Auswertung der Umfrageergebnisse

Co-Working am Tegernsee stößt auf Interesse

Von Steffen Greschner

Aktualisierung vom 26. Juni 2013
Co-Working am Tegernsee stößt auf Interesse: 76 Leser haben an der Umfrage zu dem doch sehr speziellen Thema teilgenommen. Wie zu erwarten, haben sich auch nur diejenigen geäußert, die sich generell vorstellen können, einen Co-Working-Space am Tegernsee regelmäßig zu nutzen.

Uneinigkeit bei der Wahl des bevorzugten Ortes zeigt dagegen das relativ enge Ergebnis zwischen Tegernsee, Bad-Wiessee und Rottach.

Würden Sie einen Co-Working-Space am Tegernsee nutzen?

Die Zahl der abgegebenen Antworten ist nicht riesig, was auch nicht zu erwarten war. Co-Working ist ein Begriff, der vielen nichts sagen wird. Abgestimmt haben wohl auch nur diejenigen, die für sich selbst einen Nutzen aus einem solchen Angebot im Tegernseer Tal sehen würden. 76 Leser waren es insgesamt, von denen 74 angegeben haben, einen Co-Working-Space am Tegernsee nutzen zu wollen:

wuerden sie nutzen
Das Ergebnis ist eindeutig: Beteiligt haben sich nur diejenigen, die sich die Nutzung auch vorstellen könnten. 74 Ja-Stimmen gegenüber 2 Nein-Stimmen.

Wie oft würden Sie einen Co-Working-Space nutzen?

Etwas differenzierter sieht das Bild bei der Nutzungshäufigkeit aus. Exakt die Hälfte der Befragten gibt an, 1-3-mal pro Woche in einem öffentlichen Arbeitsraum arbeiten zu wollen. Fast genau so viele könnten sich 1-5-mal monatlich vorstellen, in Gesellschaft statt zu Hause oder in der Firma zu arbeiten.

Vollzeit in einem Co-Working-Space arbeiten will dagegen kaum jemand. Lediglich 8 Prozent würden komplett umziehen wollen.

 Vollzeit möchte kaum jemand in einem öffentlichen Arbeitsraum verbringen. Die meisten der Befragten sehen es als Option, sich mehrmals wöchentlich oder zumindest mehrmals monatlich dort aufzuhalten.
Vollzeit möchte kaum jemand in einem öffentlichen Arbeitsraum verbringen. Die meisten der Befragten sehen es als Option, sich mehrmals wöchentlich oder zumindest mehrmals monatlich dort aufzuhalten.

Wo sehen Sie den perfekten Standort im Tegernseer Tal?

Was den perfekten Ort im Tegernseer Tal anbelangt, zeigen die Ergebnisse ein nicht eindeutiges Bild. Zwar spricht sich mit 36 Prozent eine Mehrheit für Tegernsee aus, aber auch Bad Wiessee und Rottach-Egern mit 23 Prozent und 21 Prozent sind für einige attraktiv. Abgeschlagen sind dagegen Gmund und vor allem Kreuth als Wunschstandort.

Wunschort
Tegernsee als Ort ist am beliebtesten, gefolgt von Bad-Wiessee, Rottach-Egern und Gmund. Abgeschlagen ist Kreuth.

Auf die Frage nach ganz direkten Standort- oder Immobilienvorschlägen kamen keine Überraschungen zutage. Genannt wurde beispielsweise das Maximilian in Gmund, die alte Schlecker-Filiale in Bad Wiessee oder das geschlossene Hotel Guggemos in Tegernsee.

Alles Standorte, die immer wieder im Gespräch sind und bei denen die endgültigen Nutzung ‒ mit Ausnahme des Maximilians ‒ noch nicht feststeht beziehungsweise seit Jahren fraglich ist.

Wie geht es weiter?

Wir werden uns nochmals mit der SMG zusammensetzen und die Ergebnisse besprechen. Wie schon in den Kommentaren unter dem Artikel angesprochen, wollen wir vermutlich noch im Sommer einen Roundtable zu dem Thema durchführen.

Wer sich dort mit Ideen und Fachwissen oder auch nur aus reinem Interesse einbringen möchte, kann sich gerne per Mail an uns wenden: info@tegernseerstimme.de.

Ursprünglicher Artikel vom 16. Juni 2013: „SMG unterstützt Co-Working am Tegernsee“
Eines der Themen, die wir schon mehrmals aufgegriffen haben, ist der Gedanke, das Tal infrastrukturell als Standort für Freiberufler und „Heimarbeiter“ auszubauen. Zum einen, um Möglichkeiten zu bieten, von hier aus zu arbeiten, ohne lange Pendeln zu müssen. Zum anderen, um den Tegernsee auch für junge Menschen und Familien attraktiver zu machen.

Ein Thema, das auch SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid auf den Plan gerufen hat. Das Tal als Standort für neue Arbeitsmodelle?

SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid beim Wirtschaftsempfang 2013/Foto: smg-mb.de
SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid beim Wirtschaftsempfang 2013/Foto: smg-mb.de

Letzte Woche hatten wir uns mit Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing Gesellschaft (SMG), SMG, zu einem Gespräch getroffen. Dabei ging es unter anderem um die Möglichkeiten des gemeinsamen Aufbaus eines „Co-Working-Space“ im Tegernseer Tal.

