Eybel-Filiale schließt zum Jahresende

“Schokoladenquelle” in Bad Wiessee versiegt

Seit etwa fünf Jahren werden Liebhaber von hochwertigen Pralinen und Schokoladenkreationen im Wiesseer Ortszentrum fündig. Auf diesen Genuss werden Kunden ab dem neuen Jahr verzichten müssen, denn Eybel hat den Pachtvertrag gekündigt. Die Tristesse am Lindenplatz schreitet damit unvermindert voran.

Wieder ein Geschäft weniger in Bad Wiessee. Die letzten Tage der Schokoladenquelle. / Quelle: Klaus Wiendl

Im August machte Müller-Brot gegenüber von Eybel seine Back-Filiale dicht. Seither blickt man in der kleinen Fußgängerzone einmal mehr in gähnend leere Schaufenster. Nicht die einzigen im Ort. Über zehn Geschäftsräume stehen leer. Nun kommt ab dem neuen Jahr ein weiterer hinzu. Denn Andreas Eybel beendet den Pachtvertrag in Bad Wiessee, wie Doreen Hauptmann vom Unternehmen auf Anfrage bestätigt.

Zwar sei Wiessee ein „schwieriges Pflaster“, das wohl keinen Gewerbetreibenden „glücklich“ mache, jedoch sei dies nicht der Hauptgrund für die Schließung der Filiale, die sich gerade für das Weihnachtsgeschäft rüstet. Die „Veränderung“ in Waakirchen sei der Anlass. „Wir wollen da einfach moderner werden, das Sortiment umstellen und die neue Produktlinie verbreitern“, erklärt Hauptmann. Mit vielen modernen Kreationen gehe die traditionsreiche Schokoladenmanufaktur heute ganz neue Wege, wird im Internet geworben. Aromatische Gewürze, exotische Zutaten und frische Früchte würden die Schokoladenliebhaber mit auf eine Reise rund um die Welt nehmen.

Nur noch eine Eybel-Filiale

Neue Wege geht man am Firmensitz mit Events im Dark-Secret Café. Dafür brauche man die „Manpower“ eben in Waakirchen, anstatt sie auf Filialen aufzuteilen. Für Hauptmann und das Unternehmen sei es aus organisatorischen Gründen einfacher, alles unter einem Dach zu haben. Denn auch Eybel sei mit „Personalproblemen konfrontiert“, wie viele Firmen im Tegernseer Tal. Laut Hauptmann ist es schwer, Fachverkäufer zu finden.

Im Vordergrund der Schließung stehe eben der Handlungsaufwand. Man verdiene das Geld leichter, wenn man nicht immer alles von einem Ort zum anderen schieben müsse. Dennoch tue es „weh“, so die Schokoladen-Fachfrau, eine Filiale zu schließen, „aber wir haben es uns gut überlegt“. Als einzige Filiale bleibe nur noch das „Knusperhäuschen“, ein Traditionsgeschäft in Geretsried. Dafür gebe es derzeit keine Pläne, da es schon seit Jahrzehnten von einer Familie geführt werde. „Da werden wir nicht dran rütteln“.

In Bad Wiessee würden zwar Touristen und ältere Leute die Eybel-Produkte lieben, doch wenn man angesichts der Personalsituation den „Level“ nicht halten könne, bringe das eben nichts. Mit dem Café in Waakirchen würden Kunden ohnehin lieber dorthin kommen. Inzwischen aber gebe es von ein paar Geschäften auch Anfragen, ob sie Eybel-Pralinen in Wiessee verkaufen dürften. Hauptmann glaubt, „dass die wirklichen Fans der Schokomanufaktur keine großen Nachteile haben“.

 


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