Starkbierrede des Bruder Barnabas im Bräustüberl
“So können Sie diese Stadt nicht führen!”

von Robin Schenkewitz

Masochisten-Robbie, weniger Friede als im Gazastreifen und ein Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde: In der gestrigen Rede des Bruder Barnabas beim Starkbieranstich kamen die hiesigen Politikvertreter oft nicht gut weg. Doch auch die Sehnsucht nach den alten Streithähnen und stürmischen Zeiten war bezeichnend: „Sonst können wir bald zusperren.“

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Politikvertreter, „das sind die, die immer so komisch in die Kamera schauen, wenn sie im Text vorkommen.“ Gestern hatte Bruder Barnabas alias Nico Schifferer im Bräustüberl wieder seinen großen Auftritt. Mit scharfer Zunge richtete er in seiner Rede vor den „Freunden des Starkbieres und der starken Worte“ über die Geschehnisse des vergangenen Jahres.

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Solidarität so wahrscheinlich wie Maria Heiß im Playboy

Enttäuscht zeigte er sich dabei von dem Wirken des Tegernseer Bürgermeisters Johannes Hagn: „Wenn ich gewusst hätte, was Sie für ein Bürgermeister geworden wären, hätte ich Ihren Vorgänger nicht so hart rangenommen.“ Das fange schon bei der Sitzordnung an. Jahrelang sei es Tradition gewesen, dass die Bürgermeister an einem eigenen Tisch sitzen. „Jetzt wollen Sie lieber bei Ihrem Stadtrat sitzen“, sagt Barnabas und betont:

Ihr Vorgänger wusste nicht einmal, wie die Stadträte hießen!

Wenn er etwas zu entscheiden habe, dann informiere er alle Beteiligten – vorher. Das sei der gemeine Tegernseer nicht gewöhnt. „Sie nehmen mit dieser Art der Politik sämtlichen Leuten den streitbaren Wind aus den Segeln des Konfliktes, die nur noch wie lächerliche Lumpen der Erinnerung in der Flaute des städtischen Friedens hängen.“

Nur ein einziges Mal sei Hagn fast narrisch geworden: Beim Streit um die Spielbankabgabe. „So stelle ich mir die Solidarität im Tal nicht vor“, habe Hagn gesagt. Doch in diesem Fall musste Schifferer alias Barnabas einmal eine Unterweisung in Realitätssinn geben. „Der Peter Höß ist gelernter Banker. Wenn Sie von einem Banker Solidarität erwarten, dann können Sie lieber darauf warten, dass sich die Frau Heiß im Playboy fotografieren lässt.“

Was hat Maria Heiß mit dem Playboy zu tun?
Auch Maria Heiß durfte gestern mit am Bürgermeistertisch sitzen – Schließlich gilt sie als heimliche Bürgermeisterin

Dankbar war er daher für die Protagonisten am West- und Nordufer. Für einen Fastenprediger aus Tegernsee seien Bad Wiessee oder Gmund wie das gelobte Land. „Gegen Bad Wiessee ist ja der Gaza-Streifen noch friedlich. Man hat jetzt einen offiziellen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für den harmonielosesten Ort Europas.“

Da gebe es zum Beispiel den Masochisten-Robbie, mit bürgerlichem Namen Robert Huber, den zweiten Bürgermeister. Da habe der Peter Höß zwei Stapel Akten auf dem Schreibtisch. Einen für ihn selbst und einen für den Robbie. Da werde dann abgewägt. Kommunalunternehmen, endlose Sitzungen, viel Arbeit, wenig gute Presse zu erwarten: „Kriegt der Robbie.“ Vorstellung Matteo-Thun-Projekt, eigenes Jodbad, gute Presse zu erwarten, „ach, das mach ich selber.“

Und dann, nach zwei Jahren Streit mit Kommunalaufsicht und CSU, werde der Robbie endlich zum Aufseher über die 200 Gemeindewohnungen ernannt. Und dann sagt er: „Ich denke, auch die CSU wird in Zukunft konstruktiv mitarbeiten und gute Vorschläge einreichen.“ In dem Moment seien die beiden Sareiters kollabiert. „Die wussten gar nicht, dass sie so kooperativ sind.“

Auf die Protagonisten am Westufer ist Verlass.
“Masochisten-Robbie” und sein Chef.

Erfolgreich habe man sich in Wiessee dann aber gegen die Live-Übertragung von Gemeinderatssitzungen gewehrt. Aber nicht wegen der Kosten oder des Datenschutzes: „Die hatten Angst den Bambi für die beste Polit-Soap verliehen zu bekommen.“ Ob zahlreicher Streitigkeiten munkelt man auch schon, der Posten für Anwaltskosten im Wiesseer Haushalt sei höher als für den Kindergarten. Aber man habe schließlich einen Ruf zu verlieren. Frei nach dem Motto:

Schone stets das eigne Hirn, hol Hilfe dir in gutem Zwirn.

Im Dauerstreit mit Gmund hatten die Nachbarn jüngst auch Angst vor dem steigenden Verkehr durch die Wiesseer Hotelprojekte. Da könne sich Barnabas den Preysing Georg schon vorstellen, wie er künftig in seinem Mauthäuschen sitzt und sagt: „Reisende nach Bad Wiessee: 6,50 Euro. Alle anderen Gemeinden: freie Durchfahrt.“

Neben einem kurzen Abstecher nach Kreuth („Die wachen nur aus dem Winterschlaf auf, wenn sie eine Tafel aufstellen müssen, weil die Vicky Rebensburg wieder was gewonnen hat“) und einem nachdenklichen Teil über die Flüchtlingskrise war Barnabas während der Rede aber auch deutlich anzumerken, wie sehr er die vergangene Zeit voller Streitigkeiten vermisst: „Hagn statt Janssen, Rzehak statt Kreidl, Mihalovits statt Bromme: Wenn das so weiter geht, dann können wir hier bald zusperren.“

Hier noch einige Eindrücke von gestern:

Starkbieranstich Braeu 2016 9

Starkbieranstich Braeu 2016 8

Starkbieranstich Braeu 2016 2

Starkbieranstich Braeu 2016 5

Starkbieranstich Braeu 2016 10

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