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Sportzentrum Otterfing - „Alles steht und fällt mit Sportverein“

So sieht der Plan der Bürgerinitiative aus

Von Nicole Kleim

Wie kann das neue Sportzentrum finanziert werden? Über eine kostengünstige Lösung hat sich die Bürgerinitiative Otterfing Gedanken gemacht. Deren Vorschlag wurde jetzt im Ottinger Hof präsentiert.

Die Waginger Sporthalle “SportArena” – eine der modernsten Deutschlands. Ein Vorbild für Otterfing?/ Foto: BI Otterfing

Wie berichtet hatte Josef Killer, Mitglied der Bürgerinitiative Otterfing (BI), am 7. Juni einen Informationsabend im Otterfinger Hof veranstaltet. Eine kostengünstige und ressourcenschonende Finanzierungslösung für das neue Sportzentrum am Nordring sollte allen Interessierten, vor allem aber der Gemeinde, präsentiert werden.

Der Einladung waren nicht nur zahlreiche Bürger, sondern auch Mitglieder des TSV Otterfing sowie einige Gemeinderäte gefolgt. Moderiert wurde der Abend von Georg Strobl, der gleich zu Beginn betonte, dass Sinn und Zweck der Veranstaltung sei, „den Gemeinderat in seiner Entscheidungsfindung“ zu unterstützen. Als Gastredner führte Marktgemeinderat Josef „Beppo“ Hofmann der Gemeinde Waging am See durch das Programm, der gleichzeitig TSV-Vorstand ist und Bauleiter der dortigen 2,5-fach Sporthalle war, die 2016 fertiggestellt wurde.

Idee: Sportverein und Gemeinde steuern Geld bei

Inklusive aller Erschließungskosten, so Hofmann, habe man in Waging etwa 4,3 Millionen Euro an reinen Baukosten gehabt. Um diese Summe zu stemmen, erfolgte vom TSV Waging eine Gesamtkapitaleinlage in Höhe von 580.000 Euro. Gleichzeitig wurde eine Nutzungsvereinbarung mit der Marktgemeinde für die nächsten 30 Jahre geschlossen.

Finanziert wurden die 580.000 Euro zu etwa 50 Prozent durch Sponsoring. Die andere Hälfte machten laut Killer TSV-eigene Arbeitsleistungen aus, die der Bayerische Landessportverband (BLSV) mit einer Förderung in Höhe von 290.000 Euro vergütet. Dieser Zuschuss wird aller Voraussicht nach im Jahr 2020 an die Marktgemeinde ausgezahlt.

Bis dahin wird diese Summe „zwischenfinanziert“, und zwar durch eine Kreditaufnahme der Bauherrengemeinschaft Turnhalle Waging GbR – bestehend aus dem TSV und der Marktgemeinde. Ein ähnliches Konzept sieht die Bürgerinitiative nun für ihr Sportzentrum in Otterfing vor. Killer:

Wir haben sehr viel Arbeit und Zeit investiert, um eine Sporthalle zu finden, welche sogar dem Raumbedarfsprogramm vom TSV-Otterfing entspricht, als auch den Auflagen von Lärmschutz und der notwendigen Stellplatzverordnung.

Die Idee: Der TSV Otterfing, der mit 1.700 Mitgliedern fast die gleiche Mitgliederzahl wie der TSV Waging hat, soll das Geld zusammen mit der Gemeinde aufbringen. Da noch keine Ausschreibung erfolgt ist, und der Gemeinderat noch darüber entscheiden muss, ob eine 2-fach oder 2,5-fach-Turnhalle in Frage kommt, sind die genauen Baukosten im Moment nicht abzuschätzen.

Alles steht und fällt mit Sportverein

Damit das Konzept umsetzbar ist und die Fördermittel in Anspruch genommen werden können, muss also der TSV Otterfing mit ins Boot geholt werden. Und genau hier liegt das Problem: Der jetzige Vorstand, Wolfgang Troidl steht der Idee zwar grundsätzlich positiv gegenüber, übt seine Vorstandsfunktion allerdings seit einem Jahr nur kommissarisch aus.

Und zur Wiederwahl steht er laut Killer nicht mehr an. Ein neuer Vorstand ist nicht in Aussicht.
„Die Gemeinde kann aber auf den TSV-Zuschuss nicht verzichten“, ist Killer überzeugt. Alles steht und fällt also mit dem TSV-Vorstand. Und natürlich mit der Gemeinde. Für Killer ist die Gemeinde jedoch das geringere Problem: „Ich denke, dass die Mehrheit im Gemeinderat dem Konzept zustimmen wird“.

„Sportpark“ Thema im Gemeinderat

Die Gemeinderäte, die sich das Konzept im Otterfinger Hof angehört hatten, seien jedenfalls „angetan“ gewesen und hätten davon gesprochen, dass „endlich frischer Wind“ und „positiver Input“ komme. Auch das Parkplatzproblem sei an diesem Abend „total entkräftet“ worden, so Killer. 30 Stellplätze würden laut Stellplatzverordnung ausreichen. Da man von einer Mehrzweckhalle auf eine Sporthalle umgeswitcht ist, sei kein Parkdeck für 3,3 Millionen nötig.

Auch das Lärmschutzgutachten könne im Hinblick auf das Waginger Beispiel überdacht werden. Dort stelle ein Altenheim, das nur 70 Meter Luftlinie von der Turnhalle entfernt stehe, kein Problem dar. Warum eine Sporthalle in Otterfing am Lärmschutz scheitern sollte, erschließt sich ihm nicht.

„Es kann nicht sein, dass in der Markgemeinde Waging andere Maßstäbe gelten, als in Otterfing“. Eine Umsetzung einer Sporthalle am Nordring sehe er in den nächsten zweieinhalb Jahren als realistisch an. Wer die Präsentation in Otterfing verpasst hat und sich ein Bild von Sporthalle in Waging machen will, kann dies unter folgendem Link tun:
https://youtu.be/6xc_oR2MasY. Am kommenden Dienstag steht das Thema „Sportzentrum“ auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats.


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