Anders als in klassischen Bürogemeinschaften können Arbeitsplätze und die notwendige Infrastruktur, wie Internet oder Telefon, dort flexibel und zu günstigen Preisen genutzt werden. Einen Tag pro Monat, zwei Tage die Woche. So, wie es gebraucht wird.

Co-Working-Spaces haben darüber hinaus auch noch eine soziale Komponente: oft werden gemeinsame Veranstaltungen angeboten oder branchenübergreifende Arbeitsgemeinschaften gebildet. In einigen „Co-Working-Spaces“ teilen sich Kunden beispielsweise einen Steuerberater, der zu festen Terminen und günstigen Preisen Beratung vor Ort anbietet, oder bauen eine gemeinsame Kinderbetreuung auf.

SMG sieht Co-Working als Standortfaktor

Noch ist das Ganze nur eine Idee, die aber bis zu den Tagen der „Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis Miesbach“ im kommenden Herbst ganz konkret weiterentwickelt werden soll. Für die SMG sind Freiberufler und vor allem die Kreativwirtschaft ein bisher unterschätzter Standortfaktor. Für Alexander Schmid, Geschäftsführer der SMG, ein absolutes Zukunftsthema:

„Die Bedeutung der Kreativwirtschaft wird noch unterschätzt. Gerade im ländlichen Raum ergeben sich ganz neue Chancen, einen Standortfaktor zu fördern, um junge und gut gebildete Menschen zu halten oder neu anzulocken.“

Wie das genau aussehen könnte, welche Flächen dafür infrage kommen oder ob ein solches Projekt im Tal überhaupt auf die entsprechende Nachfrage stößt, sollen die kommenden Monate zeigen.

Landschaft ist nicht nur für Touristen attraktiv

Der Standort Tegernsee hat für die SMG vor allem eine wunderschöne Umgebung zu bieten. Das sei aber nicht nur für Touristen attraktiv, sondern auch für eine zunehmende Zahl flexibel arbeitender Menschen, die nicht mehr an feste Orte gebunden sind, um ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Auf der Gegenseite bietet das Tal aber auch nur wenig Flächen, die wirtschaftlich erschlossen werden können. Zur Ansiedlung neuer Arbeitgeber außerhalb des Tourismus sind die Möglichkeiten derzeit noch sehr begrenzt. In einem Artikel Ende März hatten wir es so umschrieben:

„Eine denkbare Alternative zur Schaffung eigener Arbeitsstellen wäre es, dass sich das Tegernseer Tal auf das konzentriert, was es am besten kann: schön sein. Anstatt die Arbeitgeber ins Tal zu locken, könnte man sich auf die Arbeitnehmer der Zukunft konzentrieren. Viele, die bisher pendeln mussten, können heute von fast überall arbeiten – wenn die richtige Infrastruktur vorhanden ist. Man könnte Arbeitsstätten statt Arbeitsstellen erschaffen. Räume, in denen gemeinsam gearbeitet werden kann.“

Alexander Schmid geht dabei aber noch einen Schritt weiter. Für ihn dient die Idee eines Gründerzentrums als Vorbild:

„Die Idee der Gründerzentren ist, dass es ein Nährboden sein soll, aus dem sich Neues entwickeln kann. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass man Partnerschaften und Austauschprogramme mit anderen Co-Working-Spaces in Deutschland initiieren könnte. Warum sollen Berliner Kreative nicht mal eine Woche am Tegernsee arbeiten? Und Tegernseer in Berlin? Daraus könnten sich sicher spannende Kontakte ergeben.“

Die SMG sieht eine der Aufgaben auch darin, Freiberufler dabei zu unterstützen, sich entwickeln und professionalisieren zu können. Nur so würden diese zu potenziellen Arbeitgebern heranreifen. Ein „öffentlicher Arbeitsraum“ könnte dabei beispielsweise durch die Bildung lokaler Netzwerke weiterhelfen.

Man könnte von den Erfahrungen anderer lernen, aber auch eine gemeinsame Infrastruktur nutzen: Konferenzräume für Kundentermine, eine gemeinsame Geschäftsadresse oder nur Kleinigkeiten, wie Gespräche beim Kaffee mit „Teilzeitkollegen“, die einen vielleicht selbst auf neue Gedanken bringen.

Ein sogenannter Co-Working-Space/Quelle: Deskmag
Co-Working: Eine Alternative für die Arbeit von morgen?

Ob und wie das realisiert werden kann, hängt nicht zuletzt von der generellen Nachfrage ab. Wie sehen Sie das? Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft mehr aus dem Tegernseer Tal heraus zu arbeiten? Arbeiten Sie vielleicht schon lange im „Homeoffice“ und wünschen sich manchmal einfach einen Ortswechsel oder etwas Gesellschaft?

Stimmen Sie einfach und ohne Anmeldung ab! Die Umfrage läuft bis zum 23. Juni. Die Ergebnisse veröffentlichen wir im Laufe der übernächsten Woche.

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