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Wiesseer CSU und die Suche nach dem neuen Eisplatz

Einmal schattiges Loch bitte!

Wie berichtet verliert Bad Wiessee mit dem Natureisplatz an der Freihausstraße eine traditionsreiche Wintersportmöglichkeit. Eine Entwicklung, die die Wiesseer CSU nicht ruhen lässt. Sie fordert nun von der Gemeinde, „schnellstmöglich alternative Standorte“ zu suchen.

Foto: 0015: Als die Winter noch Winter waren: Fasching auf dem Wiesseer Eisplatz 1967.
Fasching auf dem Wiesseer Eisplatz 1967.

Es sei ein Trauerspiel, dass so etwas nicht erhalten werden könne, urteilen so manche Wiesseer, wenn sie an das Ende des Eisplatzes denken. Seit über 90 Jahren war der Ort ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Nun ist Schluss. „Die Gründe gegen den Bestand des Eisplatzes sind so tiefgreifend, dass ein weiterer Betrieb nicht mehr möglich ist“, so Geschäftsleiter Michael Herrmann auf Anfrage.

Nach einem Bericht der TS ist vor allem ein Punkt ausschlaggebend: der Gemeinde gehört die Fläche nicht und sie war immer schon auf das Entgegenkommen des Grundstückseigentümers angewiesen. Doch der verfolgt nun mit einem Bauantrag eigene Interessen.

CSU verschweigt Alternativen

Damit das Freizeitangebot aber nicht verlorengeht, prescht die Wiesseer CSU nun mit einem Antrag vor, der den Schreibtisch des zuständigen Leiter des Bauamtes, Thomas Holzapfel, noch gar nicht erreicht hat.

Ich weiß, dass schon vor 15 Jahren nach einer Alternative gesucht wurde, doch man fand keinen geeigneten Ersatz. Jetzt ist mir das Thema ganz neu.

Noch könne er nichts dazu sagen. Man werde sich jetzt aber wieder auf die Suche begeben. Auf den Gemeindegrund am „Quercherfeld“ unterhalb der Freihaus-Auffahrt angesprochen, meint Holzapfel, dass „dies eine Alternative wäre, die man prüfen müsste“. Fraglich sei auch die benötigte Größe.

Alternative Vorschläge behält die CSU noch für sich. „Wir haben welche, wollen sie aber noch nicht nennen, weil wir nicht wollen, dass diese bereits in der Öffentlichkeit zerredet werden“, erläutert Florian Sareiter seinen Antrag. Zunächst wolle seine Partei den Gemeinderat informieren.

Wir sind für alle Vorschläge offen. Wichtig aber ist, dass diese traditionsreiche Einrichtung nicht stirbt, sondern zeitnah erhalten bleibt.

Schließlich seien „Eislauf, Eisstockschießen und Eishockey attraktive und traditionelle Wintersportarten, die unsere Region auszeichnen und das Freizeitangebot in Bad Wiessee für Groß und Klein während der kalten Jahreszeit abrunden. Auch viele unserer Gäste nehmen dieses Angebot gerne wahr“.

An Holzapfel ergeht der CSU-Auftrag, „schnellstmöglich alternative Standorte für eine natürliche Eisfläche im Ortsgebiet zu begutachten, eventuelle Verhandlungen mit Grundstückseigentümern zu führen sowie Machbarkeit und Kosten zu prüfen“.

Sportplatz als Eisplatz?

So ein Antrag, die Verwaltung mit der Suche zu beauftragen, sei schnell gestellt, erwidert Herrmann. „Natürlich werden wir etwas unternehmen, dass der Eisplatz für Wiessee wo auch immer erhalten bleibt. Aber die Suche nach einer geeigneten Alternative dürfte nicht so leicht werden. Ins Auge gefasst hatten wir schon einmal die Möglichkeit, am Sportplatz den Sommerstockplatz zu verwenden. Er wird sicher in unsere Überlegungen mit einfließen.”

Eine Alternative die auch Eisstockschütze Peter Quercher sieht. „Da wäre alles da“. Doch für den Eislauf scheide diese Möglichkeit aus, da dies nicht machbar sei. Geeigneter sieht er die Fläche auf dem Quercherfeld, sie wäre seiner Ansicht nach ausreichend. „Doch dann haben wir den Lärm“, meint er als Anwohner einschränkend. „Und man braucht da Strom und Wasser für die sanitären Anlagen“.

Eine Alternative für den Eisplatz. Im Quercherfeld unter dem Freihaus.
Eine Alternative für den Eisplatz. Im Quercherfeld unter dem Freihaus.

Für Quercher käme als Alternative die schattige Fläche gegenüber dem Bauhof in Frage, auf die im Winter der Schnee abgekippt wird. Ein Natureisplatz müsse in einem schattigen Loch liegen und brauche eine Wasseranbindung. Andere Alternativen sieht er im Ort mit Blick auf die Kosten nicht. „Bliebe nur noch der Ausweg, von einem Bauern etwas zu pachten“.

Als Beispiel nennt Quercher die Wiesen unterhalb der Prinzenruhe. Dort gebe es bereits sanitäre Einrichtungen samt Stüberl. Zumindest wäre dann für Glühwein vom Betreiber Blümer gesorgt. Tatsache wäre aber auch, dass es der schönste Platz für Jung und Alt wäre. Sein Handicap: es ist kein schattiges Loch.


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