Sieg auf ganzer Linie

von Nadja Weber

Die Verhandlungen im Tarifstreit zwischen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gingen heute in die zweite Runde. Nach dem ersten Streik in der BOB-Geschichte vor rund einer Woche konnte man gespannt sein, wie die heutigen Verhandlungen ausgehen. Mitarbeiter und Pendler dürfen nun aufatmen. 

Die Tarifverhandlung wurden heute von BOB und EVG erfolgreich abgeschlossen.
Die Tarifverhandlung wurden heute von BOB und EVG erfolgreich abgeschlossen.

Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen Anfang Januar kam es zum ersten Warnstreik in der Geschichte der BOB. Rund 90 Prozent der EVG-Mitglieder schlossen sich dem Streik am 19. Januar an und legten ihre Arbeit nieder. Zugausfälle und genervte Fahrgäste. Heute trafen sich die Beteiligten erneut, um die Forderungen der Angestellten durchzusetzen.

Zweite Verhandlungsrunde abgeschlossen

Schon bei der ersten Verhandlungsrunde stand eine stärkere Berücksichtigung der Bruttoarbeitszeit ganz oben auf der Agenda der EVG. Damit sind die Anreisezeiten gemeint, die die Mitarbeiter von der Einsatzstelle bis zum Beginn der eigentlichen Arbeit aufwenden. Isidoro Peronace von der EVG erklärte gegenüber der TS: „Für diese Gastfahrten, die für einige Kollegen über eine Stunde ihrer Freizeit in Anspruch nehmen, erhalten diese nur 50 Prozent des Gehalts. Das wollen die Beschäftigten nicht länger hinnehmen.“

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Heute saßen die Beteiligten rund zweieinhalb Stunden zusammen. Dann konnten die Mitglieder der EVG erleichtert aufatmen. „Wir sind sehr zufrieden. Die Verhandlungen sind gut gelaufen“, erklärt Peronace. „Die zweite Verhandlungsrunde ging ziemlich rasch über die Bühne. Das war eigentlich auch zu erwarten, weil der Arbeitgeber unsere Anliegen schon kannte.“

EVG verzeichnet Erfolg

Die Forderung nach einem höheren Gehalt für alle BOB- und Meridianmitarbeiter wurde erhört. „Wir bekommen rückwirkend zum 1. April 2015 3 Prozent und ab dem 1. August 2016 2,1 Prozent mehr Gehalt. Dies bedeutet eine Gehaltserhöhung von zunächst rund 70 Euro und dann noch einmal  mindestens 50 Euro.

Auch das Anliegen, die Bruttoarbeitszeiten zu vergüten, hat der Arbeitgeber berücksichtigt. Ab dem 1. Februar 2016 werden die Gastfahrten mit 75 Prozent des Gehalts vergütet. „Im nächsten Jahr werden sogar 100 Prozent übernommen“, erklärt Peronace. Außerdem werden die Vergütungen der Auszubildenden ab dem 01. April 2015 um einheitlich 24 Euro und ab dem 01. August 2016 um einheitlich 17 Euro angehoben.

Der Streik hat scheinbar seine Wirkung gezeigt. „Heute während der Verhandlung hat es der Arbeitgeber nicht mehr gewagt zu pokern“, so Peronace. Die EVG könne mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Schließlich wurden alle Forderungen erfüllt. Auch Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayersichen Oberlandbahn GmbH zeigt sich erfreut:

Wir sind sehr froh, dass wir nach den langen Verhandlungen eine Einigung mit der Tarifkommission der EVG finden konnten. Damit wird es keine weiteren Streiks beim Meridian und der BOB während der Vertragslaufzeit geben, was für uns ein wichtiges Ziel war.

Nicht nur die Mitarbeiter der BOB und des Meridians können aufatmen, auch die Fahrgäste müssen sich keine Sorgen mehr über einen spontanen Warnstreik machen.

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