Infoveranstaltung für Bauauschreibung nur mager besucht

Realschule: wenig Interesse lokaler Betriebe

Von Steffen Greschner

Ergänzung vom 26. Juli / 13:39 Uhr
Oft fordern ortsansässige Betriebe, an großen Bauprojekten beteiligt zu werden, um so zumindest einen Teil des „finanziellen Kuchens“ abzubekommen. So lautete auch die Forderung beim Bau der Realschule Tegernseer Tal.

Doch auf der Informationsveranstaltung zur Bauausschreibung kamen am gestrigen Abend nur sechs Betriebe in den Neureuthersaal.

Auch bei der letzten Infoveranstaltung zur Realschule Ende Juni waren nur wenige Gmunder in den Neureuthersaal gekommen.

„Wir hatten uns schon ein wenig mehr Resonanz erhofft“, meint Eva Lenz, Pressesprecherin der SKE Facility Management GmbH, und fügt an: „Vor allem die technischen Gewerbe wie Rohbauer und die mit Aushubarbeiten betrauten Bereiche waren gar nicht vertreten.“ Schade fand dies nicht zuletzt auch Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing, der ebenfalls im Neureuthersaal anwesend war.

„Im August sollen die Erdarbeiten beginnen, und die Ausschreibung dafür läuft noch“, macht Lenz klar. Und auch für die Rohbauarbeiten, die direkt im Anschluss und in jedem Fall noch vor dem diesjährigen Winter starten sollen, können sich noch lokale Betriebe aus dem Tegernseer Tal bewerben.

Um dem geringen Interesse – das zumindest auf der gestrigen Informationsveranstaltung vorherrschte – entgegenzuwirken, will Martin Hingreither, Vorstand der Kreishandwerkerschaft, der SKE gegebenenfalls die Kontaktdaten der Handwerkerschaft zur Verfügung stellen. Auch über eine neuerliche Informationsveranstaltung haben die Verantwortlichen mittlerweile nachgedacht.

Optionen sind vielfältig

Positiv erwähnen müsse man laut Lenz in jedem Fall, dass die Betriebe, die da waren, sehr großes Interesse gezeigt haben. „Das ist am Ende sicher mehr wert als nur die reine Anzahl der vertretenen Dienstleiter.“ Unter ihnen Fließenleger, Schreiner und Zimmerer, die jetzt genau wissen, wie das Prozedere für den Bau der Realschule und des Ausschreibungsprozesses aussieht.

Christian Werth, Projektleiter bei der durchführenden Firma Ehrenfells, würde eine zukünftig größere Beteiligung lokaler Unternehmen sehr begrüßen und betont, dass die Ausschreibungen in der Regel frühzeitig durchgeführt werden. So lasse sich eine höhere Planungssicherheit hinsichtlich Zeit und Personal gewährleisten. „Es bietet sich aber auch an, Arbeitsgemeinschaften unter den Betrieben zu bilden – falls nicht genügend Man-Power zur Verfügung stehen sollte. Wir sind da sehr offen.“

Ursprünglicher Artikel vom 18. Juli mit der Überschrift: Schullärm – Schutzwand soll Anwohnern helfen

Der Bau der Realschule Tegernseer Tal hat gestern im Gmunder Gemeinderat die letzte formelle Hürde genommen. Einstimmig segneten die Räte den Bebauungsplan für die Errichtung des Millionenprojekts ab.

Damit kann ganz offiziell am 20. August mit den vorbereitenden Erdarbeiten auf dem Gelände zwischen den Bahngleisen und dem Sportplatz der Sportfreunde Gmund begonnen werden. Ein paar kurzfristige Änderungen und Nachbesserungen sind allerdings doch noch bekannt gegeben worden – zum Wohle der Anlieger, wie Bürgermeister Georg von Preysing betont.

Auf die Flachdächer kommen insgesamt 200 Quadratmeter Photovoltaik-Anlagen.
Auf die Flachdächer kommen insgesamt 200 Quadratmeter Fotovoltaikanlagen.

Trotz der durchwegs positiven Absichten und einer nachhaltigen Investition in die schulische Ausbildung der Kinder ist eines aber Fakt: Eine bisher grüne Wiese wird verschwinden und wohl für immer versiegelt. Auch werden einige Gmunder Bürger wegen des Baus der Realschule nur noch eine eingeschränkte Aussicht genießen können.

