Seniorenresidenz Wallberg wird verkauft

Über zehn Jahre betrieb Peter Wisgott sein 100-Betten-Haus am Fuß des Wallberg. Doch jetzt spielt seine Gesundheit nicht mehr mit. Deswegen will er das Rottacher Altenheim noch in diesem Jahr verkaufen.

Nach zehn Jahren: Seniorenresidenz- Betreiber Peter Wisgott verkauft seine Immobilie.

Die Nachricht kam auch für die 100 Mitarbeiter überraschend. Anfang des Jahres wurden sie von ihrem Chef Peter Wisgott darüber informiert, dass er für seine Seniorenresidenz Wallberg einen neuen Betreiber suche. Er habe vor, seine Immobilie zu verkaufen.

Auf Nachfrage bestätigt der 47-Jährige, dass er in diesem Jahr noch weitere Krankenhausaufenthalte vor sich habe und dies der Grund sei, „warum ich meinen Posten als Geschäftsführer der Seniorenresidenz Wallberg Peter Wisgott GmbH aufgebe“. Er mache diese Arbeit nun schon sehr lange:

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2006 habe ich das Altenheim übernommen. Zuvor war es eine marode und leer stehende Immobilie, die dringend saniert werden musste. Mittlerweile hat mich das Objekt sehr viel Kraft und Gesundheit gekostet.

Denn in seiner Position als Geschäftsführer müsse man mit Krankenkassen und Sozialämtern kämpfen können. „Diese Kraft habe ich nicht mehr“, gibt der 47-Jährige zu. Das Haus am Fuß des Wallberg würde auch weiterhin ein Altenheim bleiben, versichert Wisgott, „darüber bin ich mit verschiedenen Interessenten im Gespräch, die auch Pflegeheime betreiben. Manche von ihnen haben zwei bis drei und mehr Einrichtungen solcher Art“.

Er achte darauf, dass es „gute Betreiber“ sind, die das Haus dann in seinem Stil weiter betreiben. „Der Streichelzoo wird bleiben, aber mein Kopf geht erst dann, wenn verkauft ist. Ja sage ich nur, wenn es für meine Bewohner und das Personal stimmt“. Die Mitarbeiter würden vom neuen Betreiber übernommen werden. Denn Pflegefachkräfte seien auf dem Arbeitsmarkt rar.

Aufnahmestopp für sein “Baby”

Diese Erfahrung musste Wisgott im Juli machen, als das Landratsamt über seine Seniorenresidenz einen Aufnahmestopp verhängte. Die Heimaufsicht hatte bemängelt, dass Wisgott zu wenige Fachkräfte in seinem Personal hatte. „Stationäre Pflegeeinrichtungen müssen nach geltenden Bestimmungen eine Fachkraftquote von mindestens 50 Prozent einhalten. Hilfskräfte dürfen – ohne Rücksicht auf deren Herkunftsland – bei der Berechnung der Fachkraftqoute nicht berücksichtigt werden“, so Aussage der Heimaufsicht damals.

Der Personalmangel wurde Ende August behoben, doch das Dilemma blieb. Auch deswegen gebe er sein Altenheim auf, erklärt Wisgott, obwohl es „sein Baby“ war, „das ich wie mein Kind behandelt habe“. Ein Vermächtnis, das nun weitergeführt werden soll.

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