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„Alles muss raus“ in Tegernsee

Schnäppchenjagd im Ledererhof

Allein die Schneemassen verzögerten etwas den Ansturm der Käufer. Denn der Ledererhof hatte zum „großen Ausverkauf“ animiert. Ab morgen wird das Traditionshotel in Tegernsee komplett renoviert. Die Wiedereröffnung soll Anfang April sein.

Ausharren bis zum Einlass um 12 Uhr. / Fotos: K. Wiendl

Ab 12 Uhr luden die neuen Besitzerinnen des Ledererhofs Laura und Roxan Schabmair zur Schnäppchenjagd, denn sie wollen das ehrwürdige Haus wieder „fit für die Zukunft machen“. Deshalb müssen alle Einrichtungsgegenstände raus, obwohl viele noch gut erhalten sind. Dies hat sich offenbar bei Großabnehmern rumgesprochen. An vielen Schränken, Kommoden und Miniküchen hängen bereits „verkauft“-Schilder. Bereits gestern seien Betreiber von Ferienwohnungen hier gewesen, um sich viele Möbel, Lampen und Miniküchen zu reservieren, erzählt Roxan Schabmair, während sie der Kundschaft heute die Preislisten aushändigt.

Auch kleinere Hotels und Pensionen hätten Interesse gezeigt. Doch zum Abverkauf bleibt noch genügend über. Auch alle Vorhänge suchen Abnehmer, „denn wir wollen eine einheitliche Linie reinbringen“. Ein großes „Thema“ seien ebenso die vielen Lampen, die zwischen 15 und 40 Euro zu haben sind. Meist reichen die Preisvorstellungen bis 50 Euro, nur Essecken aus Kiefer mit Tischen, Doppelbetten mit Lattenrosten und Schlafzimmerschränke liegen darüber. Das teuerste Stück ist eine Ausziehcouch für 1.500 Euro.

Badarmaturen als Herausforderung für Heimwerker

Allmählich füllt sich das Hotel mit Schnäppchenjägern, junge Paare suchen offenbar eine Erstausstattung, andere mehr Interieur. Eine Tegernseerin zeigt stolz einen Wecker, „des is no wos oids“, den sie für zehn Euro erwirbt. Und eine Rottacherin hat schöne Glaskrüge entdeckt. „Ich nehme nur was mit, wenn es preislich passt“, sagt eine Interessentin aus Gmund. Ein großer Ohrensessel für den Kamin hat es zwei Schlierseerinnen angetan. Rausgetragen werden auch ganze Duschkabinen, selbst abmontierte Badarmaturen und Waschtische.

Doch nicht alles kommt unter den Hammer. „Einzelne traditionelle Stücke wie Treppengeländer und der Naturstein am Boden bleiben erhalten“, so Schabmair. „In den Zimmern werden die Fichtenböden durch Eichen-Vollholzböden ersetzt“. Die Fenster und Balkontüren seien bereits vor drei Jahren mehrfach verglast worden. „Hier müssen wir nichts mehr machen“. Dagegen bekommen die 18 Ferienwohnungen und sechs Einzimmer- Appartements neue Schallschutztüren. Bei den Bädern hat man noch nicht den Eindruck, dass sie raus müssten. Doch auch hier machen die Schwestern Tabula rasa. Barrierefreie „Walk-In-Duschen“ sind angesagt.

Sollte bis heute 18 Uhr nicht alles verhökert werden können, muss es zwischengelagert werden, „denn morgen geht es mit der Renovierung los“, so Roxan Schabmair. Sie soll bis Ende März dauern. Die Handwerker habe sie alle an der Hand. „Die muss man ja bei uns früh planen“. Die Wiedereröffnung ist für Anfang April geplant.

Gläser, Birnen und Kleinzeug suchen Abnehmer. / Fotos: K. Wiendl
Eine Minikücke mit Kühlschrank für 90 Euro. / Fotos: K. Wiendl
Do it yourself war in den Bädern gefragt. / Fotos: K. Wiendl
Vieles war vor dem Verkaufsstart schon vergeben. / Fotos: K. Wiendl
Manche Zimmereinrichtungen wurden komplett verkauft. / Fotos: K. Wiendl

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