Niedrigere Höhe, weiter nach Norden

Zumindest in Teilen ist gestern jedoch klar geworden, dass der Gemeinderat sehr wohl versucht, bei dem Bau auf die wichtigsten Anliegen der Anwohner einzugehen. Das beginnt damit, dass die Höhe des Schulgebäudes um einen Meter niedriger ausfallen wird, als ursprünglich geplant. Dies hatten die Anwohner der Bernöckersiedlung auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung Mitte Juni angemahnt. Denn laut Bebauungsplan kann das Schulgebäude bis zu 14 Meter hoch werden. Letztlich soll es jedoch „nur“ 11,50 Meter aus dem Boden herausragen.

Möglich wird das Ganze dadurch, dass die zuständige Baufirma um einen Meter tiefer in die Erde gräbt. Die zusätzlichen Kosten für den Aushub belaufen sich dabei auf rund 100.000 Euro und werden vom Landkreis übernommen.

Zusätzlich wurde gestern bekannt, dass alle neu entstehenden Gebäude um rund 20 Meter in Richtung Norden verlegt werden sollen. Den erforderlichen Grund hat die Gemeinde bereits an den Landkreis verkauft. „Dadurch wird auch der Vorplatz etwas größer ausfallen und das Schulgebäude von der Tölzer Straße aus weniger herausragen“, machte Georg von Preysing klar.

„Nicht prüfen. Machen.“

Das leichte Absenken und Versetzen des Gebäudes war dabei eine reine Formalität. Anders sah es dann allerdings bei der vom Gemeinderat im Bebauungsplan als Ergänzung eingebrachten Schallschutzwand zwischen dem Schulgebäude und der Dreifach-Turnhalle aus. Auf der dazwischenliegenden Freifläche soll der zukünftige Pausenhof entstehen.

Daher erwartet nicht zuletzt Gmunds Zweiter Bürgermeister Georg Rabl (FWG), dass mit erhöhter Lärmbelastung zu rechnen ist. Eine Schallschutzwand soll her. Karl Grundler, der die letzten Änderungen und Pläne im Auftrag des Landratsamts vortrug, schlug in diesem Zusammenhang ein neuerliches Lärmschutzgutachten vor.

Für Rabl ist das allerdings unnötig. Durch die dauernde Belastung, beispielsweise durch den ab dem frühen Morgen beginnenden Pausengong, sei ein hoher Lärmpegel durch die Schule und die Schüler zu erwarten. Sein Vorschlag in Richtung Grundler: „Nicht prüfen. Machen.“

In jedem Fall will man vonseiten des Landratsamts eine zusätzliche Hecke als Sichtschutz errichten. Aus dem bisherigen Lärmgutachten geht allerdings hervor, dass keine Schallschutzmauer nötig ist. Der Gemeinderat segnete diese trotzdem ab.

Radweg und Zughaltestelle

Neu sind auch die Infrastrukturmaßnahmen, die im Zuge der Realschularbeiten entstehen sollen. So soll beispielsweise entlang der Bahngleise in Richtung Finsterwalder Straße ein Radweg errichtet werden. Auch ging von Preysing auf die mögliche Lage der Zughaltestelle ein.

„Wir sind hier noch in abschließenden Verhandlungen mit der Bahn“, schränkte Gmunds Rathaus-Chef den finalen Standort noch etwas ein. Vermutlich wird die Haltestelle allerdings zwischen Schulgebäude und Turnhalle entstehen. „Es muss unbedingt ein gerades Gleisstück sein, und da gibt es an anderer Stelle kaum Alternativen“, so Preysing.

Die Zughaltestelle wird in jedem Fall nur schulseitig zugänglich sein. Denn rund um das komplette Gelände ist ein 2,5 Meter hoher Zaun geplant. Ob die Einzäunung tatsächlich auch in Richtung Vereinsheim der Sportfreunde Gmund-Dürnbach nötig ist, stellte Preysing zwar infrage. Eine Entscheidung wolle man dann im Laufe der Bauarbeiten klären.

Diese werden nun sicher am 20. August beginnen und sollen bis Herbst 2013 abgeschlossen sein.


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