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Bad Wiessee: Bepflanzung und Ampel in der Kritik

“Schildbürgerstreich” am Lindenplatz?

Schon im Frühjahr vergangenen Jahres wollte die SPD den Ort mit naturnaher Bepflanzung „nach vorne bringen“. Geschehen ist seitdem offenbar wenig, denn nun lag der Antrag dem Gemeinderat wieder auf dem Tisch. Doch diesmal gings nicht nur ums Grün, sondern auch ums Rot der Ampel am Lindenplatz.

In der Kritik: Die Bepflanzung am Wiesseer Lindenplatz.

„Viele Flächen, die der Gemeinde oder ihren kommunalen Wohnungsbauunternehmen gehören, könnten anders bewirtschaftet und landschaftsgerechter dargestellt werden“, wünschte sich die SPD-Fraktion im April vergangenen Jahres. Deshalb brauche Bad Wiessee keine „Olivenbäume“, sondern eine Bepflanzung, die in die Gegend passe.

Damit sollte erreicht werden, dass für den Ort ein einheitliches Konzept erarbeitet werde und dies auch in die Vorgaben für den Bauhof einfließe, hieß es vor eineinhalb Jahren. Doch „wo ist das Konzept“, fragte Florian Sareiter (CSU). Es sei noch nicht da, musste Bürgermeister Peter Höß (FWG) nach so langer Zeit einräumen. Deshalb machte Klaudia Martini (SPD) als Fürsprecherin des Konzepts nochmals deutlich, worum es ihrer Fraktion gehe.

Sie wolle, dass die Gemeinde sich „vorrangig bei der naturnahen Landschaftspflege und Bepflanzung“ einbringe. Mit einer anderen Bepflanzung des Lindenplatzes habe man schon den “ersten Stein gesetzt”, so Martini. Es sei nahezu sträflich, wenn die höchst wertvollen Flächen, der Schatz im Gemeindegebiet, verloren gehen würden. Als Negativbeispiel benannte sie die „wunderbare Margarethenwiese“ am Jodschwefelbad, die dann vom Bauhof gemäht wurde, nur weil jemand angeordnet habe: „Ihr müsst die Wiese mähen“. Hier sollte sich der Bauhof in den neu zu gründenden Landschaftspflegeverband (wie berichtet) einbringen, damit so etwas nicht mehr passiere. „Mit dem Lindenplatz haben wir schon den ersten Stein gesetzt“, so Martini.

„Doch saisonale Bepflanzung?“

Mit grundsätzlich „95 Prozent“ sei er mit dem Konzept des SPD-Antrages einverstanden, erwiderte Georg Erlacher (CSU), aber dies sei nicht bei allen Flächen möglich. Damit kam Erlacher auf die Bepflanzung des Lindenplatzes. Obwohl er damals „auch zugestimmt“ habe, müsse er nun feststellen, dass dies von seiner Seite „ein Fehler“ war.

Schön ist was anderes.

Erlacher warb dagegen für eine „saisonale Frühjahrs- und Sommerbepflanzung“. Bis es so werde, wie ihm der gewünschte Bewuchs vorgestellt wurde, werde es wohl „ein paar Jahre dauern“. Bürgermeister Peter Höß (FWG) warb dafür, „erst einmal das nächste Jahr vergehen zu lassen, bis sich die Dinge entwickeln“.

Wenn dies oder jenes nicht passe, „ist eine andere Situation da“. Zunächst müsse man diesen Pflanzen die Zeit geben. In Erwiderung auf Martini meinte Höß, dass der Bauhof fürs Mähen „noch nicht die feinen Sinne“ habe. Die Mitarbeiter würden bislang „nach Datum“ mähen.

„Verkehrsfluss schlechter als vorher“!

Jupp Brenner (FWG) hätten „noch nie so viele Leute angesprochen, wie auf den Lindenplatz“. Wegen der Ampel bekomme er zu hören, dass dies ein „Schilderbürgerstreich“ sei. Jetzt sei der Verkehrsfluss schlechter als vorher. Dagegen seien die Meinungen zur Bepflanzung unterschiedlich. Die einen würden es begrüßen, dass sich die Gemeinde traue, etwas anderes zu machen.

Die anderen würden das Fehlen „blühender Dinger“ beklagen. Sein Mantra sei dann: „Lasst uns die Zeit, bis sich das verwachsen hat“. Eine Blumenwiese würde ein paar Jahre dauern. Wenn man dies nicht wolle, sollte man alles „rausreißen“ und im nächsten Jahr „Tulpen und Osterglocken“ pflanzen. Im Moment gleiche der Lindenplatz allerdings nicht einer „blühenden Landschaft“, räumte Brenner ein. Dafür brauche es eben mehr Zeit.

„Mehr Zeit“ für „scheußliche“ Bepflanzung

Kurt Sareiter (CSU) fand es gut, dass nun auch der Blumenschmuck im Focus steht. Während die Einheimischen mehr Verständnis für den Bewuchs hätten, höre er von Gästen vornehmlich Kritik. Sie würden auf den schönen Kurpark von Rottach-Egern verweisen. „Mir gefällt der auch besser“, so Sareiter.

Im Zentrum des Touristenortes „müssen wir schon aufpassen, nur weil wir es einmal beschlossen haben, dass es auch unseren Gästen gefällt“. Ingrid Versen (CSU) berichtete von Erlebnissen mit Touristen, die zwar den “herrlichen Blumenschmuck“ des Hotels Post loben und fotografieren, aber die Bepflanzung des Lindenplatzes „scheußlich“ nennen würden.

Ob und was letztlich beschlossen wurde, war als Beobachter nicht auszumachen. In dem Stimmengewirr waren nur Schlagwörter vernehmbar. Sie reichten von: „Wir brauchen keinen Beschluss, es gibt doch schon einen, die Verwaltung soll nach Gründung des Landschaftspflegeverbandes zusammen mit dem Bauhof, wir brauchen doch nur ein Konzept“, bis: „Es macht doch definitiv keinen Sinn“. Höß verwies auf das Protokoll. Doch auch deren Schriftführer können auf Nachfrage derzeit noch nichts Genaues sagen.


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