Nach Klage der Brauerei: Grafinger Burschenverein mit Protestaktion
Siegeszug im Herzen des “Tegernseer”

von Robin Schenkewitz

Grafinger Burschen Tegernsee Klostersee

Tradition, Heimat und Bier: Burschenvereine haben vieles, das den Mitgliedern besonders am Herzen liegt. Daher haben es die Grafinger Burschen auch nicht besonders gut aufgenommen, dass die Tegernseer Brauerei ihr heimisches Bier verklagt hat. Die Schadenfreude über das Urteil war dementsprechend groß – und wurde demonstrativ am Tegernsee gefeiert.

„Heimat und Bier gehören zusammen“, findet zumindest die Brauerei Tegernsee und verklagte den kleineren Konkurrenten Grafinger Wildbräu GmbH wegen der Verwendung des Namens „Klosterseer“, obwohl das entsprechende Bier gar nicht am Klostersee gebraut werde. Doch der Richter am Oberlandesgericht München folgte der Argumentation der Tegernseer nicht: Die Klage wurde abgewiesen.

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Burschen finden Klage unverständlich

Entsprechend groß war die Schadenfreude in der Grafinger Heimat des Klosterseers. Mit knapp 15 Mann reisten die Mitglieder des Grafinger Burschenvereins am gestrigen Sonntag demonstrativ an den Tegernsee – und feierte den Sieg „ihrer Brauerei“ mit mehreren Kästen des heimischen Brauguts.

„Mit unserer Aktion wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir uns über das Gerichtsurteil zu Gunsten des Biernamens ‘Klosterseer’ freuen“, machen die Burschen in einer Mitteilung deutlich. Man habe nichts gegen den Ort, die Einheimischen oder den See selbst. Die Aktion richte sich einzig gegen die Klage des Herzoglichen Brauhauses.

„Wir finden es unverständlich, dass eine größere Brauerei mit wesentlich mehr Bierabsatz eine kleinere mit derartigen Klagen schwächen will“, so die Burschen, die auch das Starkbierfest in Grafing ausrichten. „Leben und Leben lassen“: ihr Vereinsmotto sollte auch im Wettbewerb gelten, meinen die Burschen. Eine jede Brauerei solle sich auf die Produktion ihres eigenen Bieres konzentrieren und am Ende entscheide der Verbraucher.

Positives Feedback

Der spontane „Siegeszug“ in Tegernsee sei im Prinzip aus einer Bierlaune heraus entstanden, berichtet der 2. Vorstand Fabian Lankus. Man wollte den Unmut über die Klage zum Ausdruck bringen und sei dann einfach an den Tegernsee gefahren. Dabei hat der Ausflug aber vielleicht auch etwas zum Frieden zwischen den beiden Orten beigetragen.

Auch viele Anwohner, mit denen sie gesprochen hätten, drückten ihr Unverständnis über die Klage aus, berichten die Burschen. Und so hatten die Grafinger auf ihrer Rückfahrt nur Positives zu berichten: „Wir hatten einen sehr schönen Ausflug und werden auch gerne wieder in die Region fahren.“

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