aufgaben, wie es auf der Internetseite der TTT heißt.

Seefeste in Nachhaltigkeitskonzept integrieren

Diese Anstrengungen hören auch bei den großen Festen rund um den See nicht auf. Da, wo in den Sommermonaten tausende Menschen zusammenzukommen, um gemeinsam nach althergebrachter Tradition gemeinsam zu feiern, sind Höhepunkte des Lebens am See für Einheimische und Gäste. Die Seefeste sind aber auch die großen Aushängeschilder des Tals. Jetzt will man zeigen, dass die Feste auch sehr regional, sauber und nachhaltig sein können.

Daher hat die TTT nun die Initiative ergriffen und im Rahmen des LEADER-Projektes „Konzepts zur Qualitätsverbesserung des Kulturangebots im Tegernseer Tal“ erste Umsetzungen bei der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks der Seefeste in Angriff genommen.

Workshop zum Thema Nachhaltigkeit bei Seefesten. Gemeinsam haben die Teilnehmer neue Konzepte für den „grünen Fußabdruck“ erarbeitet. / Quelle Tegernseer Tal Tourismus

Zusammen mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten Michael Götz und TTT-Veranstaltungsleiter Peter Rie nahmen Wirte, Gemeinden und Vereinsvertreter die Herausforderung an. In Workshops haben sie gemeinsam mit Vertretern der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland sowie der Vivo, dem Kommunalunternehmen für Abfall-Vermeidung, Lösungen für die dringendsten Fragen erarbeitet. Rie beschreibt den Prozess als sehr erfolgreich und konstruktiv:

Die Gemeinden stehen hinter den Beschlüssen, jetzt geht es um die praktische Umsetzung. Es wird Verbote geben, aber auch Gebote.

Was das konkret bedeutet? Auf den Seefesten in Rottach-Egern und Tegernsee sowie bei den diesjährigen Feierlichkeiten zu #wiessee100 wird komplett auf Einweggeschirr verzichtet werden. Dazu wird die Mülltrennung zur Pflicht. Ein eigens entwickeltes Abfallsystem ersetzt die großen Müllsäcke und Abfalleimer, in denen sonst immer der ganze Müll endete.

Regionales, Bio-Produkte und vegane Angebote auf dem Speiseplan

Aber damit noch ist noch nicht Schluss. Es wird von Seiten der Veranstalter und Wirte angestrebt, vermehrt regionale Produkte zu verarbeiten, bei den Speisen und auch sonst darauf zu achten, dass Verkaufsstellen vermehrt das Angebot der hiesigen Direktvermarkter und Produzenten berücksichtigen.

Darüber hinaus sollen auch bevorzugt Bio-Produkte und vegane Speisen der Region auf den Speisekarten zu finden sein. Die Seegemeinden investieren dafür auch in die Anschaffung von beschreibbaren Tafeln mit dem TTT-Nachhaltigkeits-Logo, um das erweiterte Angebot entsprechend zu präsentieren. Bei Waren und Produkten, die nicht regional produziert werden, wie zum Beispiel Kaffee oder Tee, soll zumindest der Verkauf von „fair gehandelten Waren“ in Betracht gezogen werden.

In der Zukunft verpflichten sich Veranstalter und Gemeinden, Öko-Strom zu nutzen. Das Thema Mobilität und Verkehr steht auch perspektivisch auf der neuen Nachhaltigkeitsagenda bei den Seefesten. So ist geplant, die Anfahrt zu den Festen mit dem Rad zu erleichtern und dafür die Kapazität der Abstellmöglichkeiten am Festgelände für Zweiräder deutlich zu erhöhen. Ergänzend wird vorbereitet, in den nächsten Jahren Shuttleservices mit Bus, Bahn und Schiff einzurichten. Im Idealfall sollte dieser Service dann auch für alle Besucher kostenfrei sein.


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