Ausweich-Verkehr auf Anliegerstraßen zwischen Bernloh und Laffenthal
Sonntage sind Großkampftage

von Lenka Li Lilling

Das Verkehrsaufkommen ins Tegernseer Tal ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Viele Autofahrer weichen im Bereich Warngau auf kleine Nebenstraßen aus, um dem Stau zu entgehen. Die monatelange Baustelle an der Festenbach-Brücke in Gmund hat das Ganze noch verschlimmert. Was wird unternommen, um die Situation für Anwohner erträglich zu machen?

Waghalsige Manöver und Stress für alle beteiligten PKW, Fahrradfahrer und Passanten stehen auf den Schleichwegen zwischen Warngau und Gmund auf der Tagesordnung. / Quelle: Lenka Li Lilling

Die schmale, einspurige Straße, die die Ortsteile Bernloh, Bürgtal und Bürg (alle zugehörig der Gemeinde Warngau) sowie Laffenthal und Wehdorn (Gemeinde Gmund) miteinander verbindet, ist eine äußerst beliebte Route bei Fahrrad-Ausflüglern, läuft hier unter anderem doch der berühmte “München Venezia” Fahrradweg entlang. Hinzu kommt ein über die letzten Jahre gesteigertes Verkehrsaufkommen durch Tagestouristen und “Stauvermeider” des ständig zunehmenden Verkehrs auf der B318 im Bereich der Kreuzstraße (Kreuzung B472 und B318) in Richtung Tegernsee.

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“Es ist einfach viel zu viel los, dafür ist die schmale Straße nicht ausgelegt”, so ein Anwohner, der anonym bleiben will. “Wir überlegen wirklich zweimal, ob wir an den Wochenenden das Haus mit unserem PKW verlassen” führt er fort. Gegenverkehr führt hier unweigerlich zu Stress-Situationen. Entnervtes Rangieren und Ausweichen gehört jedes Wochenende zum Verkehrsbild auf der kleinen Straße, die parallel zur B318 verläuft. Beschädigung von Privatgrund bei den Manövern gehören dabei ebenfalls zur Tagesordnung.

Situation spitzt sich zu

Seit mehreren Jahren nimmt das Verkehrsaufkommen am Tegernsee stetig zu. Nicht nur die Anwohner in den Talgemeinden können davon das ein oder andere Lied singen. Kamen Staus früher vereinzelt an schönen Ausflugswochenenden vor, so sind sie mittlerweile fast schon ein Dauerzustand. Baustellen wie die der Festenbach-Brücke verschärfen die ohnehin schon angespannte Situation ungemein.

Anfang Mai erklärte Ursula Lampe, Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts Rosenheim, dass “Wege zur Einbahnstraße umfunktioniert und teils Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h aufgestellt” wurden, um dem durch die Baustelle geänderten Verkehrsfluss Herr zu werden – diese Maßnahmen wurden jedoch nicht für die schmale Straße zwischen Bernloh und Laffenthal ergriffen. “Ein Versäumnis, vollkommen unverständlich”, moniert der verärgerte Anwohner.

Da der Platz auf der einspurigen Straße im Gemeindebereich Warngau für Gegenverkehr nicht ausreicht, wird über Privatgrund ausgewichen. / Quelle: Lenka Li Lilling

Anwohner der besagten Ortsteile kämpfen seit Jahren für eine Anliegerstraße und ein reduziertes Tempolimit, ist hier doch offiziell ein Geschwindigkeit von 100 km/h zulässig, da es sich bei den kleinen Ortschaften verkehrstechnisch um keine innerörtlichen Bereiche handelt. Eingeschaltete Behörden wie das Landratsamt Miesbach und die Polizeiinspektionen Holzkirchen und Bad Wiessee sehen zwischen dieser Verbindungsstraße und der Sperrung der Festenbach-Brücke und dessen Umleitungsstrecken jedoch keinen Zusammenhang, teilt das Landratsamt den Anwohnern auf Anfrage mit.

Ein von der Gemeinde Warngau darüber hinaus in Auftrag gegebene, siebentägige Verkehrszählung wurde Mitte April durch einen Zweckverband durchgeführt, so eine Mitarbeiterin der Gemeinde Warngau gegenüber der Tegernseer Stimme. Das schlechte Wetter der vorangegangenen Wochen und der noch anhaltende Lockdown in diesem Zeitraum lassen jedoch ein geringes Verkehrsaufkommen bei der Zählung vermuten.

Aktuell befindet sich in Prüfung, ob Gemeinde oder Polizeiinspektion Miesbach für weitere Maßnahmen zuständig ist, teilt uns die Gemeinde Warngau auf Nachfrage mit. Es bleibt also abzuwarten, ob sich auch nach dem absehbaren Ende der Bauarbeiten an der Festenbach-Brücke Ende dieser Woche eine dauerhafte Verkehrsberuhigung auf der Strecke realisieren lässt. Sicher ist: Der Verkehrsstrom in Richtung Tegernsee wird weiter zunehmen.

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